LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Das glückliche Ende

Ja, da stand Phileas Fogg, höchstpersönlich. Wie war das möglich?

Passepartout war in Windeseile zu Pfarrer Wilson gelaufen. Der war allerdings nicht zu Hause. So musste der Diener warten, gut zwanzig Minuten lang.

Um 8 Uhr 35 Minuten hatte er seinen Auftrag erledigt und rannte so schnell er nur konnte in die Savile Row Nr. 7 zurück. Alles, was sich ihm in den Weg stellte, wurde weggefegt.

Nach nur drei Minuten traf er bei seinem Herrn ein. "Was gibt es denn?", erkundigte sich Mr. Fogg.

"Gnädiger Herr….", keuchte der Franzose, "Heirat… nicht möglich…Morgen ist Sonntag!"

"Sie irren, es ist Montag", korrigierte Mr. Fogg.

"Nein, heute ist Samstag. Sie haben sich um einen Tag verrechnet. Aber es bleiben Ihnen nur noch sieben Minuten um in den Reform Club zu kommen."

Phileas Fogg stürzte hinaus, in die nächste Droschke und mit einer Belohnung von 100 Pfund, ging die Fahrt los. Mindestens fünf kaputte Fahrzeuge blieben dabei auf der Strecke. Aber pünktlich um 8 Uhr 45 Minuten betrat Phileas Fogg den Reform Club.

Er war in achtzig Tagen um die ganze Welt gereist und hatte dabei die Wette über 20 000 Pfund gewonnen!

Aber wie konnte es passieren, dass sich unser korrekter Gentleman um einen ganzen Tag verrechnet hatte? Dadurch, dass Phileas Fogg in östlicher Richtung um die Welt gereist ist, hat er einen Tag dazu gewonnen. Bei seiner Reise Richtung Osten war er der Sonne entgegengefahren. Die Tage wurden für ihn mit jedem Längengrad, den er überschritt um 4 Minuten kürzer. Bei 360 Längengraden ergibt das genau 24 Stunden.

Hätte er die Reise in westlicher Richtung gemacht, wäre die Reise um einen Tag länger gewesen.

Die verbleibenden 1000 Pfund in seiner Reisekasse, teilte er zu gleichen Teilen zwischen Passepartout und Mr. Fix, dem er längst verziehen hatte, auf.

Von den 500 Pfund, die Passepartout bekam, behielt er allerdings die Kosten für die Gasrechnung zurück. So viel Ordnung musste sein.

Am selben Abend, wieder zurück in der Savile Row Nr. 7 sagte Mr. Fogg zu Mrs. Aouda: "Wollen Sie mich immer noch heiraten, gnädige Frau?"

"Mister Fogg, ich glaube diese Frage sollte ich Ihnen stellen. Sie sind jetzt ein reicher Mann…"

"Entschuldigen Sie, dass ich Sie unterbreche. Mein Vermögen gehört Ihnen. Sie hatten den Einfall mit der Heirat. Wir hätten den Irrtum erst viel zu spät bemerkt."

Die Hochzeit fand 48 Stunden später statt. Passepartout war der Trauzeuge, schließlich hatte Mrs. Aouda ihm ihr Leben zu verdanken.

Phileas Fogg hatte also die Wette gewonnen. Er war mit Postschiffen, Eisenbahnen, Kutschen, Segelschiffen, Handelsschiffen und sogar mit einem Schlitten und einem Elefanten gereist. Und wozu dieser ganze Aufwand? Was hat ihm diese Reise gebracht?

Nichts? Nun, das mag stimmen, wenn man mal von seiner reizenden Frau absieht, die ihn zum glücklichsten Menschen auf dieser Erde gemacht hat!

So mancher würde für weniger eine Reise um die Welt machen!


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Der Klassiker IN 80 TAGEN UM DIE WELT von Jules Verne (1828-1905) wurde von Gabi Müller für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von Alphonse de Neuville (1836-1885) und Léon Benett (1839-1917) hergestellt.

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