LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Eine Schlittenfahrt

Phileas Fogg musste nun zwanzig Stunden Verspätung verbuchen. Passepartout war der Verzweiflung nahe. Es war alles seine Schuld. In diesem Augenblick trat Mr. Fix an Phileas Fogg heran: "Liegt Ihnen ernstlich etwas daran, so schnell wie möglich weiterzureisen?"

"Ja, ernstlich", antwortete Mr. Fogg.

"Ich habe da eine Idee, wie Sie die Verspätung vielleicht wieder gutmachen können. Letzte Nacht hat mir ein Mann einen Segelschlitten angeboten. Damit könnten wir es versuchen."

Mr. Fogg ging sofort zu dem Schlittenbesitzer hinüber. Der Amerikaner, der sich Mudge nannte und unser Gentleman wurden sich schnell einig.

Das Fahrzeug war ein Brett auf zwei langen, vorne hochgebogenen Schlittenkufen, das sicher fünf bis sechs Personen Platz bot. Dieser Schlitten sah aus, wie ein Segelboot und wurde in den Wintermonaten oft benutzt, wenn zu viel Schnee ein Weiterkommen der Eisenbahnzüge verhinderte.

Der Wind war gut, blies kräftig von Westen, und der Amerikaner war sich sicher die Gruppe in wenigen Stunden nach Omaha bringen zu können. Von dort gab es zahlreiche Zugverbindungen nach New York.

Um 8 Uhr war der Schlitten zur Abfahrt gerüstet. Die Reisenden nahmen dicht aneinandergedrängt und in Reisedecken gehüllt Platz. Welch eine Fahrt! Die Kälte wurde durch die hohe Geschwindigkeit noch schlimmer und schnitt ihnen buchstäblich das Wort am Munde ab. Der Segelschlitten brachte es gut und gerne auf 40 Meilen in der Stunde.

Alle hingen stumm ihren Gedanken nach. Passepartout wollte in seinem ganzen Leben niemals vergessen, was sein Herr für ihn getan hatte.

Um die Mittagszeit kamen sie in Omaha an. Omaha liegt im Staat Nebraska. Hier endete die Pazifik-Eisenbahnlinie. Für die Weiterreise nach Chicago konnte man die Chicago-Rock-Island-Linie benutzen, die schnurgerade nach Osten verläuft.

Ein Schnellzug stand abfahrtbereit im Bahnhof. Der Zug brauste mit hoher Geschwindigkeit durch die Staaten Iowa und Illinois. Am nächsten Tag, also dem 10. Dezember trafen die Reisenden um 4 Uhr nachmittags in Chicago ein. 900 Meilen liegen zwischen Chicago und New York. Die nächste Lokomotive war schon startbereit und brauste unter Volldampf los.

Wie ein Blitz schoss er durch die Staaten Indiana, Ohio, Pennsylvania und New Jersey. Endlich kam der Hudson River in Sicht. Am 11. Dezember um 45 Minuten vor Mitternacht, hielt der Zug in der Bahnstation; direkt vor dem Anlegeplatz der Postschiffe. Doch die "China", das Postschiff nach Liverpool, war vor 45 Minuten in See gestochen!





Der Klassiker IN 80 TAGEN UM DIE WELT von Jules Verne (1828-1905) wurde von Gabi Müller für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von Alphonse de Neuville (1836-1885) und Léon Benett (1839-1917) hergestellt.

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