LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Die Bürger von Schilda

Vor gar nicht allzu langer Zeit, in einem Land, gar nicht so weit weg, gab es ein kleines Städtchen, das sich Schilda nannte. Die Bürger waren sehr gescheit. Und wenn in fremden Ländern wieder einmal Not und Ratlosigkeit herrschte, dann wurden die Männer aus Schilda gerufen, um das Problem zu lösen.

So kam es im Laufe der Jahre, dass immer mehr Männer das Land verließen. Nur selten kehrten sie zurück, denn bei ihren neuen Herrschern konnten sie viel Geld verdienen, das sie gerne ihren Familien in Schilda schickten.

Die Stadt wurde reicher und reicher, aber auch immer armseliger. Weil nämlich alle Männer ausgezogen waren, um im Ausland ihr Glück zu versuchen, blieben in Schilda nur die Frauen zurück. Die gaben zwar ihr Bestes, doch die Arbeit, die anfiel, war einfach zu viel.

Die Frauen nämlich sollten Brot backen wie die Bäcker, Schuhe besohlen wie die Schuster, Felder bestellen wie die Bauern, zudem auch noch den Haushalt versehen und in der Schule die Kinder unterrichten. Das alles auf einmal schafften sie nicht – und so sah es irgendwann im schönen Schilda so aus, als hätte schon lange Zeit niemand mehr etwas getan.

Den Frauen wuchs einfach alles über den Kopf und so hielten sie eines Tages einen Rat ab und beschlossen, die Männer zurück nach Hause zu holen. Das geschah auch, und bald blühte und grünte es in dem kleinen Städtchen wieder wie früher einmal.

Wie aber sollten die Männer verhindern, wieder zu den fremden Königen, Kaisern oder Sultanen gerufen zu werden? Sie ersannen ein List und beschlossen, sich von nun an fürchterlich dumm zu stellen.

Und ich sage euch, die List funktionierte. Schnell war überall herum, dass die Bürger von Schilda eine merkwürdige Entwicklung durchgemacht hatten – und kein anderer Herrscher mochte sich mehr mit ihnen umgeben.


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Die wundersamen Geschichten der SCHILDBÜRGER von Karl Simrock (1802 - 1876) wurde von Martina Meier für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von Friedrich Wilhelm Gubitz (1786–1870) hergestellt.

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