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Mellvil - Mellvil, ein Kinderforum zum Klarkommen

Was ist schön? Wer ist schön?

"Ich bin toll, ich sehe gut aus!" Kaum jemand denkt so über sich. Die meisten Jungen und Mädchen sind mit sich nicht zufrieden. Nicht mit der Art, wie sie sind, und auch nicht mit ihrem Aussehen.

Vor allem Mädchen haben das Gefühl, sie wären zu dick. Mit ungefähr 13 Jahren sind viele von ihnen etwas runder, und zwar hauptsächlich um die Hüften und am Po. Und das muss auch so sein! Erst wenn der Körper eines Mädchens einen Fettanteil von etwa 20 Prozent hat, kann es seine Periode bekommen.

Viele Jungen wären gern größer und muskulöser; Mädchen wünschen sich eine schmale Taille und ein schmales Becken. Dafür soll der Busen umso üppiger sein. Das ist das aktuelle Schönheitsideal.

Doch das war nicht immer so. Was schön ist und was nicht, hat sich im Lauf der Zeit immer wieder geändert. Bis ins 18. Jahrhundert galt es als schick, dick zu sein. Nur wer genügend Geld hatte, konnte sich Essen kaufen. Folglich war Dicksein ein Zeichen dafür, dass man zur Oberschicht gehört. Abnehm-Diäten, so wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit knapp 100 Jahren.

Nach dem ersten Weltkrieg, in den 20er Jahren, veränderte sich die Gesellschaft. Die Frauen emanzipierten sich, sie konnten studieren und waren beruflich erfolgreich. Damit entstand ein neues Frauenbild: jetzt galt es als schick, schlank zu sein. Frauen ließen sich ihre Haare kurz schneiden, sie trugen erstmals Hosen, die Röcke wurden kürzer. Damals kamen Gewichtstabellen, Konfektionsgrößen und Frauenzeitschriften auf den Markt.

Nach dem zweiten Weltkrieg prägten Schauspielerinnen wie Marilyn Monroe oder Sophia Loren den Geschmack. Ein üppiger Busen, eine schmale Taille und ein knackig-runder Po waren jetzt modern. Nicht schlank, sondern "kurvig" galt als schön.

Ähnlich wie die 20-er Jahre waren die 60-er Jahre eine Zeit des Umbruchs. Mit der Anti-Baby-Pille konnten Frauen nun erstmals selbst entscheiden, ob und wie viele Kinder sie bekommen wollten. Sie hatten ihren Körper besser unter Kontrolle. Das kam auch in der Mode zum Ausdruck: weg mit dem BH, her mit dem Minirock! Mit ihrer übermäßig schlanken Figur sorgte das Fotomodell Twiggy für großes Aufsehen.

Und heute? Nicht nur Frauen und Mädchen eifern dem Schönheitsideal nach. Auch immer mehr Männer und Jungen wollen schön sein. Schön, schlank und fit zu sein gilt als ein Zeichen dafür, dass man erfolgreich ist.

Sind "schöne" Menschen wirklich erfolgreicher? Leider ja! Schöne Menschen sind beliebter. Gut aussehende Menschen gelten als erfolgreicher, intelligenter, glaubwürdiger, geselliger, kreativer und fleißiger.

Doch das heißt nicht, dass "schöne" Menschen automatisch immer und überall die Nase vorn haben. Wer gut aussieht, hat einen Bonus, eine Art Vorschuss. Doch der allein reicht nicht.

Schönheit ist auch eine Frage des Charakters: Ob man jemanden schön findet, hängt auch sehr stark mit seinen Eigenschaften zusammen. Intelligente Menschen, mit denen man sich gut unterhalten kann, Leute, die auch mal Spaß verstehen und einander helfen, gelten auch äußerlich als attraktiv.

sunflower [M 13]

Hallo!
Immer wieder schreiben Leute so Sachen wie "sei nicht so selbstkritisch" oder "du bist total in Ordnung, sei doch zufrieden", so was eben. Ich hasse das! Ihr, die ihr so was schreibt, seht wahrscheinlich toll aus, seid beliebt und habt alle eine Freundin oder einen Freund. Ihr könnt leicht schreiben: "Ist doch alles gut – du bist echt klasse!" Aber was ist mit denen, die z.B. ein riesiges Feuermal überm ganzen Gesicht haben?! Wie sollen die so, wie sie leider nun mal aussehen, mit sich klarkommen?

Wichtig!

Menschen wollen auf andere attraktiv wirken. Die Fixierung auf das Aussehen ist keine "Erfindung" unserer Zeit.

Das heutige Schönheitsideal heißt Schlankheit. Viele Menschen versuchen ständig abzunehmen. Essstörungen wie z.B. Bulimie oder Magersucht sind die Folge.

Erst seit wenigen Jahren können es sich viele Menschen leisten, ihr Aussehen mit Hilfe der plastischen Chirurgie dauerhaft zu verändern.

Schönheitsideale werden von den Medien "transportiert". Die Fotos makellos schöner Frauen und Männer in Mode-Magazinen sind retuschiert, d.h. nachbearbeitet. Und viele Models, die auf dem Laufsteg Mode präsentieren, sind magersüchtig.

Schön sein allein reicht nicht, um dauerhaft erfolgreich zu sein. In Beziehungen spielt der Charakter eine große Rolle. In der Schule und im Beruf kommt es darüber hinaus besonders auf die Leistung an.

Viele Menschen sind mit sich zu kritisch. Sie eifern Vorbildern aus Magazinen nach, die in Wirklichkeit nicht so gut aussehen wie auf den Bildern.

Was kann man tun, um auf andere attraktiv zu wirken? Körperpflege ist wichtig: Haare waschen, duschen, frische, gut sitzende Klamotten. Suche dir eine Frisur, die zu deinem Typ passt. Schminke dich nicht zu auffällig, kleide dich nicht überbetont modisch. Sei einfach wie du bist!

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