LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Pinocchio und die fünf Goldstücke

Am nächsten Tag nahm Feuerfresser Pinocchio beiseite und wollte wissen, wie sein Vater heißt und was für ein Handwerk er betreibt.

Pinocchio erzählte, dass Geppetto sehr arm war und sogar seine warme Jacke verkauft hatte, um für ihn eine Fibel zu kaufen.

"So ein armer Teufel! Fast tut er mir leid. Hier nimm diese fünf Goldstücke, bringe sie ihm und grüße ihn schön von mir!"

Pinocchio bedankte sich tausendmal, verabschiedete sich bei allen herzlich und machte sich freudestrahlend auf den Weg nach Hause. Er war noch kein halben Kilometer weit, da begegnete er einem Fuchs, der auf einer Pfote hinkte und einem Kater, der blind war und sich von dem Fuchs führen ließ.

"Guten Tag, Pinocchio!", grüßte der Fuchs höflich.

"Woher kennst du meinen Namen?"

"Ich kenne deinen Vater gut. Erst gestern sah ich ihn vor seiner Haustür stehen, in einem dünnen Hemd; er zitterte vor Kälte."

"Mein armer Vater. Aber das hat nun ein Ende. Ich bin nun ein reicher Herr geworden."

"Ein reicher Herr, wie das?" Der Fuchs begann spöttisch zu lachen. Auch der Kater stimmte mit ein.

Pinocchio wurde sehr wütend und erzählte von dem Geld, das er von Feuerfresser bekommen hatte. Dann zog er die Goldmünzen hervor. Bei diesem verlockenden Klang vergaßen sich die beiden und der Fuchs streckte seine gelähmte Pfote aus und der Kater riss beide Augen auf. Doch Pinocchio bemerkte nichts davon.

Der Fuchs erkundigte sich, was Pinocchio mit dem Geld machen wollte. Pinocchio erzählte von seinem Plan für Geppetto eine Jacke ganz aus Gold und Silber zu kaufen. Und natürlich noch eine neue Fibel.

"Eine Fibel, für dich?", fragte der Fuchs.

"Ja, natürlich. Ich möchte in die Schule gehen und fleißig lernen."

"Schau mich an, durch die alberne Lust zu lernen, habe ich ein Bein verloren", sagte der Fuchs.

"Schau mich an, durch die alberne Lust zu lernen habe ich mein Augenlicht verloren", sagte der Kater.

In diesem Augenblick ließ ein weiße Amsel, die auf der Hecke saß, ihre Stimme erklingen: "Pinocchio, höre nicht auf den Rat dieser schlimmen Freunde, du wirst es bitter bereuen!"

Da machte der Kater einen großen Satz, stürzte sich auf die Amsel und verschlang sie mit Haut und Federn. Nachdem er fertig war, schloss er wieder seine Augen und spielte den Blinden.

"Die arme Amsel, warum hast du das gemacht?", fragte Pinocchio.

"Es soll ihr eine Lehre sein, sich in die Gespräche anderer einzumischen."

Der Fuchs lenkte die Unterhaltung geschickt auf ein anderes Thema. Er erzählte Pinocchio vom Land der Einfaltspinsel. Er versprach ihm, dass aus seinen fünf Goldmünzen über Nacht zweitausend werden können. In diesem Land, so erklärte er, gab es ein gesegnetes Feld. Wer sein Geld dort vergräbt, es mit zwei Eimern Wasser begießt und eine Prise Salz darauf streut, der findet am nächsten Tag ein Bäumchen voll mit Goldstücken.

Pinocchio, der erst fest entschlossen war, zu Geppetto nach Hause zu gehen, wurde immer unschlüssiger. Zweitausend Goldstücke in einer Nacht. Was könnte er von diesem Geld alles für Geppetto kaufen. Also rief er:

"Oh, wie schön. Wenn ich meine Goldstücke geerntet habe, werde ich euch einen Anteil schenken."

"Uns etwas schenken!", rief der Fuchs und tat ganz beleidigt. "Gott bewahre!"

"Gott bewahre!", wiederholte der Kater, wie es seine Art war.





Die Geschichten von PINOCCHIO von Carlo Collodi (1826-1890) wurde von Gabi Müller für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von Carlo Chiostri (1863-1890) hergestellt.

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