LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Eine Sache für die Katz

Man kann es kaum glauben, aber die Schildbürger kannten nicht einmal Katzen. Und so kam es, dass die Mäuse längst die kleine Stadt Schilda erobert und sich in jedem Hause niedergelassen hatten, sogar beim Ochsenwirt.

Dort saß nun eines Tages ein fremder Wanderer in der Gaststube, der eine Katze bei sich hatte. Und weil nicht nur der Wanderer großen Hunger hatte, sondern auch die Samtpfote, hatte sie binnen kürzester Zeit bald zwei Dutzend Mäuse vertilgt.

Gleich überlegten die Schildbürger, welchen Nutzen sie von dem Tier haben könnten. Schließlich kauften sie den „Maushund“, wie sie die Katze fortan nannten, dem Wanderer für 100 Taler ab.

Der verschwand schleunigst aus der Stadt, doch gleich kam ihm ein Schildbürger hinterher gelaufen. „Was frisst der Maushund“, wollte er auf die Schnelle noch wissen. Und der Wanderer rief zurück: „Alles, nur keinen Speck!“

Doch der Schildbürger verstand etwas anderes, nämlich „Menschen und Vieh“.

Und so kam es, dass die Schildbürger ihren neuen vierbeinigen Mitbewohner ganz schnell wieder loswerden wollten. Denn wenn er erst einmal die Mäuse alle aufgefressen hätte, würde er sich sicherlich die Menschen schmecken lassen, so waren sie sich sicher.

„Wo ist der Maushund“, fragten sie deshalb aufgeregt durcheinander.

„Im Rathaus“, antwortete einer aus der Menge. Und weil alle so große Angst vor dem „Ungeheuer“ hatten, zündeten sie schnell das Rathaus an.

Denn es ist immer noch besser kein Rathaus mehr zu haben, als kein Leben mehr.

Doch die Katze war nicht dumm. Sie kletterte auf das Rathausdach und sprang von dort zum nächsten Gebäude über. Auch das steckten die Schildbürger nun an. Und so ging es weiter, bis schließlich alle Häuser in Schilda lichterloh brannten.

Die Katze fing man übrigens dennoch nicht, die hatte sich heimlich aus dem Staube gemacht.

Nur Schilda, das gab es von diesem Tage an nicht mehr.





Die wundersamen Geschichten der SCHILDBÜRGER von Karl Simrock (1802 - 1876) wurde von Martina Meier für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von Friedrich Wilhelm Gubitz (1786–1870) hergestellt.

Artikel versenden

Einfach Karte ausfüllen und per E-Mail an Freunde verschicken!

Dein Name:

Deine E-Mail:

Name des Empfängers:

E-Mail des Empfängers:

Deine Nachricht:



Artikel versenden

Sorry!
Beim Versenden ist leider ein Fehler aufgetreten:




Artikel versenden

Vielen Dank!
Deine Nachricht an wurde erfolgreich versendet. Wenn du möchtest, kannst du noch eine weitere Mail versenden:


Shop
Shop
Shop
Shop
Shop