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Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

Bei einem Elternteil aufwachsen

Viele Eltern sind getrennt oder geschieden, manche haben nie zusammengewohnt. Und es gibt Familien, bei denen Vater oder Mutter gestorben ist. Deshalb leben viele Kinder nur mit einem Elternteil zusammen. Manche haben mehrere Geschwister, manche sind mit ihrer Mama oder ihrem Papa allein.

Allein? Nicht ganz! Omas und Opas, Onkel und Tanten, Cousins, Cousinen und Freunde kommen zu Besuch oder man fährt selbst zu ihnen. Bei manchen haben Vater oder Mutter einen neuen Partner gefunden. Doch er oder sie sind nur am Wochenende oder im Urlaub dabei. Der oder die "Neue" gehört nicht wirklich zur Familie. Mit Mama und Papa zusammenleben - die meisten Kinder sind fest davon überzeugt, dass dann alles bestimmt viel, viel schöner und besser für sie wäre.

juni-maus [M 10]

Hallo!
Gibt´s noch jemand außer mir, der nur bei seiner Mama lebt? Ich meine jemanden, der auch keine Geschwister und keinen Papa hat? Einmal habe ich ein Mädchen getroffen, der ging´s genauso. Aber dann habe ich gemerkt, dass sie doch einen Papa hat und dass sie jedes zweite Wochenende bei ihm ist. Ich komme mir so allein vor, so, als ob ich außen vor wäre. Wem geht´s genauso?

Viele Kinder, die nur mit einem Elternteil aufwachsen, haben das Gefühl, dass sie anders als die meisten anderen Kinder groß werden. Anders als die anderen? Bei den meisten beginnt es damit, dass sie mitbekommen, wie sich Vater und Mutter auseinander leben: die Eltern streiten, die Mutter heult und schreit, der Vater schimpft und schlägt die Tür hinter sich zu, tagelang sprechen sie kaum miteinander… Das über längere Zeit mitzuerleben, ist schlimm. Trotzdem sind die meisten Kinder traurig, wenn sich ihre Eltern getrennt haben und sie nun zwischen Mutter und Vater hin- und herpendeln müssen. Bei manchen Kindern überwiegt nach der Trennung das Gefühl der Erleichterung – endlich ist der Krach vorbei!

"Ach Kind, du bist mein Ein und Alles! Ich bin ja soooo froh, dass ich dich habe." Man kann viele schöne Momente erleben, wenn man seine Mama oder seinen Papa mit niemandem teilen muss, sondern ganz für sich allein hat. Viele allein Erziehende konzentrieren sich nach einer Trennung auf ihr Kind und ihre Arbeit. Doch das ist für Kinder nicht immer nur toll!

Was tun, wenn man sich mit Mama gestritten hat? Papa, der vermitteln könnte, ist nicht mehr hier! Was soll man machen, wenn man das Gefühl hat, dass Papa viel zu streng ist? Mama ist nie dabei; sie bekommt es nicht mit, wie der Vater wegen jeder Kleinigkeit schimpft, und kann deswegen kaum etwas dagegen unternehmen!

Was tun, wenn man meint, dass die Mutter, bei der man lebt, viel zu wenig Zeit hat? Klar, sie muss arbeiten und kommt deshalb erst spät am Nachmittag oder am Abend nach Hause. Doch was passiert, wenn sie endlich da ist? Sie ist abgehetzt und hungrig und will erst einmal etwas essen. Da ist oft kaum Gelegenheit, über alles Wichtige zu reden!

Janni [M 10]

Hallo ihr alle,
ich bin ganz schön traurig. Ich sehe meine Mama kaum mehr. Sie sagt immer, sie kommt kurz nach drei von der Arbeit, aber bis sie da ist, ist es meistens schon vier. Kurz nach sechs ist sie dann wieder weg, sie hat abends einen zweiten Job. Vor neun Uhr ist sie selten zu Hause. Ich würde meine Mama gern mehr sehen, ich mag sie nämlich wirklich gern.

Wichtig!

Immer mehr Kinder wachsen in Ein-Eltern-Familien auf. Sprich mit anderen Kindern, die in der gleichen Situation sind wie du. Frage sie, wie es ihnen dabei geht.

Egal, ob du wütend, traurig oder frustriert bist - stehe zu deinen Gefühlen: Niemand kann erwarten, dass du mit deinem Vater oder deiner Mutter immer glücklich bist.

Schreibe Tagebuch.

Versuche die Zeit, die du mit deiner Mutter oder deinem Vater verbringst, gut zu nutzen. Oft hilft es, wenn du abends beim Kochen mitmachst. Ihr könnt euch dabei gut unterhalten!

Schlage deinem Vater oder deiner Mutter vor, dass ihr regelmäßig am Wochenende etwas unternehmt, zum Beispiel einen Film im Kino anseht oder ins Fußballstadion geht. Mache selbst Vorschläge!

Teile dir die Zeit, die du allein verbringst, genau ein. Mache einen Plan, wann du was erledigst – Mittagessen, bei Mama oder Papa anrufen, spielen, Hausaufgaben, einkaufen usw. Dann ist die Zeit bis zum Abend nicht so lang!

Wenn du nicht gern allein bist, dann gehe in die Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung an deiner Schule.

Was tun in den Ferien? Wochenlang allein herumhängen muss nicht sein. Frage in der Schule nach dem Ferienprogramm deiner Stadt; auch viele Kirchengemeinden bieten Ferienlager an. Sprich mit deinen Freundinnen und Kumpels – vielleicht hat jemand Lust, sich dir bei der Ferienfahrt anzuschließen.

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