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Mellvil - Mellvil, ein Kinderforum zum Klarkommen

Wie man seine Aufgaben in den Griff bekommt

Immer ist was zu tun, nie hat man seine Ruhe! Hausaufgaben erledigen, Zimmer in Ordnung bringen, Bücher der Bibliothek abgeben, frische Wäsche in den Schrank räumen… manchmal weiß man gar nicht, wo und wie man anfangen soll.

Zugleich fragt man sich, wozu man überhaupt aufräumen soll. Warum das Englisch-Lexikon in das Regal stellen, wo man doch genau weiß, dass man es morgen für die Hausaufgaben sowieso wieder braucht? Wieso die frische Wäsche im Schrank verstauen, wenn doch genau die Sachen, die man morgen oder übermorgen anziehen will, direkt obenauf liegen?

"Ordnung ist das halbe Leben", predigen viele Eltern und Lehrer. Zum Glück, so denken viele Kinder, gibt´s darauf eine treffende Antwort: "Wer aufräumt, der ist nur zu faul zum Suchen!"

Ist Suchen wirklich besser als Aufräumen?

appi [J 13]

Hallo,
zurzeit geht mir vieles auf den Wecker, am meisten aber nervt mich mein Zimmer. Ich weiß gar nicht, ob man dieses DRECKLOCH überhaupt noch Zimmer nennen kann. Da herrscht ein totales Chaos – der Abfallkorb läuft über, Papier überall auf dem Boden, jede Menge Bücher, CDs, Tassen mit Tee von vorvorgestern, einzelne Socken, dann die Stinke-Klamotten, die ich seit Tagen in die Dreckwäsche werfen wollte… Klar, ich muss aufräumen und saubermachen. Ihr sagt jetzt bestimmt: Ja, dann mach´s doch! Und jetzt kommt mein Problem: ICH SCHAFF ES NICHT! Jeden Abend, wenn ich ins Bett gehe, nehme ich mir vor: Morgen räumst du auf und machst endlich mal sauber. Ihr könnt es euch kaum vorstellen – am nächsten Tag passiert wieder nichts! Ich gehe dann einfach zu meiner Schwester ins Zimmer. Vielleicht brauch ich ´ne Putzfrau? Vorher müsste ich trotzdem mein Zimmer in Ordnung bringen. Bis ich das geschafft habe, ist die bestimmt schon in Rente! Sagt mal, wie kriegt ihr das mit dem Aufräumen hin? Habt ihr vielleicht ne Putze? ICH HASSE AUFRÄUMEN!

Aufräumen und saubermachen sind besonders nervige Jobs: Bücher hierhin, DVDs dorthin, CDs zuerst in die Hülle, dann ins Fach, alte Zettel in den Papierkorb, schmutzige Wäsche ins Bad, zum Schluss auch noch Staubsaugen – das ist mega-lästig! Noch unangenehmer ist es aber, wenn andere in den persönlichen Sachen herumkramen. Das kann ganz schön peinlich werden: welches Chaos-Kind weiß schon genau, was alles auf dem Fußboden herumliegt - vielleicht Spickzettel, Süßigkeiten oder der Liebesbrief, der vor ein paar Tagen irgendwie verschwunden ist? Den darf wirklich niemand lesen!

Doch es geht nicht nur ums Aufräumen. Viele Kinder bekommen ihre Dinge grundsätzlich nicht gebacken. Oft liegt es an der Zeiteinteilung: Wer seine Nachmittage mit der Clique verbringt, muss die Hausaufgaben am Abend erledigen. Mathe, Englisch, Geschichte… das kann dauern, stundenlang! Viele können sich am Abend nicht mehr gut konzentrieren. Hausaufgaben? Jetzt noch? "Nee!" Viele haben so spät keine Lust mehr auf Pauken und schreiben die Hausaufgaben am nächsten Tag von einem Kumpel oder einer Freundin ab. Doch das ist keine Lösung, das weiß jeder!

Was tun? Hier hilft nur eine klare Methode, mit der man seine Aufgaben organisiert und Schritt für Schritt erledigt!

Wie man sein Zeug auf die Reihe bringt, funktioniert am besten nach folgendem Schema:

1. Schaffe Ordnung.
2. Konzentriere dich auf das, was du dir vorgenommen hast.
3. Zieh die Sache von Anfang bis Ende durch.

"Schaffe Ordnung" heißt, dass man die Dinge, die man für bestimmte Aufgaben braucht, an einem festen Platz aufbewahrt: das Wörterbuch im Regal über dem Schreibtisch, die Stifte in der Dose, die Tintenpatronen in der Schublade.

"Konzentriere dich" meint, dass man sich voll und ganz einer Aufgabe widmet. Wenn Aufräumen angesagt ist, dann soll man nicht zwischendurch in einem Buch blättern oder mit der Freundin telefonieren.

"Zieh die Sache durch" bedeutet, dass man das, was man angefangen hat, zu Ende führt. Wer sich zum Beispiel zu Mittag Spaghetti gekocht hat, räumt nach dem Essen das Geschirr und Besteck in die Spülmaschine und wischt Herd und Tisch sauber ab.

Zugegeben - es ist nicht immer leicht, alles nacheinander konzentriert in Ruhe zu erledigen. Ablenkung gibt´s genug: im Hintergrund läuft der Fernseher, das Handy bimmelt und dann kommt auch noch der kleine Bruder und fragt, ob man ihm beim Papierflieger-Basteln helfen möchte!

Wenn es um die Hausaufgaben und ums Lernen geht, ist ein Platz, an dem man ungestört ist, absolut wichtig. Oft hilft es, wenn man ein Schild an die Tür hängt: "Bitte nicht stören!" Dass Fernseher und Handy dann ausgeschaltet sind, ist sowieso klar, oder?

Wichtig!

Unordnung im Zimmer, jede Menge Hausaufgaben, die Vorbereitung für die Prüfung… auch wenn das Chaos noch so groß ist – du schaffst es.

Referat bis Dienstag? Unmöglich! Sprich rechtzeitig mit deinem Lehrer, wenn du meinst, dass du für eine Aufgabe mehr Zeit brauchst.

Überlege dir, bevor du anfängst, wie du dir deine Aufgaben am besten einteilst. Was ist besonders, was weniger wichtig? Was machst du zuerst, was kommt dann…

Entwerfe einen genauen Aufgaben- und Zeitplan. Hänge ihn an die Zimmertür oder an die Pinwand. Setze dich nicht zu sehr unter Zeitdruck: je mehr du dir vornimmst, umso mehr Zeitpuffer brauchst du.

Gib dem "inneren Schweinehund" keine Chance! Fange einfach an und ziehe die Sache "in einem Rutsch" durch. Belohne dich hinterher, zum Beispiel mit deinem Lieblingssong.

Hake nacheinander die Aufgaben, die du erledigt hast, ab. Denke daran: Jeder Haken ist ein Sieg im Kampf gegen das Alltags-Chaos!

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