LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Die pazifische Eisenbahnlinie

Um 7 Uhr morgens betrat die Reisegruppe amerikanischen Boden. Phileas Fogg brachte in Erfahrung, dass die Abfahrt des nächsten Zuges nach New York um 6 Uhr abends war.

Also besorgten sie sich eine Droschke und ließen sich ins Hotel International fahren. Nach einem ausgedehntem Frühstück, machte sich Mr. Fogg zusammen mit Mrs. Aouda auf den Weg zum englischen Konsulat wegen der üblichen Eintragungen in seinem Pass. Passepartout ging Besorgungen machen. Er hatte seinem Herrn vorgeschlagen einige Colts für die Reise vom einen Ozean zum andern zu erstehen. Fogg ließ ihm freie Hand.

Mit einem Mal stand Mr. Fix vor unserem englischen Gentleman. Der Detektiv behauptete, dass ihn die Geschäfte nach Europa riefen, und er wäre entzückt, wenn er seine Weiterreise in so angenehmer Gesellschaft verbringen dürfte.

Mr. Fogg bot ihm an, an der Besichtung von San Francisco teilzunehmen. So verbrachten sie den restlichen Tag zusammen. In der Montgomery Street fand eine Wahlveranstaltung statt. Die Gemüter waren derart aufgebracht, dass es zu Handgreiflichkeiten kam, in die ohne großes Zutun auch Phileas Fogg und Mr. Fix einbezogen wurden. Ein gewisser Oberst Stamp W. Proctor verabreichte unseren Herren einen gewaltigen Hieb. Phileas Fogg beschloss, nach eingelöster Wette nach Amerika zurückzukehren und diesen Herrn zum Duell zu fordern.

Um 5.45 Uhr erreichte die Reisegesellschaft den Bahnhof. Der Zug war bereits eingefahren. Mit Volldampf machte sich die Eisenbahn Richtung Osten auf. San Francisco und New York sind auf über 3786 Meilen ununterbrochen mit Schienen verbunden.

Früher brauchte man für diese Strecke sechs Monate, doch Mr. Fogg würde dafür nur noch sieben Tage benötigen. Allerdings führte der Schienenstrang durch Gebiete, die von Indianern und wilden Tieren unsicher gemacht wurden.

Um 8 Uhr abends betrat der Steward den Wagen und meldete, es sei Zeit zur Nachruhe. Der Wagen verwandelte sich in wenigen Minuten in einen Schlafwagen; die Sitze wurden zu Liegeflächen, denn die Rückenlehnen ließen sich nach hinten klappen, und mit Hilfe eines raffinierten Mechanismus kam das Bettzeug zum Vorschein. So schliefen die Reisenden, als lägen sie in den Kabinen eines großen Überseedampfers.

Am nächsten Morgen um 9 Uhr gelangte der Zug in den Staat Nevada. Mr. Fogg und seine Reisegefährten betrachteten das vorübereilende, sich stets verändernde Landschaftsbild. Am Horizont türmten sich Berge, davor lagen Prärien.

Gegen 3 Uhr nachmittags versperrte eine Herde von 10 000 bis 12 000 Bisons den Weg. Der Lokomotivführer hatte noch versucht die Kolonne bei geringer Geschwindigkeit mit dem Kuhfänger beiseite zu drücken, doch das gelang ihm nicht. Der Zug musste anhalten.

"Unglaublich, dieses Land", schrie Passepartout, der sich fürchterlich über die Verzögerung aufregte, "gewöhnliche Rindviecher halten Eisenbahnzüge auf und gehen auch noch so langsam, als wären sie nicht das geringste Verkehrshindernis!"

Drei volle Stunden trotteten die Bisons über die Schienen, und erst mit einbrechender Nacht wurde der Weg wieder frei.

Es war bereits halb 10 Uhr, als der Zug Utah erreichte, das Gebiet der Mormonen am großen Salz-See.





Der Klassiker IN 80 TAGEN UM DIE WELT von Jules Verne (1828-1905) wurde von Gabi Müller für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von Alphonse de Neuville (1836-1885) und Léon Benett (1839-1917) hergestellt.

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