LABBÉ Verlag
Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

Weinen, flennen, heulen, die Tränen laufen lassen…

"Wer wird denn gleich weinen, so schlimm ist das doch gar nicht…" oder "ein Indianer kennt keinen Schmerz"... Wenn es nach der Meinung vieler Erwachsener ginge, dürften Kinder fast nie weinen. Jungen schon gar nicht. Außer, sie haben sich verletzt oder sind krank.

Doch nicht nur Arme und Beine, Kopf und Bauch können wehtun. Oft ist es genauso schlimm, wenn man von anderen enttäuscht wird. Dann fühlt man sich auf einmal ganz schlapp, man kann nicht mehr, man weint und will in den Arm genommen werden.

elefant [J 12]

Hallo!
Viele, die ich kenne, wollen auf keinen Fall weinen, die schämen sich richtig deswegen. Warum, das ist doch nicht schlimm, wenn man weint. Alle weinen mal oder haben schon mal wegen irgendetwas geweint.

Über kleine Kinder, die immer wieder schreien und weinen, regt sich niemand groß auf. Doch je älter man wird, umso mehr hat man das Gefühl, dass Tränen kindisch, ein Zeichen von Schwäche sind.

Schluss mit dem Weinen und Heulen, denken sich viele Kinder. Muss man sich wirklich schämen, wenn man weint? Sollte man nur heimlich weinen, wenn es niemand mitkriegt?

Manche Menschen weinen sehr selten. Manche aber, so sagt man, haben "nah am Wasser gebaut". Sie weinen viel häufiger als andere. Egal, ob sie sich ärgern, freuen oder Angst haben. Doch warum weint man überhaupt? Tiere weinen doch auch nicht!

Weinen hat viel mit Gefühlen zu tun. Wut, Trauer, Enttäuschung – wenn zu viele Gefühle in einem brodeln oder wenn man von einem Gefühl wie Heimweh geradezu überwältigt wird, steht man unter Stress. In solchen Momenten sendet das Gehirn über einen Botenstoff ein Signal an die Tränendrüse. Die Hornhaut wird mit Tränenflüssigkeit umspült, man fängt an zu schniefen, dicke Tropfen kullern die Backe herunter.

S.O.S. [J 12]

Hey ihr alle!
Ich hab ein Problem, ein ziemlich großes Problem. Ich streite ziemlich oft mit meinen Eltern. Nachher fühle ich mich fast immer ziemlich elend. Da wäre es schön, wenn einer käme und mich trösten würde, aber da kommt keiner. Wenn man noch klein ist, da wird man immer getröstet. Ich will, dass das auch jetzt noch so ist. Oft weine ich, bis ich endlich einschlafe. Kennt ihr das auch? Wie ist es bei euch, wie kommt ihr damit klar? Schreibt mir, ganz schnell, bitte!

Wenn man langsam erwachsen wird, erlebt man Gefühle plötzlich sehr intensiv. 

Kiri [M 11]

Hi boys & girls,
im Moment weiß ich gar nicht, was mit mir los ist, ich bin tooootal happy heute. Manchmal, da könnte ich fast flennen, so irrsinnig glücklich bin ich. Es ist ein so supertolles Gefühl, das haut mich echt um, was soll ich machen? Mir passiert das öfter einfach so, ich weiß oft nicht, warum. Ich könnte fast ausflippen vor lauter Glück.

Nichts ist schöner, als wenn man vor Glück abheben könnte. Doch wie lange dauert dieses tolle Gefühl? Was kommt nachher? Gerade noch war alles o.k. und supertoll, wenige Stunden später ist das ganze Leben nur noch Mist – so geht es vielen. Heute so, morgen so. Warum nur?

Schuld an den starken Stimmungsschwankungen sind die Hormone. In der Pubertät schüttet der Körper verstärkt geschlechtstypische Hormone aus. Doch sie steuern nicht nur die körperliche Entwicklung. Die Umstellungen im Hormonhaushalt führen dazu, dass man häufig mit sich selbst nicht so richtig klarkommt.

Manchmal reicht schon ein Wort in der falschen Tonlage, schon ist man stinksauer; wenig später ist alles wieder in Ordnung. Doch manchmal braucht es gar keinen Anlass, und man ist plötzlich wie verwandelt. Stimmungsschwankungen können einen ziemlich durcheinander bringen.

Wichtig!

Als Kinder weinen Jungen genauso oft wie Mädchen. Während der Pubertät entwickeln Mädchen einen 60 Prozent höheren Spiegel des Hormons Prolaktin als Jungen. Deshalb weinen sie öfter als Jungen.

Soll man weinen? Weinen ist ganz o.k. Es baut Stress ab, man fühlt sich nachher sehr erleichtert.

Erwachsene weinen seltener als Kinder und Jugendliche. Sie haben ihr Gefühlsleben meist besser im Griff. Vor allem Männer scheuen sich, in der Öffentlichkeit zu weinen.

Das Kino ist einer der wenigen Orte, an denen Erwachsene sich trauen, hemmungslos zu weinen. Auch deswegen sind gefühlsbetonte Filme so beliebt.

Nicht weinen, sich nichts anmerken lassen – das war nicht immer so. Bis Ende des 18. Jahrhunderts war es auch für Männer selbstverständlich, dass sie ihre Gefühle offen zeigen und weinen.

Dürfen Männer weinen? Heute ist das Weinen kein so großes Tabu mehr wie noch vor 50 Jahren: So manche Sportler und Politiker zum Beispiel, lassen bei besonders bewegenden Anlässen ihren Tränen freien Lauf.

Das Gefühl, dass man kein Kind mehr ist, aber auch noch lange nicht erwachsen, macht viele Kinder ein wenig ratlos und oft auch traurig. Es ist ganz normal, dass man immer wieder einmal traurig ist und weint.

Wenn du aus deinem Stimmungstief nicht mehr herauskommst und immer häufiger weinst, wenn deine Traurigkeit immer schlimmer wird und du dich über nichts mehr freuen kannst, dann besteht die Gefahr, dass du an einer Depression erkrankt bist. Sprich mit einem Erwachsenen darüber, gehe zum Arzt!

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