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Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

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Alkohol

Fast alle Erwachsenen tun es mehr oder weniger regelmäßig – sie trinken Alkohol. Alkohol hat Auswirkungen auf den ganzen Körper und auf das Gehirn. Wie stark der Alkohol wirkt, hängt sehr davon ab, wie viel man in einer bestimmten Zeit trinkt und welche Art alkoholischer Getränke man zu sich nimmt. In Deutschland gelten für den Konsum von Alkohol bestimmte gesetzliche Regeln:

In Deutschland dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keinen Alkohol kaufen und konsumieren und auch keine Lebensmittel, die Alkohol enthalten, verzehren. Ab 16 Jahren sind Bier, Wein und Sekt erlaubt. Hochprozentiges, d.h. Schnaps, dürfen Jugendliche und Erwachsene in der Öffentlichkeit erst ab 18 Jahren trinken.

Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist es dennoch nicht schwer, an alkoholische Getränke heranzukommen. Ob du Alkohol trinkst oder nicht, ist deshalb auch deine persönliche Entscheidung. Je mehr du über Alkohol und seine Wirkung Bescheid weißt, umso leichter wird sie dir fallen!

Was ist Alkohol?
Alkohol entsteht, wenn Getreide, Früchte oder Gemüse fermentiert werden. Bei der Fermentation wird mit Hilfe von Hefe oder Bakterien der Zucker in den Nahrungsmitteln – Getreide, Früchte oder Gemüse – in Alkohol umgewandelt. Mit Hilfe der Fermentation kann man sehr viel Nützliches herstellen, zum Beispiel Käse. Er kommt auch in Medikamenten vor. Alkohol wird ganz unterschiedlich angewandt: Alkohol reinigt, er ist ein Antiseptikum und wirkt beruhigend.

So gesehen, ist Alkohol ein sehr vielseitiges Naturprodukt. Warum müssen Kinder und Jugendliche besonders acht geben, wenn es um Alkohol geht? Alkohol geht ins Blut und wirkt auf das zentrale Nervensystem, d.h. das Gehirn und das Rückenmark. Das zentrale Nervensystem ist die Schaltstelle unseres Körpers, die alle Körperfunktionen steuert.

Wie wirkt Alkohol?
Alkohol ist ein Sedativ; er verlangsamt die Übermittlung von Reizen, häufig blockiert er die Aufnahme von Reizen sogar. Dadurch wird nicht nur das Auffassungsvermögen beeinflusst, sondern auch die Gefühle, die Wahrnehmungsfähigkeit, d.h. was und wie man sieht, sowie die Art, wie man sich bewegt.

Sich Mut antrinken – geht das? Ja. In kleinen Mengen kann Alkohol helfen, dass man weniger verkrampft und nicht so ängstlich ist. Doch je mehr Alkohol man zu sich nimmt, umso gravierender sind die Auswirkungen auf das Gehirn, das in eine Art Rauschzustand fällt:
Wer zu viel Alkohol konsumiert hat, dem kann es passieren, dass er beim Gehen taumelt und generell seine Bewegungen nicht mehr richtig kontrollieren und koordinieren kann.
Auch das Sprechen fällt schwerer – viele Betrunkene können nur mehr undeutlich sprechen. Viele sind im Alkoholrausch völlig durcheinander und wissen nicht mehr, wo sie sind. Alkohol wirkt jedoch nicht bei jedem auf dieselbe Art: Manche sind unter Alkoholeinfluss sehr kontaktfreudig und quatschen jeden an. Andere jedoch neigen zu Aggressionen. Egal, wie man reagiert – die Reaktionszeit ist deutlich vermindert. Das ist auch der Grund, warum man unter Alkoholeinfluss nicht Auto fahren sollte bzw. warum das Autofahren ab einer bestimmten Promillezahl in Deutschland verboten ist. Betrunkene am Steuer glauben meist, dass sie sich völlig korrekt im Straßenverkehr verhalten. Sie merken oft gar nicht, wie sehr sie sich und andere gefährden.

Wer zusätzlich zu Alkohol weitere Drogen oder Medikamente nimmt, der verstärkt die Wirkung des Alkohols. Damit steigen auch die gesundheitlichen Gefahren.

Abends stockbesoffen und morgens wieder fit im Kopf – das ist nicht möglich. Bis zu zwei Stunden benötigt der Körper, um den getrunkenen Alkohol komplett aufzunehmen. Bis er wieder abgebaut ist, vergeht viel Zeit: Pro Stunde werden nur 0,10 Promille vom Körper abgebaut. Nachts sinkt dieser Wert, d.h. es wird weniger Alkohol abgebaut. Wer ein Promille Alkohol im Blut hat, muss also mindestens sechs bist sieben Stunden warten, bis er wieder nüchtern ist.

