LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Thor holt seinen Hammer

Thor war der Sohn des Göttervaters Odin. Sein besonderes Zeichen war, dass er stets einen Hammer in der rechten Hand trug, der, kaum hatte er ihn geworfen, immer wieder zu ihm zurückkehrte. Thor, den viele auch Donar nannten, war der Donnergott, der vor allen Dingen auf der Seite der Schwachen stand.

Nun geschah es aber, dass Thor eines Morgens bemerkte, dass ihm sein Hammer abhanden gekommen war. Er durchsuchte alle Räume seines Hauses, raufte sich wütend den Bart – aber er konnte ihn nicht finden.

Plötzlich tauchte Loki auf, jener listenreiche Gott, dem man nie trauen konnte, weil er mal auf der Seite der Götter, dann aber wieder auf der Seite der Riesen stand. Er konnte seine Schadenfreude Thor gegenüber kaum verbergen und sagte: „Sicher haben die Riesen deinen Hammer gestohlen!“ Und nach einer Weile setzte er gleichmütig nach: „Wenn du möchtest, dann werde ich ein paar Nachforschungen für dich anstellen.“ Das war Thor natürlich sehr recht.

So lieh sich der verschlagene Thor von Odins Frau Frigga das Federkostüm aus und flog nach Riesenheim, wo er schnell in Erfahrung brachte, dass der Riese Thrym, der König aller Unholde, Thors Hammer gestohlen habe. Das Problem sei nur, so hörte Loki, dass der Hammer acht Meilen unter den Erde verborgen sei.

Kaum hatte Loki all das erfahren, lachte der Riese Thrym schallend auf. Eine Bedingung habe er, dann würde er den Hammer herausgeben: „Die schöne Göttin Frigga muss meine Frau werden!“

Natürlich überbrachte Loki diese Botschaft sofort den Göttern. Als Frigga von der Bedingung hört, schrie sie entsetzt auf. Nun war guter Rat teuer, denn Asgard, das Reich der Götter wäre verloren, würde Thor seinen Hammer nicht zurück erhalten.

Die Götter überlegten land, was nun zu tun sei. Und schließlich ließ sich Thor durch Heimdall, den Gott des Frühlichts und Wächter des Himmels, dazu überreden, eine List anzuwenden. Als Braut verkleidet, in schönem Hochzeitsgewand, sollte er selbst statt Frigga nach Riesenland gehen, um seinen Hammer zu holen. Und der hinterlistige Loki bot sofort an, Thor zu begleiten – als seine Dienerin.

Tatsächlich ließ sich der Riese Thrym durch die List täuschen und empfing seine vermeintliche Braut mit Freude. Tief verschleiert war sie vor ihn getreten, niemand ahnte, dass sich Thor als Frau verkleidet hatte. Der Riese ließ sogleich ein großes Festmahl herrichten, bei dem den Gästen Ochsen und Met in Hülle und Fülle aufgetischt wurde.

Erstaunt allerdings waren die Riesen dann doch, als sie sahen, dass die Braut gleichen einen ganzen Ochsen und dazu acht Lachse verspeiste und noch drei Fässer Wein dazu trank. Solch einen Appetit hätten selbst die Riesen der Göttin nicht zugetraut.

„Acht Tage lang hat meine Herrin nicht gegessen und getrunken“, erklärte Loki als Dienerin verkleidet das ungewöhnliche Verhalten seiner Herrin. „Sie hat sich so sehr nach Euch, lieber Thrym, gesehnt.“

Das hörte der Riese natürlich sehr gerne. Nun lüftete er mit ungeschickten Fingern ein wenig den Schleier, den seine Braut trug. Da erschrak Thrym sehr, denn die Augen seiner Frau loderten wie Feuer.

Doch wieder war es Loki, der den Riesen beruhigen konnte: „Meine Herrin hat acht Tage lang kein Auge zugemacht. So sehr hat sie sich darauf gefreut, die Gemahlin des Riesen Thrym zu werden.“

Nun fühlte sich der Riese gleich noch mehr geschmeichelt und befahl seinen Untergebenen: „Holt nun den Hammer des mächtigen Thor!“

Thrym legte seiner Braut den Hammer in den Schoß. Und die freute sich natürlich umso mehr, denn immerhin war sie Thor – und der nun wieder im Besitz seines Hammers. Sogleich ergriff er ihn und schleuderte ihn voller Wut auf den Riesen Thrym. Der starb auf der Stelle. Nun aber gab es kein Halten mehr und Mjölnir, so der Name des Hammers, tat sein Werk und vernichtete die ganze Familie Thryms.

Der Himmel donnerte und lachte zugleich, als Thor und Loki vom rauen Riesenheim zurück nach Asgard, dem Reich der Götter, kehrten. Die List war geglückt.





Die DEUTSCHEN SAGEN wurden von Martina Meier für den Lesekorb nacherzählt.

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