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Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

Internet-Mobbing

Mobbing passiert überall: auf dem Schulhof, auf dem Weg zur Schule und von der Schule nach Hause, in der Freizeit. Wenn gemobbt wird, stehen Opfer und Täter sich nicht immer direkt gegenüber. Immer öfter wird in der Freizeit auf elektronischem Weg gemobbt - mit dem Handy per SMS und mit dem Internet per E-Mail.

Handy und Internet bieten fast unbegrenzte Möglichkeiten, um im Verborgenen, das heißt unerkannt andere unter Druck zu setzen und zu erniedrigen - kurz: zu mobben.

Mobbing-Botschaften per SMS und E-Mail sind eine Form psychischer Gewalt, bei der der oder die Täter meistens anonym bleiben. Diese Form des Mobbings kann für die Opfer noch verletzender sein als Mobbing, bei dem sich Täter und Opfer gegenüberstehen. Warum?

Mobbing-Täter, die unerkannt gegen ihr Opfer hetzen, mit falschen (Liebes-)Botschaften in die Irre führen und auf diese Weise lächerlich machen, gehen oft völlig hemmungslos ihren Aggressionen nach. Sie fühlen sich sicher, weil sie glauben, dass sie für ihre Bosheiten nicht einstehen müssen. Dazu kommt, dass das Opfer nicht präsent ist. So kann es passieren, dass sich die Täter, die nicht sehen, wie sehr ihr Opfer leidet, in ihre Gemeinheiten hineinsteigern und sich immer mehr fiese Tricks ausdenken.

Es sind nicht nur Einzelne, die Mobbing-Botschaften per SMS oder E-Mail verschicken. Oft versammelt sich eine Clique am Rechner und verschickt unter einer neuen E-Mail-Adresse beleidigende oder irreführende Nachrichten. Oder bombardiert ihr Opfer mit SMS-Botschaften.

Mobbing per SMS oder E-Mail ist überwiegend unter Mädchen verbreitet. Sie sind Täter und Opfer. Opfer des E-Mail- und Handy-Mobbings fühlen sich ihren Peinigern noch wehrloser ausgeliefert als Opfer, die direkt bedroht werden. Warum?

Wer von SMS-Botschaften oder E-Mails verfolgt wird, ahnt oft, wer dahinter stecken könnte. Häufig ist Internet-Mobbing nur eine weitere Variante des Mobbings, dem das Opfer direkt, zum Beispiel auf dem Schulhof, ausgesetzt ist. Dann kennt das Opfer die Täter. Trotzdem ist es nicht einfach, sie zu überführen.

Häufig wissen Mobbing-Opfer nicht, wer sich hinter den anonymen Boshaftigkeiten verbirgt - ist es die Banknachbarin, der Typ in der Reihe weiter hinten oder die Freundin, mit der man vor einigen Wochen einen heftigen Streit hatte? Die Ungewissheit, wer hinter den Angriffen steckt, kann Kinder und Jugendliche völlig aus der Fassung bringen; viele ziehen sich völlig zurück und werden depressiv.

pinky [M 14]

Hallo!
Vor einem Jahr habe ich nicht gewusst, was Mobbing ist. Jetzt habe ich es erlebt. Es war der Horror. Es war so: Ich war immer ganz gut in der Schule, hatte auch Spaß am Lernen. Dann haben sich ein paar in meiner Klasse zu einer Clique zusammengetan. Die waren eher schlecht in der Schule, die haben immer weniger für die Schule getan. Die fanden die Leute doof, die sich melden und gute Noten haben. Das war klar. Irgendwann hat es angefangen, dass ich mehrmals am Tag bescheuerte SMS gekriegt habe. Die sind dann mit der Zeit immer gemeiner geworden. Dann kamen auch fiese E-Mails – ich würde mit meinen Lehrern ins Bett gehen. So ein gemeiner Wahnsinns-Schwachsinn stand da drin! Mir war schon klar, wer das gemacht hat. Aber was sollte ich machen? Nach ein paar Wochen war ich völlig fertig und bin dann auch schlechter geworden in der Schule. Ich bin von der Schule jetzt runter. In meiner neuen Schule habe ich niemandem erzählt, wie es bei meiner alten Schule war. Ich habe solche Angst, dass mir wieder mal so was passiert. Man weiß ja nie!

Wichtig!

Wie kann man sich wehren? Sprich mit deinem Lehrer, wenn du boshafte oder irreführende SMS-Botschaften oder E-Mails erhältst. Jedes Kind hat ein Recht darauf, in einer Umgebung, die ihm Sicherheit und vielfältige Entwicklungschancen bietet, groß zu werden.

Wie kann man sich vor Mobbing im Netz oder übers Handy schützen? Gebe deine Handy-Nummer und deine E-Mail-Adresse nur an Leute weiter, denen du absolut vertraust. Bitte sie, deine Handynummer und E-Mail-Adresse nicht an Dritte weiterzuleiten.

Stelle keine Fotos von dir ins Internet. Schon gar nicht solche, in denen du im Bikini, im Badeanzug, mit Badehose oder nackt zu sehen bist.

Gib keine privaten Fotos von dir weiter, auch nicht an den Jungen oder das Mädchen, mit dem du zusammen bist.

Lasse dich nicht von anderen fotografieren. Keinesfalls nackt oder in Badekleidung.

Setze einen Streit nie per E-Mail oder SMS fort. Trefft euch und sprecht direkt miteinander. Telefonieren ist auch okay.

Wie kann man sich wehren? Sprich mit deinem Lehrer oder einem Erwachsenen, dem du vertraust, wenn du boshafte oder irreführende SMS-Botschaften oder E-Mails erhältst.

Wechsle den Handy-Anbieter und lasse dir eine andere Handy-Nummer geben.

Wechsele deine E-Mail-Adresse und lasse die alte E-Mail-Adresse löschen.

Höre sofort auf, wenn du Klassenkameraden oder Ex-Freunde und –Freundinnen per SMS oder E-Mail „aus Spaß“ verfolgst. Stelle dir vor, wie es dir gehen würde, wenn du solche Botschaften erhalten würdest!

Untersuchungen aus anderen Ländern zeigen, dass Internet-Mobber oft selbst per Internet oder Handy gemobbt werden. Das heißt: Wenn du auf elektronischem Weg mobbst, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass auch du bald zu den Gemobbten gehörst!

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