Wichtig: Wer Kaffee trinkt, um schneller wieder nüchtern zu werden, wird nur ein wenig wacher. Der Alkohol bleibt im Blut. Er wird durch Kaffee oder andere Substanzen nicht schneller abgebaut.

Warum trinken viele ältere Kinder und Teenager alkoholische Getränke?
Dass ältere Kinder und Jugendliche Alkohol „ausprobieren“, ist nichts Ungewöhnliches. Es gibt viele Gründe, warum sie die Wirkung von Alkohol an sich selbst testen. Einige sind nur neugierig, andere wollen Stress abbauen und mit Hilfe von Alkohol gut drauf sein. Häufig ist es so, dass sie nicht in der Gruppe akzeptiert sind, wenn sie keinen Alkohol trinken – also greifen sie zu. Andere wiederum fühlen sich erwachsener und reifer, wenn sie zur Flasche greifen. Dazu kommt, dass viele Erwachsene im Alltag und in Gesellschaft Alkohol trinken. Wenn man die Alkoholwerbung sieht, drängt sich der Eindruck auf, dass Alkohol zu einem schönen, entspannten und glücklichen Leben dazugehört. Doch Alkohol ist nicht harmlos, wie es die Werbung zu vermitteln versucht.

Warum sollen Kinder und Jugendliche keinen Alkohol trinken? Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum Kinder und Jugendliche keinen Alkohol trinken sollen und auch nicht dürfen:

  1. Sicherheit: Alkohol wirkt enthemmend. Im Rausch werden Gefühle sehr viel intensiver erlebt – wer Liebeskummer hat, ist betrunken völlig verzweifelt; wer leicht zornig wird, rastet aus. Dann kommt es sehr schnell zu Streit und Prügeleien – häufig sogar mit Körperverletzung! Kinder und Jugendliche, die Alkohol trinken, sind sehr viel häufiger in Gewalt und Straftaten verwickelt als Kinder und Jugendliche, die keinen Alkohol trinken.
     
  2. Schulerfolg: Alkohol löscht Gelerntes. Wer trinkt, kann nicht vernünftig denken und lernen. Sehr viele Kinder und Jugendliche, die regelmäßig Alkohol trinken, haben Probleme in der Schule. Auch beim Sport wirkt sich Alkohol negativ aus: Die Bewegungen sind nicht richtig koordiniert.
     
  3. Auftreten in der Öffentlichkeit: Wer schon einmal einen Betrunkenen gesehen hat, weiß es: Betrunken sein sieht total bescheuert aus. Wenn man „richtig“ betrunken ist, kann es passieren, dass man die Kontrolle über seinen Körper verliert und einpinkelt. Man ist blamiert bis auf die Knochen. Wer Alkohol trinkt, hat zudem Mundgeruch. Das ist ekelig!
     
  4. Gesundheit: Alkohol ist ein Dickmacher, der nur „leere“ Kalorien liefert: Alkohol enthält nach Fett die meisten Kalorien. Jedes Gramm Alkohol liefert 7 kcal. Ein Liter Bier enthält ca. 470 kcal, eine Flasche Sekt (0,75 Liter) ca. 600 kcal. Zum Vergleich: Eine Tafel Schokolade enthält ca. 530 kcal.

    Alkohol blockiert das Immunsystem. Wer sich einen Rausch antrinkt, kann sich mindestens 24 Stunden lang sehr leicht mit einer Infektionskrankheit anstecken. Unter Alkohol macht man Dinge, die man nüchtern nicht tun würde – z.B. miteinander ungeschützt Sex haben. Mädchen werden ungeplant schwanger; Mädchen und Jungen können sich mit Geschlechtskrankheiten infizieren.

    Dazu kommen weitere gesundheitliche Risiken: Unter Alkohol steigt die Gefahr, dass man sich verletzt oder in einen Unfall verwickelt wird. Wer als Teenager regelmäßig Alkohol trinkt, läuft zudem Gefahr, dass er als junger Erwachsener übergewichtig wird und unter Bluthochdruck leidet. Alkohol schädigt zudem die Organe, vor allem Leber, Herz und Gehirn.

Warum Alkohol für Kinder und Jugendliche besonders gefährlich und schädlich ist
Das Gehirn von Kindern und Jugendlichen steckt mitten in der Entwicklung. Erst im Alter von 25 Jahren gilt das Gehirn des Menschen als „ausgereift“; in der Pubertät vernetzen sich die Gehirnzellen neu. Alkohol bremst diesen Vorgang und zerstört Gehirnzellen. Dazu kommt, dass sich die Gehirnzellen von Jugendlichen, sobald sie geschädigt sind, nicht erholen können. Die Folge: Wer als Jugendlicher immer wieder Alkohol trinkt, steht bald „auf der langen Leitung“ – er denkt langsamer.

