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Angststörungen

Angst, auch die Angst vor harmlosen Tieren und eigentlich ungefährlichen Situationen, ist nicht schlimm, solange sie nicht überhand nimmt und das Leben bestimmt. Wenn es darum geht zu entscheiden, ob jemand krankhaft ängstlich ist, sind mehrere Aspekte zu beachten: Es kommt auf die Stärke der Angst an, die man erlebt, wie häufig sie auftritt und wie stark man darunter leidet. Fachleute unterscheiden zwischen fünf Angststörungen: Agoraphobie, spezifischer Phobie, sozialer Phobie, Panikstörung und der Generalisierten Angststörung. Nicht nur Erwachsene können unter einer Angststörung leiden, auch Kinder und Jugendliche sind davon betroffen: Man schätzt, dass in Deutschland fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter Angststörungen leiden.

Agoraphobie, häufig auch Platzangst genannt, ist die Angst vor großen Menschenmengen: Wer darunter leidet, fährt z.B. nicht gerne U-Bahn oder Bus und meiden Kaufhäuser. Die Angst kann soweit gehen, dass sich Menschen nicht mehr aus dem Haus trauen. Diese Angststörung beginnt bei jungen Erwachsenen.

Soziale Phobie bezeichnet eine übergroße Angst vor anderen Menschen. Diese Angst ist sehr viel stärker als Schüchternheit. Wer unter einer sozialen Phobie leidet, hat ständig Angst im Umgang mit anderen Menschen. Er fürchtet, schwach, dumm und lächerlich zu wirken und zieht sich immer mehr zurück. Eine soziale Phobie beginnt fast immer in der Pubertät, also in einer Lebensphase, in der man ohnehin sehr unsicher ist.

Panikstörung ist eine Form der Angst, die ohne erkennbaren Anlass über einen Menschen hereinbricht. Panikattacken können so stark sein, dass man dabei Todesangst bekommt. Mehr als zehn von hundert Menschen erleidet mindestens einmal im Leben eine Panikattacke. Wer häufiger Panikattacken erleidet, hat ständig Angst, durch eine erneute Attacke die Kontrolle über sich zu verlieren.

Generalisierte Angststörung ist eine Form von extremer Ängstlichkeit. Wer darunter leidet, macht sich über alles und jegliches ständig Sorgen. Negative Gedanken bestimmen den ganzen Tag, so dass man abends oft nicht mehr einschlafen kann.

Wie man seine Angststörung loswerden kann
Keine Angst vor der Angst: „Normale“ Ängste und auch Ängste, die so stark sind, dass man sie als Angststörung bezeichnet, kann man behandeln. Manchmal hilft es schon ein wenig, wenn man sich bewusst wird, dass man mit seinen Ängsten nicht allein ist. Je nachdem, wie stark die Angst ist, kann man versuchen, mit einer geeigneten Strategie selbst davon loszukommen. Wenig Stress, realistische Ziele und eine grundsätzlich positive Lebenseinstellung helfen, Angst besser zu bewältigen. Wie seine Angst loswerden? Sprich mit einem Erwachsenen, dem du vertraust, oder mit einem Arzt. Es gibt verschiedene Therapien, die helfen, seine Ängste unter Kontrolle zu bekommen.

Richtig reagieren bei einem Angstanfall

  • Atme tief durch und versuche dich zu entspannen. Schließe dabei die Augen, atme kurz durch die Nase ein, wobei du den Mund geschlossen hältst, und atme anschließend lange durch die Nase aus. Versuche die ausströmende Luft durch die Nase zu spüren.
  • Konzentriere dich auf das, was um dich herum passiert.

  • Denke nur an das, was im Moment geschieht – was in der Zukunft passieren könnte, ist jetzt nicht wichtig.

  • Halte durch, weiche der Angst nicht aus. Denke daran: Spätestens nach 30 Minuten ist die Angst von selbst verschwunden.

  • Angstanfall überstanden? Dann mache mit dem, was du vor dem Anfall getan hast, weiter.

  • Nicht die Angst selbst ist gefährlich. Was Angst-Betroffene in Gefahr bringen kann, ist, wie sie auf ihre Angst reagieren.

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