LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Der Wirbelsturm

Eines Tages hatte Dorothy Toto auf dem Arm, als Onkel Henry angerannt kam. "Emmie!", schrie er, "Emmie, da kommt ein Wirbelsturm! Schnell, in den Keller. Ich komme auch gleich, ich muss noch nach dem Vieh sehen." Tante Emmie ließ den Abwaschlappen in das Spülbecken fallen und rief nach Dorothy. "Schnell, Mädchen, in den Keller!" Rasch öffnete sie die Falltür im Fußboden des Häuschens und kletterte über die wacklige Leiter in das dunkle und dumpfe Loch. Dorothy wollte ihr folgen, aber Toto hatte sich wegen Onkel Henrys Geschrei so erschrocken, dass er aus ihren Armen gesprungen und unter das Bett gesaust war. Dorothy eilte ihm nach. "Toto, hierher! Komm sofort hierher, Toto!" Aber der Hund saß in der hintersten Ecke und winselte nur. 

Der Sturm wurde immer lauter und das Häuschen ächzte und knarrte. Dorothy warf sich auf den Boden und angelte unter dem Bett nach Toto. Endlich bekam sie ihn zu fassen und zog ihn hervor. "Rasch, in den Keller!" Sie richtete sich auf und wollte zur Falltür laufen. Da warf sich der Sturm mit unglaublicher Gewalt gegen das Häuschen, dass es zitterte und bebte. Dorothy verlor den Halt und fiel der Länge nach hin. Das Haus quietschte und rumpelte. Der Wind riss es aus seinem Fundament und hob es in wirbelnden Kreisen empor in die Luft. Fast war es Dorothy, als würde sie mit einem Ballon aufsteigen. Der Wind toste und brauste, und es wurde ganz dunkel.

Irgendwann drehte das Häuschen sich nicht mehr um die eigene Achse, sondern schwebte an der Spitze der Windhose, die es vom Boden fortgerissen hatte, leicht und sanft wie eine Feder. Dorothy saß auf dem Boden des Häuschens und fand die Reise inzwischen eigentlich recht angenehm, als Toto, der ängstlich hin und her rannte, der Falltür zu nahe kam und durch das Loch im Boden verschwand. Dorothy schrie und sprang auf. Was war mit Toto? War er tot? Sie kroch an das Loch heran und spähte nach unten. Da sah sie erst ein Ohr und dann den ganzen Hund, den der starke Wind von unten gegen das Haus drückte. Mutig griff sie nach ihm und holte ihn zurück. Schnell klappte sie die gefährliche Falltür zu, um weitere Unfälle zu vermeiden.

Mit Toto auf dem Arm wartete sie Stunde um Stunde, dass der Wind nachlassen würde. Zuerst hatte sie sich Sorgen gemacht was wohl geschehen würde. Ließe der Wind nach, würden sie wie ein Stein vom Himmel fallen. Ob sie und Toto solch einen Absturz überleben konnten? Aber mit der Zeit verlor Dorothy ihre Angst, und schließlich wurde sie müde. Zusammen mit Toto legte sie sich auf ihr Bett und schloss die Augen. Es dauerte nicht lange, da war sie eingeschlafen.





Die Geschichten von DER ZAUBERER VON OZ von L. Frank Baum (1856 - 1919) wurde von Kirsten Großmann für den Lesekorb übersetzt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von William Wallace Denslow (1856 - 1915) hergestellt.

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