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Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

Scheidung tut weh

Vater, Mutter, Kind – nach einer Scheidung gehören sie nicht mehr wie früher zusammen. Wie erleben Kinder eine Scheidung? Fühlen sie sich – ähnlich wie viele Eltern – erleichtert, wenn der Streit zu Hause ein Ende hat und das Leben der Familie neu geregelt wurde?

Wie geht es Kindern vor, während und nach der Scheidung? Wie kommen kleine Kinder, wie kommen Jugendliche klar, wenn sich die Eltern scheiden lassen?

Vor der Scheidung sind die meisten Kinder verunsichert; sie verstehen nicht immer, worum es bei dem Streit zwischen den Eltern geht. Die ständige Anspannung zu Hause macht ihnen zu schaffen; jeden Abend, jedes Wochenende kann es wieder zu Zornausbrüchen, Geheule und Geschrei kommen. Kinder haben Angst davor, dass die Eltern sich trennen und scheiden lassen und sie haben Angst vor der Zukunft: Sie wissen nicht, was auf sie zukommt, wenn es zur Trennung und Scheidung kommen sollte.

Wie geht es Kindern, wenn ein Elternteil ausgezogen ist und die Scheidung eingereicht hat? "Kind, jetzt nicht, später. Habe ich nicht gesagt, dass ich heute zum Anwalt muss?" Wenn der "Scheidungskrieg" in Gang gekommen ist, fühlen viele Kinder sich von ihren Eltern vernachlässigt. Jetzt sind die Anwälte, die Vater und Mutter beauftragt haben, am Zug. Sie versuchen vor der Scheidung wichtige Fragen, wie zum Beispiel den Unterhalt, zu klären. In dieser Zeit sind die meisten Eltern sehr mit sich selbst beschäftigt. Kein Wunder – bei einer Scheidung wird das Lebensumfeld für alle neu geregelt. Häufig geht es um viel Geld: wer bekommt das Haus, wer übernimmt die Schulden, bei welchem Elternteil leben die Kinder, wie viel Unterhalt wird bezahlt…? Viele Regelungen, die bei der Scheidung getroffen werden, gelten nicht nur für die nächsten Wochen und Monate, sondern für viele Jahre.

Wie geht es Kindern nach der Scheidung? Auch wenn es schon lange absehbar war, dass die Eltern sich trennen – für die meisten ist es ein Schock. Mit der Scheidung ist es offiziell: Die Eltern sind getrennt, und zwar für immer. "Ich habe keine richtige Familie mehr." Das ist das Gefühl, mit dem viele Kinder nur schwer zurechtkommen.

"Ich wünsche mir so sehr, dass Papa wieder bei uns wohnt."

"Ich bin stinksauer, ich verstehe das alles nicht. Warum sind Mama und Papa nicht mehr zusammen? Die Eltern von meinem besten Freund sind nicht geschieden."

Kinder im Kindergartenalter vermissen den Elternteil, den sie nur zeitweise sehen, sehr. Sie träumen davon, dass ihre Eltern wieder zusammen sind. Manche weinen viel und können nur schwer einschlafen; manche sind besonders wild und werden leicht aggressiv. Es gibt aber auch Kinder, denen man auf den ersten Blick gar nichts anmerkt.

Mit sieben, acht Jahren verfolgen viele Kinder die Streitigkeiten der Eltern genau mit, auch wenn sie vieles, worum es in den Auseinandersetzungen geht, nicht verstehen. Viele Kinder fühlen sich hin- und hergerissen. Wer hat Recht, zu wem soll ich halten – Mama oder Papa? Viele Kinder weinen häufig, sie sind launisch und können sich nicht gut konzentrieren.

Ältere Kinder zwischen neun und zwölf Jahren sind oft wütend auf die Eltern. Den Freunden gegenüber sind sie cool und gelassen. Auch wenn sie nur wenig über die Scheidung sprechen – sie grübeln oft darüber; viele Kinder machen sich auch Sorgen und haben häufig Kopf- und Bauchschmerzen.

Jugendliche sehen ihre Eltern mit einer gewissen Distanz. Je älter sie sind, umso mehr können sie Vater und Mutter als eigenständige Persönlichkeiten begreifen. Ihnen wird leichter als ihren jüngeren Geschwistern klar, dass sich ihre Eltern nicht ihretwegen trennen. Dennoch sind auch sie traurig und zornig, wenn ihre Familie auseinander geht. Viele Jugendliche haben Angst davor, dass auch sie sich eines Tages als Erwachsene von ihrem Lebenspartner trennen und ihre Kinder dann in dieselbe schmerzvolle Situation geraten.

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