LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Mary fährt durchs Moor

Irgendwann auf der langen, monoton dahinratternden Zugfahrt war Mary eingeschlafen. Nun wurde sie unsanft von Mrs. Medlock geweckt: "Wir haben noch eine lange Wagenfahrt vor uns, wir müssen uns beeilen!", sagte diese, während sie Mary rüttelte. Mary stand auf , konnte kaum die Augen offen halten und wartete, bis Mrs. Medlock alle Koffer beisammen hatte. Aus Indien war sie es gewohnt, dass andere die Arbeit taten und sie selbst nichts tun musste.

Vor dem Bahnhof stand eine hübsche Kutsche, die die Beiden schon erwartete. Sie ließ sich in die dicken, gemütlichen Kissen fallen, die in der Kutsche auf den Polstern lagen. Müde war sie nun nicht mehr. Sie schaute aus dem Fenster und sah eine Landschaft, wie sie noch nie eine gesehen hatte.

"Ist das ein Moor?", fragte sie Mrs. Medlock. "Warte es ab und sieh aus dem Fenster, allerdings wirst du nicht viel erkennen können, da es schon dunkel ist", gab Mrs. Medlock zur Antwort. Viel konnte Mary nicht mehr von der Umgebung erkennen. Ein paar einsame Häuser hatte sie gesehen, Hecken und Bäume und eine Kirche.

Dann ging die Kutsche plötzlich langsamer, so als wenn die Pferde einen Hügel hinauffahren würden. Und es waren auch keine Hecken und Bäume mehr zu erkennen. Mary sah überhaupt nichts mehr, als sie aus dem Fenster sah, nur noch dichte Finsternis.

"Das müsste das Moor sein", sagte Mrs Medlock.

Mary hörte den Wind durch trockene Sträucher rauschen und dachte, das müsse das Meer sein und fragte verunsichert bei Mrs.Medlock nach. Aber die erzählte ihr, dass es hier meilenweit nur wildes Land gäbe, auf dem wilde Ponys und Schafe lebten und dass hier nichts wachse außer Ginster und Heidekraut.

Nach einer endlosen Fahrt, wie Mary schien, sahen sie in der Dunkelheit ein weit entferntes Licht, auf das sie noch zwei Meilen weit durch eine Allee aus riesigen Bäumen hinzufuhren. Dann hielten sie vor dem unvorstellbar großen Haus, das eine schwere Eichentür hatte, die mit dicken Nägeln beschlagen war.

In dem Haus war es finster. Überall in der Eingangshalle hingen Gemälde, die verschiedene kriegerische Figuren und Ahnen darstellten. Mary wollte lieber nicht hinsehen. Der Diener Pitcher hatte sie empfangen, jedoch nicht mit Mary gesprochen. Als wenn sie gar nicht da wäre, sagte er zu Mrs.Medlock, dass sie Mary auf ihr Zimmer bringen solle, weil Mr. Craven sie nicht sehen wolle.

Schon wurde Mary durch Korridore und Flure geführt, hier und dort ein paar Stufen und dann stand sie in dem Zimmer, das ihres war und das einzige, in dem sie sich aufhalten durfte.





Der Klassiker DER GEHEIME GARTEN von Frances Hodgson Burnett (1849-1924) wurde von Miriam Bröckling für den Lesekorb nacherzählt.

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