LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Huckleberry und Tom schmieden Befreiungspläne

Wir gingen noch vor dem Frühstück in den Wald. Wir wollten uns modriges Holz holen, das ein wenig leuchtete, wenn man es ins Dunkle legt. Zum Graben brauchten wir doch ein wenig Licht. Wir legten einen Arm voll ins Gebüsch.

Tom war ziemlich unzufrieden. Onkel Silas war ihm zu vertrauensselig. Die Befreiung Jims war ihm zu einfach. "Wir müssen keinen Hund vergiften und keinen Wächter betäuben. Man braucht ja nur das Bett hochzuheben, die Kette runterstreifen!", maulte er. Wir besprachen noch einige wichtige Strategien, doch Tom waren meine Vorschläge immer wieder zu einfach.

In diesem Augenblick wurde zum Frühstück getutet. Wir gingen nach Haus und im Laufe des Morgens füllte ich einen Sack mit den besprochenen Dingen. Wir holten uns das modrige Holz und taten es auch in den Sack. Als alle zur Arbeit gegangen waren, schleppte Tom den Sack in den Schuppen.

Ich wollte noch Werkzeuge zum Graben beschaffen. Doch Tom sah mich nur wehleidig an: "Huck Finn, hast du schon mal gehört, dass ein Gefangener bequem mit Hacken und Schaufeln ausgebuddelt wurde? Wie kann ein Held mit so etwas Ruhm und Ehre erringen, hä?"

Tom wollte große Küchenmesser beschaffen, um uns unter den Mauern von der Hütte durchzugraben. Ich hielt das Ganze für einen ausgewachsenen Blödsinn. Aber Hauptsache war, dass Jim rauskam. Egal wie. "Was meinst du, wie lange dauert es, bis wir Jim mit den Messern ausgegraben haben?", fragte ich ihn.

"Wir können es nicht riskieren, so lange zu buddeln, wie wir von Rechts wegen müssten. Wahrscheinlich wird es nicht lange dauern, bis Onkel Silas raushat, wo Jim wirklich her ist. Ich schlage vor, dass wir uns so rasch durchgraben, wie es geht. Nachher können wir immer noch so tun, als ob es siebenunddreißig Jahre gedauert hätte."

Wir beschlossen, Jim herauszuholen und bei der ersten Gefahr mit ihm abzuhauen. Ich appellierte nochmals an Toms Vernunft und brachte den Gedanken an eine Säge als Hilfsmittel ins Spiel - aber Tom guckte mich nur enttäuscht an und sagte: "Es hat keinen Zweck, du kapierst es einfach nicht. Hau ab und such drei Küchenmesser." Und ich suchte.





Der Klassiker HUCKLEBERRY FINN von Mark Twain (1835-1910) wurde von Angelika Kopp für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von Edward Windsor Kemble (1861-1933) hergestellt.

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