LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Die Sache mit Henep und Senep

Till Eulenspiegel zog, nachdem er eines Tages seine Heimatstadt verlassen hatte, durch das Land. Er arbeitete mal hier, mal dort, denn auch ein echter Spaßmacher braucht Brot zum Leben.

Eines Tages kam er an eine Burg und erzählte, er sei ein Hofjunge. Der Junker stellte ihn sogleich ein und ritt mit ihm durch das kleine Reich, um ihm alles zu zeigen. Als sie an einem Hanffeld vorbei kamen, da sagte der Junker: „Junge, wenn du solch ein Feld siehst, dann setzte einen dicken Haufen hinein. Denn aus diesem Zeug, das bei uns Henep heißt, werden Stricke für Räuber gefertigt.“

Till nickte. Das konnte er sich gut merken, auch wenn er noch nie einen so seltsamen Begriff wie Henep gehört hatte.

Am nächsten Tag musste er dem Koch in der Küche helfen. Der Junker hatte viele Gäste geladen und es galt ein großes Mahl vorzubereiten. „Geh in den Keller und hole mir eine Schüssel voll Senf“, sagte der Koch. Und fügte noch schnell hinzu: „Nur damit du es weißt, bei uns heißt das Zeug Senep!“

Wieder nickte Till. Im Keller angekommen fielen Till Eulenspiegel wieder die Worte des Junkers ein. „Wenn du an Senep vorbeikommst, dann mache einen großen Haufen hinein!“

Und so tat Till Eulenspiegel wie ihm der Junker gesagt hatte. Er füllte dann den Senep in seine kleine Schüssel ab, zog seine Hose herunter und erledigte sein Geschäft. Anschließend brachte er den Senep in die Küche zurück, wo der Koch schon auf ihn gewartet hatte.

Dieser trug die Schüssel zu den Herrschaften herein. Alles schien in Ordnung. Doch nach wenigen Minuten war ein ohrenbetäubender Schrei zu hören.

„Koch, was servierst du uns da? Das soll Senf sein? Das ist Sch….“ Der Junker war mehr als wütend. Nun wurde Till in den Saal gerufen, in dem der Junker mit seinen Gästen zu Tisch saß.

„Probier das“, befahl ihm sein Dienstherr. Doch Till schüttelte nur den Kopf. „Ich esse das nicht“, sagte er. „Ich habe mein Geschäft darauf erledigt, so wie Ihr es mir befohlen habt.“

„Du Schalk, du Narr“, tönte es Till entgegen. Ich sprach von Henep und nicht von Senep.“ Doch Till Eulenspiegel hörte nicht mehr, was der Junker noch alles zu sagen hatte. Fluchtartig hatte er die Burg verlassen.





Diese Geschichte von TILL EULENSPIEGEL (erschienen 1510) wurde von Martina Meier für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von H. Stache, R. Hansche und R. Trache hergestellt.

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