LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Herakles und die Hydra von Lerna

Die Göttin Hera [1] war ihrem Sohn Herakles nicht wohl gesonnen. Sie schickte ihm den Wahnsinn, worauf er seine eigenen Kinder ins Feuer warf. Zur Strafe musste er seinem königlichen Bruder Eurystheus [2] zwölf Jahre lang dienen. Dieser aber gab ihm zwölf Arbeiten auf, die wahrhaft ungeheuerliche Taten von Herakles verlangten.

Herakles hatte bei seiner ersten Arbeit schon den Nemeischen Löwen [3] besiegt. Die zweite Arbeit des Helden war es nun, die gefürchtete Hydra zu erlegen, die ebenfalls eine Tochter von Typhon [4] und Echidna [5] war.

Die schreckliche Schlange war im Sumpfe von Lerna [6] aufgewachsen. Immer wieder pflegte sie aufs Land zu kommen, um die Herden zu zerreißen und die Felder zu verwüsten. Sie war ein riesiges Ungeheuer und hatte neun Häupter, von denen acht sterblich waren. Das neunte Haupt in der Mitte aber war unsterblich.

Herakles ging diesem Kampfe mutig entgegen. Er bestieg einen Wagen, dessen Pferde von sein geliebten Neffe Iolaos gelenkt wurden. So ging es im Fluge nach Lerna. Dort, bei den Quellen, fand Herakles das Ungetüm in seiner Höhle liegen. Zuerst schoss der Held Brandpfeile auf die vielköpfige Schlange, um sie aus der Höhle zu treiben. Da kam die Hydra zischend hervor, und ihre neun Hälse schwankten wie Äste in den Bäumen.

Jetzt versuchte Herakles, die Köpfe mit seiner Keule zu zerschmettern. Doch jedes Mal, wenn ein Haupt zerschlagen war, wuchsen zwei neue gleich hervor. Da rief Herakles seinem Neffen zu, er solle Feuer an eine Fackel legen. Iolaos tat es und stand von nun an dem Herakles treu zur Seite.

Wenn Herakles einen Kopf der Schlange zertrümmert hatte, brannte Iolaos diesen gleich mit Feuer aus. Auf diese Weise gewannen die beiden die Oberhand und zuletzt schlug Herakles auch das unsterbliche Haupt mit dem Schwerte des Iolaos ab. Dieses Haupt begrub er am Wegesrand und beschwerte das Grab mit mächtigen Steinen. Den Körper der Hydra aber spaltete er in zwei Teile, und tauchte seine Pfeile in das giftige Schlangenblut. Fortan sollten die Geschosse des Helden überall gefürchtet sein, konnten sie doch unheilbare Wunden schlagen.

 

Erklärungen:

[1] Hera ist die Schwester und die Gemahlin des Zeus. In Rom steht Juno an ihrer Stelle, die Schützerin von Haus und Herd.

[2] Eurystheus, ein Sohn der Hera, herrschte über Tiryns und Mykene. Das waren Burgstädte im Süden von Griechenland, auf dem Peloponnes.

[3] Der Nemeische Löwe trieb im Tal von Nemea sein Unwesen und hatte ein unverletzliches Fell. Herakles jagte und erwürgte ihn.

[4] Typhon ist ein riesiges Ungeheuer mit Schlangenfüßen.

[5] Echidna ist ein Ungeheuer, halb schönäugiges Mädchen, halb grausige Riesenschlange.

[6] Lerna war eine Burg im Argolis. Das ist eine griechische Landschaft im Osten des Peloponnes.

 





Diese Sage von Gustav Schwab (1792-1850) wurde von der Labbé-Redaktion für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von John Flaxman (1755-1826) hergestellt.

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