Welche Rolle spielt die Menge an Alkohol? Jugendliche reagieren sehr viel empfindlicher auf Alkohol als Erwachsene. Es reicht schon vergleichsweise wenig Alkohol, und ein Jugendlicher ist betrunken. Wer dann noch weiter trinkt, dem droht sehr schnell eine Alkoholvergiftung.

Alkohol kann süchtig machen. Sucht ist eine Sache des Gehirns: Regelmäßiges Trinken von Alkohol führt dazu, dass sich im Gehirn ein „Suchtgedächtnis“ bildet. Dabei werden die Hirnstrukturen so verändert, dass Wohlbefinden automatisch mit Alkohol in Zusammenhang gebracht werden. Die Folge: Um gut drauf zu sein, braucht der Körper Alkohol. Wer so empfindet, ist alkoholsüchtig und damit auch alkoholkrank.

Kampftrinken, Komasaufen, Wetttrinken
Seit einigen Jahren gibt es einen Trend: Immer mehr ältere Kinder und Jugendliche betrinken sich bis zur Bewusstlosigkeit. Sie nennen es Kampftrinken, Komasaufen oder Wetttrinken. Von Kampftrinken oder engl. Binge-Drinking spricht man, wenn jemand fünf oder mehr alkoholhaltige Getränke dicht nacheinander konsumiert. Ziel und Zweck dieser Art des Trinkens ist es, in möglichst kurzer Zeit betrunken zu werden.

Was passiert? Wer sich bis zur Bewusstlosigkeit betrinkt, riskiert eine lebensgefährliche Alkoholvergiftung. Dann hilft nur noch eins: Der Kampftrinker bzw. die Kampftrinkerin muss zum Entgiften ins Krankenhaus.

Warum setzen viele Kinder und Jugendliche ihre Gesundheit derart aufs Spiel? Ist es der Druck, den Erwartungen zu genügen? Oder sind es schlechte Zukunftsaussichten. Darüber rätseln die Fachleute.
Eines steht fest: Wer beim Kampftrinken mitmacht, setzt sein Leben aufs Spiel. Und nicht nur das: Er schädigt sich nachhaltig, und zwar auf vielfältige Weise. Bei jedem Vollrausch sterben Tausende Gehirnzellen ab. Die Denk- und Merkfähigkeit nimmt ab. Dazu kommen negative körperliche Auswirkungen wie z.B. Leberschädigungen.
Je häufiger und je länger man derart viel Alkohol konsumiert und sich betrinkt, umso mehr droht einem das Leben zu entgleiten: Die Schulkarriere ist gefährdet, Freundschaften gehen zu Bruch, die Gefahr, dass man alkoholabhängig wird, steigt. Dazu kommen die gesundheitlichen Schäden an den Organen.

Hilfe, ich trinke zu viel!
Kommst du mit Alkohol nicht klar? Oder hat jemand in deiner Familie oder im Freundeskreis Probleme mit dem Alkohol? Egal, ob es dich oder andere betrifft - wenn du das Gefühl hast, dass sich in Sachen Alkohol etwas ändern muss, dann wende dich zunächst an einen Erwachsenen, dem du vertraust und der dir weiterhelfen kann, z.B. deinen Arzt. Wenn du niemanden hast, mit dem du reden kannst oder wenn du lieber mit einer neutralen Person sprechen willst, dann findest du hier >> hilfreiche Telefonnummern.

Denke daran, dass ...

… Alkohol ein Gift ist: Es schädigt Kinder und Jugendliche sehr viel mehr als Erwachsene.

… geringe Mengen Alkohol reichen, und du bist betrunken.

… Alkohol dick macht: Alkohol ist eine Kalorienbombe.

… Alkohol doof macht: Alkohol löscht Gelerntes und zerstört Gehirnzellen. Die Merkfähigkeit verschlechtert sich, die Denkvorgänge dauern länger. Alkoholtrinker stehen auf der „langen Leitung“, selbst wenn sie nicht betrunken sind.

… Alkohol Gefühle und Stimmungen verstärkt. Wer traurig ist, wird unter Alkoholeinfluss noch trauriger, wer zufrieden ist, ist plötzlich von sich völlig begeistert.

… … Alkohol Hemmungen abbaut: Man tut Dinge, die man sonst nicht tun würde. Die Folge: Viele werden in Streitereien und Gewalt verwickelt. Andere werden gesprächig, „bandeln“ miteinander an und es kommt zu Sex mit Partnern, die man gar nicht richtig kennt, geschweige denn liebt.

… Alkohol deine Probleme nicht löst, sondern nur verschlimmert.

… Alkohol süchtig machen kann.

… Trinken bis zur Besinnungslosigkeit eine schwere Alkoholvergiftung nach sich zieht. Eine Alkoholvergiftung kann lebensgefährlich sein.

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