LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Phileas Fogg im Pech

Mit der "China" war auch Phileas Foggs letzte Hoffnung entschwunden. Keines der ankernden Schiffe kam für ihn und sein Unterfangen in Frage.

Passepartout war verzweifelt. Das Postschiff um 45 Minuten zu verpassen! Er allein trug die Schuld an diesem Unglück. Was hatte er seinem Herrn bisher schon ungewollt Steine in den Weg gelegt. Jetzt war Phileas Fogg seinetwegen ruiniert.

Aber Mr. Fogg machte ihm keine Vorwürfe. Er sagte lediglich: "Morgen werden wir weitersehen. Kommen Sie jetzt."

Mit einer Droschke fuhren sie zum Hotel Saint Nicholas am Broadway. Phileas Fogg schlief in dieser Nacht seelenruhig ein, aber seine Reisegefährten taten vor Aufregung kein Auge zu.

Der nächste Tag brach an. Es war der 12. Dezember. Von diesem 12., 7 Uhr morgens bis zum 21. Dezember, 8.45 Uhr abends, waren es noch neun Tage, dreizehn Stunden und 45 Minuten. Reichlich Zeit um die Wette noch zu gewinnen, wenn… ja wenn Phileas Fogg am letzten Abend mit der "China", dem schnellsten Schiff der Cunard-Linie, in See gestochen wäre.

Mr. Fogg wollte allein ausgehen. Er bat seine Begleiter sich für den sofortigen Aufbruch bereit zu halten. Danach begab er sich zum Ufer des Hudson Rivers und schaute unter den vielen Schiffen nach einem geeigneten Fahrzeug.

Schon sah es so aus, als sollte auch dieser letzte Versuch scheitern, da fiel sein Blick auf ein Handelsschiff. Aus dem Schornstein des eleganten Schraubendampfers quollen dicke Dampfwolken, ein sicheres Zeichen, dass es zur Abfahrt bereit war.

Der Kapitän der "Henrietta", ein echter Seebär, mochte gut 50 Jahre als sein und machte nicht gerade den Eindruck eines umgänglichen Menschen.

"Herr Kapitän?", begann Phileas Fogg.

"Der bin ich."

"Darf ich mich vorstellen: Phileas Fogg aus London."

"Andrew Speedy, geboren in Cardiff."

"Sie wollen gerade abfahren?"

"In einer Stunde."

"Und ihr Ziel ist…?"

"Bordeaux."

"Haben sie Passagiere?"

"Nein. Nie. Machen bloß Scherereien."

"Ist das Schiff schnell?"

"Macht elf bis zwölf Knoten, die Henrietta. Hat `nen guten Ruf."

"Können Sie mich und drei weitere Personen nach Liverpool bringen?"

"Nach Liverpool? Warum nicht gleich nach China?"

"Ich sagte: Liverpool!"

"Nein."

"Nein? Auch nicht für 2000 Dollar? Und Sie nehmen uns mit bis Bordeaux?" Bisher hatten die Banknoten noch jedes Hindernis überwunden.

"Pro Person?"

"Pro Person!"

Kapitän Speedy kratzte sich am Kopf. 8000 Dollar Verdienst, noch dazu, ohne die Reiseroute ändern zu müssen. Dafür lohnte es sich schon, einmal den Widerwillen gegen jede Sorte Passagiere zu unterdrücken. Dies waren keine Passagiere, sonder eher kostbare Fracht.

"Ich fahre um 9 Uhr ab", sagte der Kapitän.

"Wir werden um 9 Uhr an Bord sein", antwortete Mr. Fogg.

Es blieben 30 Minuten Zeit um die anderen aus dem Hotel zu holen. Als die Henrietta die Anker lichtete, waren unsere vier Passagiere an Bord.

Nun erst erfuhr Passepartout den Fahrpreis für die letzte Überfahrt. Das alles wegen ihm.

Inspektor Fix dagegen rechnete aus, wie viel Geld der Bank von England bleiben würde. Inzwischen müsste die Reisetasche um gut 7000 Pfund leichter sein.





Der Klassiker IN 80 TAGEN UM DIE WELT von Jules Verne (1828-1905) wurde von Gabi Müller für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von Alphonse de Neuville (1836-1885) und Léon Benett (1839-1917) hergestellt.

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