LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Joe Green

Joe Green war zwar sehr klein für sein Alter, aber er war fleißig und hatte eine schnelle Auffassungsgabe. John konnte ihm vieles anvertrauen. Einmal hatte unser Herr einen Eilbrief, der drei Meilen weiter zu einem Bekannten gebracht werden sollte. John war bereits mit Jakesice unterwegs, so schickte er Joe mit mir los. Natürlich ermahnte er den Burschen zu größter Achtsamkeit.

Nachdem wir unseren Auftrag erfüllt hatten, ritten wir gemächlich nach Hause. An der alten Ziegelei steckte ein mit Ziegelsteinen beladener Wagen im lehmigen Weg fest. Der Kutscher prügelte erbarmungslos auf die armen Pferde ein. Joe blieb stehen. Es war schrecklich anzusehen. Während die Pferde ihr Bestes versuchten, den Karren herauszuziehen, schlug der sichtlich angetrunkene Kutscher weiter auf sie ein und fluchte heftig.

Joe schrie: "Hören Sie auf! Die Räder stecken zu tief im Schlamm, das schaffen Ihre Pferde nicht!" Doch der Mann schien ihn gar nicht zu hören.

Joe rief ihm noch einmal zu, diesmal zorniger und lauter. Da antwortete der Mann: "Was geht dich das an? Kümmere dich um deine Sachen!" Und wieder sauste die Peitsche auf das arme Pferd nieder.

Nun trieb Joe mich im gestreckten Galopp zum Haus des Ziegeleibesitzers. Wahrscheinlich hätte sich John über unser Tempo aufgeregt, doch dies war eine dringliche Ausnahme. Joe klopfte ungeduldig an und rief: "Hallo, ist jemand zu Hause?"

Mr. Clay öffnete persönlich und fragte nach, was denn so Dringendes anstünde. Da erzählte Joe empört von dem Kutscher und seinen Machenschaften. Joes Stimme bebte vor Aufregung.

"Hab Dank, meine Junge", rief Mr. Clay. Er eilte sofort, seinen Hut zu holen und sich auf den Weg zu machen. "Bezeugst du auch vor Gericht, was du gesehen hast, wenn ich den Mann anzeige?", rief er, während er zu seinem Pferd rannte.

"Natürlich!", antwortete Joe, "mit Freude!"

So eilte Mr. Clay in Richtung des Kutschers und wir trabten heim. Dort bemerkte John, der inzwischen wieder beim Stall war, sofort Joes empörte Miene. Und nachdem Joe alles erzählt hatte, konnte auch John seinen Ärger über diesen wüsten Menschen nicht verbergen. Er lobte seinen Schützling und betonte, wie wichtig es sei, in solchen Momenten einzuschreiten und nicht einfach weiterzureiten, wie es sicher viele Leute getan hätten. Nur damit sie ihre Ruhe hätten.

Joe hatte sich beruhigt und Johns Lobrede machte ihn stolz. Er putzte mich mit festerer Hand als gewöhnlich. Kurz vor dem Mittagessen wurde Joe zu unserem Herrn gerufen. Er müsse eine Aussage machen. Da wurde Joe ganz rot vor Aufregung und seine Augen glänzten. "Sie haben ihn!"

Joe brachte seine Kleider in Ordnung und ging hinüber. Unser Herr war als Friedensrichter der Grafschaft öfter mit solchen Vorfällen konfrontiert. Es dauerte eine Weile, bis wir Joe wieder im Stall sahen. Er kam bester Laune wieder, gab mir einen freundlichen Klaps und sagte: "Na, mein Freund, so was dürfen wir doch nicht zulassen, oder?"

Später stellte sich heraus, dass die Pferde Merkmale von schlimmen Misshandlungen trugen. Der Fall würde vor Gericht verhandelt und der Kutscher würde mindestens zwei oder drei Monate ins Gefängnis kommen.





Der Klassiker BLACK BEAUTY von Anna Sewell (1820 - 1878) wurde von Angelika Kopp für den Lesekorb nacherzählt.

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