LABBÉ Verlag
Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

Streit mit der Stiefmutter, Zoff mit dem Stiefvater

Manche Kinder haben Glück: Ihr Vater oder ihre Mutter, mit der sie allein zusammenleben, findet einen neuen Lebenspartner. Schon beim ersten Treffen seid ihr euch sympathisch, bald mögt ihr euch richtig gern. Ihr zieht zusammen. Und schon nach wenigen Wochen kannst du dir dein Leben ohne Stiefmutter oder Stiefvater gar nicht mehr vorstellen.

Leider geht es nicht allen Kindern so, die mit einem Stiefelternteil aufwachsen.

Warum kommen viele Kinder mit ihrer Stiefmutter oder ihrem Stiefvater nicht klar?

Sie haben sich ihren Stiefvater und ihre Stiefmutter nicht ausgesucht. Warum sollten sie den oder die "Neue" nett finden und mögen – so denken viele Kinder am Anfang. In den meisten Stieffamilien dauert es eine ganze Weile, bis sich alle aneinander gewöhnt haben. Doch bis es soweit ist, kommt es immer wieder zum Streit.

Gründe gibt´s mehr als genug! "Du hast mir meine Mama, du hast mir meinen Papa weggenommen!" Viele Kinder sprechen diesen Vorwurf nicht laut aus, aber sie denken so. Wenn Vater oder Mutter einen neuen Lebenspartner haben, beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. Klar, dass die beiden jetzt viel Zeit miteinander verbringen, oft stundenlang quatschen und abends gern allein ausgehen. Kinder fühlen sich dabei oft außen vor.

Doch das ist nicht alles: Der oder die "Neue" ist immer da. Sie benutzen alles im Haus oder in der Wohnung ganz selbstverständlich mit. Dazu kommt, dass Vater oder Mutter nicht mehr so viel Zeit wie früher mit ihrem Kind oder ihren Kindern verbringen können und oft auch wollen. Kein Wunder also, dass sich viele Kinder in der neuen Familiensituation wie das fünfte Rad am Wagen vorkommen. Es kommt oft vor, dass sie auf den neuen Lebenspartner oder die Lebenspartnerin eifersüchtig werden.

Am Nachmittag mit den Freunden telefonieren oder mit dem Rad herumkurven – das war einmal. Jetzt muss man die Stiefmutter um Erlaubnis fragen. Viele Kinder fühlen sich zurückgesetzt, wenn sie nicht mehr so viele Freiheiten wie früher haben, als sie mit Vater oder Mutter allein gelebt hatten. Sie glauben, dass sich ihr Stiefvater oder ihre Stiefmutter in ihr Leben einmischt, sie kommen sich bevormundet und zurückgesetzt vor.

Manchmal zieht sich das Gefühl, dass man ungerecht behandelt wird, über Wochen und Monate hin. Dann reicht schon die sprichwörtliche Fliege an der Wand, und man geht glatt in die Luft: "Lass mich in Ruhe. Du hast mir nichts zu sagen, du bist nicht meine Mutter!"

Oft sind Kinder auch wütend auf den Vater oder die Mutter. Sie haben das Gefühl, dass sich der Elternteil, bei denen sie leben, von ihnen zurückzieht. Daran ist "natürlich" der oder die "Neue" schuld.

Wichtig!

Lege nicht jedes Wort, das dein Stiefvater oder deine Stiefmutter in den ersten Wochen zu dir sagt, auf die Goldwaage. Gib ihnen eine Chance, sich an dich und deine Familie zu gewöhnen.

Versucht gemeinsam, möglichst schnell zu einem festen Rhythmus zu finden. Wer ist wofür zuständig? Wer geht als erster ins Bad? Viele Konflikte entstehen erst gar nicht, wenn man sich abspricht und alle mithelfen.

Bleibe fair, wenn du mit deinem Stiefvater oder deiner Stiefmutter streitest. Mache keine Pauschalvorwürfe wie z.B. "Du bist total ungerecht, du magst mich nicht. Ich halte es mit dir nicht mehr aus!" Sage stattdessen klar und ruhig, was dich im Einzelnen stört.

Warte nicht, bis du vor Wut explodierst. Sprich mit deinem Vater oder deiner Mutter, wenn du das Gefühl hast, dass etwas in der neuen Familie grundsätzlich schief läuft.

Sprich mit deinem Vater oder deiner Mutter, wenn du dich zurückgesetzt fühlst. Vereinbart feste Termine, an denen ihr gemeinsam etwas unternehmt.

Was tun, wenn das Verhältnis zerrüttet ist und ihr euch nur noch anschreit? Lasst euch von einem Familientherapeuten helfen. Sie kennen solche Situationen und zeigen euch, wie ihr miteinander klarkommt.

Sprich mit deinem Vater oder deiner Mutter, wenn dein Stiefelternteil dir gegenüber Gewalt anwendet. Wenn das nichts hilft, dann sprich mit einem Erwachsenen, dem du vertraust, z.B. mit einem Lehrer. Er wird dir helfen, die nötigen Schritte zu unternehmen, damit du vor deinem Stiefelternteil sicher bist.

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