LABBÉ Verlag
Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

Mit Minderwertigkeitsgefühlen umgehen

Manche Menschen werden rot, wenn man sie anspricht. Sie sind überrascht und aufgeregt, wenn man sie nach ihrer Meinung fragt und können es kaum fassen, dass sie jemand ernst nimmt… Wer sich so verhält, gilt als schüchtern. Typ Mauerblümchen, das still in der Ecke langsam, aber sicher versauert. Mauerblümchen und Langweiler mucken nie auf, sie sind unscheinbar und sind - aus der Sicht der anderen - total überflüssig.

Sind Mauerblümchen wirklich so fad? Was steckt hinter der Fassade des Langweilers? Natürlich gibt es Menschen, die "nur" schüchtern sind: Ihnen liegt nichts daran, im Mittelpunkt zu stehen. Es sind "stille Wasser", die mit sich und ihrer Welt im Reinen sind. Auffallen, die große Klappe führen - das ist nichts für sie. Doch von Natur aus sind nur wenige Menschen so zurückhaltend.

Bei den meisten, die sich ungewöhnlich ruhig verhalten, stecken Minderwertigkeitsgefühle dahinter. "Ich traue mich nicht. Wieso auch - ich schaffe es eh nicht. Ich bin nicht so toll wie die anderen. Was soll´s? Auf mich kommt es nicht an…" - wer so über sich denkt, steht sich selbst im Weg.

Woher kommen Minderwertigkeitsgefühle?
Niemand ist perfekt. Jeder Mensch hat Stärken, aber auch Schwächen. "Au Backe, nicht mal einen ordentlichen Handstand schaffe ich, wie peinlich! Dieses Turnen ist eine einzige Quälerei. Wenn ich könnte, würde ich mich für den Rest meiner Schulkarriere vom Sportunterricht befreien lassen!"

Es ist ganz normal, dass man Minderwertigkeitsgefühle bekommt, wenn mit den anderen nicht mithalten kann. Die meisten kommen mit diesen negativen Gefühlen zurecht, solange sie sich ihrer Stärken bewusst sind.

Gestern beim Turnen ausgelacht, heute die Fünf in Mathe, dann der doofe Kommentar von der Freundin, der Ärger zu Hause ist schon vorprogrammiert… Wenn sich über mehrere Wochen oder Monate Misserfolg an Misserfolg reiht, kann es leicht passieren, dass ein Kind eins Tages frustriert ein Fazit zieht: "Ich brauche mich gar nicht bemühen, es hat sowieso keinen Sinn."

Manche Kinder entwickeln Minderwertigkeitsgefühle, weil sie jahrelang von ihren Eltern und anderen Erwachsenen zu wenig gelobt und ermutigt werden. Wer kaum Beifall bekommt glaubt, dass die anderen, die Anerkennung erfahren, tatsächlich viel besser sind. Kein Lob, kein Selbstvertrauen. Mit der Zeit verkümmern viele von ihnen zu Mauerblümchen oder Langweilern.

Häufig sind die Mitschüler oder die Clique an den Minderwertigkeitsgefühlen schuld. Wer gehänselt, gemobbt oder aus der Clique ausgeschlossen wird, fühlt sich an den Rand gedrängt. "Ich bin nicht so gut wie…, die mögen mich nicht, weil…" - wer keinen Anschluss findet, sucht oft auch noch bei sich die Schuld und gerät dadurch noch tiefer in die Krise.

Was kann man gegen Minderwertigkeitsgefühle tun?
"Ich schaffe das! Jetzt erst recht…" Manche versuchen, gerade auf dem Gebiet, auf dem sie anderen unterlegen sind, besonders gut zu sein. Dafür braucht man eine Menge Energie, Geduld und auch Selbstvertrauen.

"Ich mache etwas ganz anderes…" Die meisten, die von Minderwertigkeitsgefühlen geplagt werden, versuchen, sich auf einem anderen Gebiet hervorzutun. So beweist man sich und den anderen, dass man durchaus etwas kann und stärkt sein Selbstbewusstsein.

"Pah, was wollt ihr denn, ihr habt ja gar keine Ahnung…" Wer es nicht schafft, seine Schwäche in eine Stärke umzumünzen und auch keine andere Begabung in sich entdeckt, fühlt sich erst recht minderwertig. Was tun? Viele versuchen, ihre Unterlegenheit zu überspielen: sie sind trotzig, rechthaberisch, eigensinnig und prahlen gern - echte Angeber und Aufschneider eben! Dabei ist das alles nur ein Bluff, eine Täuschung, die wie ein Kartenhaus zusammenbrechen kann, wenn andere einen Blick hinter die Fassade werfen.

Wichtig!

Reden die anderen schlecht über dich? Versuche herauszufinden, warum du eine schlechte Meinung von dir hast. Fühlst du dich zu Hause benachteiligt? Wenn du die Ursache deiner Minderwertigkeitsgefühle kennst, kannst du besser damit umgehen.

Stehe zu deinen Schwächen und arbeite daran. Drücke dich nicht vor dem Sportunterricht, auch wenn du noch so unsportlich bist.

Vergleiche dich nicht ständig mit anderen. Das Leben ist kein Wettbewerb, in dem nur die schönsten und schlauesten Typen gewinnen. Vor allem auf den Charakter - deine Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und dein Engagement - kommt es an.

Sei so, wie du bist, verstelle dich nicht. Spiele nicht den smarten, erfolgreichen Supertypen, wenn du das Gefühl hast, dass du kaum mit den anderen mithalten kannst.

Sei nett zu dir, gehe mit dir wie mit deinem besten Freund um. Nur wenn du ehrlich zu dir bist und dich so annimmst, wie du bist, wirkst du authentisch, das heißt echt.

Denke jeden Abend an drei Dinge, die dir an diesem Tag gut gelungen oder viel Freude gemacht haben.

Zu dick, zu dünn, zu großer oder zu kleiner Busen? Akzeptiere deinen Körper, so wie er sich entwickelt. Auch Pickel verschwinden nach einiger Zeit…

Nicht jedes Kind wird von seinen Eltern optimal gefördert: Sei mit dir zufrieden und stolz auf das, was du in deiner Situation erreicht hast.

Resigniere nicht, wenn du Misserfolge hast. Denke an das, was du gut kannst und mache dir Mut. Schreibe Tagebuch und sprich mit jemandem, der es gut mit dir meint.

Setze dir realistische Ziele und nutze die Chancen, die sich dir bieten.

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