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Wenn das Haustier gestorben ist

Ich mag mein Tier und mein Tier mag mich – davon sind Kinder, die ein Haustier haben, überzeugt.

Egal ob Hund oder Katze, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Schildkröte oder Wellensittich – ein Haustier ist mehr als nur ein Hobby oder eine Abwechslung. Für viele ist das Haustier der allerbeste Freund: Es ist immer da, wenn man nicht allein sein möchte, aber gerade keine Lust auf die Eltern, Geschwister oder Freunde hat. Ein Haustier hört immer zu, es widerspricht nicht. Im Gegenteil: manche glauben sogar, das Haustier könne ihre Gefühle "verstehen".

Bei seinem Haustier fühlt man sich geborgen: es tut gut, wenn man über das seidig-weiche Fell seines Hundes oder seiner Katze streicht und spürt, wie das Tier die Berührung genießt. Je länger ein Haustier in der Familie ist, je mehr man sich darum kümmert, desto mehr fühlt man sich mit ihm verbunden. Manche Haustiere sind fast ein Teil der Familie.

Doch was ist, wenn das Haustier krank wird? Was, wenn es von einem Auto angefahren und verletzt wird?

Jedes Lebewesen stirbt eines Tages – das weiß jeder. Trotzdem ist es schlimm, wenn das Leben eines Tieres, dem man sich so sehr verbunden fühlt, zu Ende geht.

Bei manchen Tieren kommt der Tod unerwartet – eines Tages liegt der Wellensittich tot auf dem Boden des Käfigs. Bei Tieren, die schwer krank oder sehr alt sind, wird mit der Zeit klar, dass sie nicht mehr lange leben.

Wie ist es, wenn das geliebte Tier eines Tages stirbt?

carlotta [M 12]

Hallo alle Tierfreunde,
bestimmt haben ein paar das schon selber erlebt, nämlich, dass ein Haustier stirbt. Das ist mir auch passiert, aber wie es passiert ist, das war sehr, sehr schlimm. Es war so: Meine liebe Möwe, mein ganz, ganz liebes Kaninchen, ist nicht einfach so gestorben. Ich bin daran schuld, ich bin nämlich aus Versehen auf sie draufgetreten. Es ist am Wochenende passiert, mein Vater war zu Hause und hat gleich ein Loch in unserem Garten gegraben. Ich habe zugeschaut und ihr die ganze Zeit den Rücken gestreichelt. Sie war noch warm, als ich sie in ihr Grab legte, ich wollte sie ganz schnell begraben. Danach habe ich tagelang geweint. Das Ganze ist jetzt fast vier Wochen her. Manchmal weine ich immer noch. Aber das Schlimmste habe ich jetzt hinter mir. Wenn ich jetzt an meine kleine Möwe denke, habe ich fast immer ein richtig schönes Gefühl dabei, das tut richtig gut. Meine Möwe war ja sooo süß. Wenn ich sie gerufen habe, ist sie immer gleich zu mir gehoppelt. Inzwischen haben mir meine Eltern wieder ein Kaninchen gekauft, Robbi. Das ist wirklich ein Glück. Wenn ich ihn nicht bekommen hätte, wäre ich bestimmt noch sehr traurig. Wenn euch auch mal so was passiert, dass euer Haustier stirbt, dann kann ich euch sagen, am Anfang ist es schlimm, der Horror. Aber nach einer Weile wird es besser, man denkt dann immer mehr nur an das Schöne und wie lustig und nett es war. Bestimmt geht´s eurem Haustier gut dort, wo es jetzt ist.

Es ist immer schlimm, wenn ein Haustier stirbt. Manche Kinder fühlen im ersten Moment gar nichts, wenn sie erfahren, dass ihr Haustier tot oder so krank ist, dass es eingeschläfert werden soll, um ihm weitere Schmerzen zu ersparen. Doch es kann auch passieren, dass auf einmal unendlich viel Gedanken im Kopf herumsurren: Warum ist es passiert? Hätte man dem Tier helfen können, wenn man früher zum Arzt gegangen wäre? Wie schön war es, als es noch gesund war und man mit ihm spielen konnte!

Manche haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie daran denken, dass sie sich nicht immer um ihr Haustier gekümmert, ihm hin und wieder vielleicht sogar wehgetan haben.

Nach einer Weile wollen die meisten Kinder mit anderen darüber sprechen. Doch nicht jeder versteht, wie es ist, wenn man seinen Tier-Freund verloren hat. Manche kleinere Geschwister glauben sogar, das Tier würde nach einer Weile wieder lebendig werden – sie wissen noch nicht, dass der Tod endgültig ist. Doch auch viele Gleichaltrige verstehen nicht wirklich, wie es ist, wenn das Haustier tot ist.

piratin [M 12]

Hallo!
Gestern ist meine Schildkröte gestorben, seitdem bin ich sehr, sehr traurig. Heute habe ich es meinen Freunden in der Schule erzählt. Ich hatte, als ich sie so tot daliegen sah, fast Angst bekommen – das habe ich auch erwähnt. Als ich das mit der Angst erzählt hatte, haben alle zu lachen angefangen. Sie haben sich richtig darüber lustig gemacht, dass Penny (meine Schildkröte) tot ist. Ich bin sehr verärgert darüber, dass sie mich damit hänseln. Die berührt das Ganze überhaupt nicht! Vor einem Monat ist der Hund von meiner Freundin gestorben. Da waren sie alle ganz ruhig und haben überhaupt nicht über Tiere gesprochen. Eine Woche später saß ich mit einer anderen Freundin beim Mittagessen, wir unterhielten uns gerade über meine Schildkröte. Da kam auf einmal meine Lehrerin und meinte, meine Freundin, die mit dem Hund, könnte es uns übel nehmen, wenn wir über Tiere reden. Ich bin wirklich stinksauer darüber, dass die Leute einen sooo großen Unterschied machen zwischen einem Hund und einer Schildkröte. Sind die Tiere denn nicht gleich viel wert?

Wichtig!

Ein Tier zu verlieren, mit dem man sich sehr verbunden gefühlt hat, ist ein einschneidendes Erlebnis. Für viele Kinder ist der Tod eines Haustiers die erste Begegnung mit dem Tod. Viele Kinder sind nicht nur traurig, sie bekommen auch Angst: Tut es dem Tier weh, wenn es stirbt? Lebt es nach dem Tod irgendwo weiter?

Sprich mit einem Erwachsenen oder einem guten Freund, dem dasselbe bereits passiert ist, über die Gedanken und Gefühle, die dir durch den Kopf gehen. Wie war es, als ihr Haustier gestorben ist?

Schreibe auf, was dich bewegt. Vielleicht hilft es dir, wenn du ein Bild von deinem Haustier malst oder ein Gedicht schreibst.

Frage nach, ob du dein Haustier in eurem Garten beerdigen kannst.

Mit der Zeit verblasst die Erinnerung an das geliebte Haustier ein wenig. Du brauchst deswegen keine Schuldgefühle zu haben. Vielleicht bist du jetzt bereit, dich um ein neues Tier zu kümmern.

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http://www.labbe.de/mellvil/index_kk.asp?themaid=11&titelid=209&datum=2019-09-19



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