LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Wie Till dreimal getauft wurde

Sicher hat ein jeder von euch schon einmal von einem Mann namens Till Eulenspiegel gehört. Das war ein rechter Spaßmacher und hatte sehr viel Freude daran, immer und überall seinen Mitmenschen einen Streich zu spielen.

Meist nutze er deren eigene Dummheit aus, auch wenn diese das nicht wirklich wahrhaben wollten. Geboren wurde Till Eulenspiegel vor 600 Jahren in einem kleinen Örtchen, das Kneitlingen hieß.

Und wie es schon damals Tradition war, sollte der kleine Junge getauft werden. Da es aber in dem kleinen Dorf keine Kirche gab, musste die ganze Taufgesellschaft nebst Hebamme in das Nachbardorf ziehen.

Dort hielt Pfarrer Pfaffenmeyer den Jungen über das Taufbecken und alle hatten ihre Freude an der schönen Feier. Und weil zu einer richtigen Taufe auch ein paar gesellige Stunden gehören, lud Tills Vater die ganze Gesellschaft in die nächste Gastwirtschaft ein.

Dort wurde gut gegessen und das ein oder andere Bierchen getrunken. Besonders gut schmeckte dieses Getränk der Hebamme, die Till die ganze Zeit auf dem Arm trug, weil doch seine Mutter krank geworden war.

Doch jedes Fest hat irgendwann einmal ein Ende, und so machte sich auch Tills Taufgesellschaft auf den Heimweg nach Kneitlingen. Die Strecke führte über einen kleinen Bach, über den ein ziemlich wackeliger Steg führte. Wenn man aber einmal zu tief ins Glas geschaut hat, dann ist es nicht immer ganz einfach, einen Fuß richtig vor den anderen zu setzen.

So erging es also auch Tills Hebamme, die – wie ihr ja bereits gehört habt – dem Alkohol gut zugesprochen hatte. Sie verfehlte den Tritt und purzelte samt Baby, denn das war Till Eulenspiegel zu diesem Zeitpunkt noch, in den Bach. Man kann von Glück sagen, dass weiter nichts passierte, allerdings sah der Junge anschließend ziemlich durchnässt und schmutzig aus.

So musste er, als man Zuhause angekommen war, gleich noch einmal gebadet werden. So kam es, dass Till Eulenspiegel an diesem Tag dreimal getauft wurde. Als Pfarrer Pfaffenmeyer am nächsten Tag davon hörte, da zog er ein besorgtes Gesicht: „Was soll aus dem Jungen nur werden“, sagte er. „Dreimal getauft. Das ist einfach zu viel!“


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Diese Geschichte von TILL EULENSPIEGEL (erschienen 1510) wurde von Martina Meier für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von H. Stache, R. Hansche und R. Trache hergestellt.

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