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Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

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Fremde Briefe oder Tagebücher öffnen
[Briefgeheimnis]

Wenn sie nicht gerade auf Reisen ist, dann geht eure Nachbarin zum Shoppen in die Stadt. Mit dem größten Vergnügen erzählt sie, wie viel alles gekostet hat und dass sie sich dieses Luxus-Leben locker leisten könne. Eines Tages flattert ein Brief bei euch ins Haus - Absender ist ein Inkasso-Büro. Das Schreiben ist an Angeber-Nachbarin adressiert. Was das wohl bedeutet? Du bist neugierig und machst den Brief auf.

Pass auf!
Wer einen verschlossenen Brief oder sonst ein Schriftstück, das nicht an ihn adressiert ist, öffnet, verletzt das Briefgeheimnis. Das Brief-, Post und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich und gehören zu den besonders geschützten Grundrechten im Grundgesetz. Wer das Briefgeheimnis verletzt, macht sich strafbar.

Das Briefgeheimnis umfasst jede Art von Schriftstück, das an einen Empfänger adressiert ist oder vor anderen geschützt ist, also zum Beispiel in einer verschlossenen Schublade liegt. Deshalb gilt das Briefgeheimnis auch für Tagebücher, die mit einem Schloss gesichert sind.

Wenn du erwischt wirst
Im Erwachsenenstrafrecht, das heißt bei Tätern über 21 Jahren, wird der Straftatbestand "Verletzung des Briefgeheimnisses" einer mit einer Freiheitsstrafe oder mit einer Geldstrafe bestraft. Bereits das Aufreißen eines Briefes ist strafbar. Der Versuch ist nicht strafbar.

Die Tat wird nur aber verfolgt, wenn derjenige, dessen Briefgeheimnis verletzt wurde, einen Strafantrag stellt.

Kinder bis 14 Jahre sind nicht strafmündig. Das bedeutet, dass du nicht vor Gericht kommst und daher auch nicht verurteilt werden kannst. Doch auch bei Kindern haben Straftaten Folgen: Das Jugendamt kann eine Akte über dich anlegen, in der deine Straftaten verzeichnet sind. Außerdem kann es Erziehungsmaßnahmen anordnen. Bei Jugendlichen, die zwischen 14 und 18 Jahre, in Ausnahmen bis 21 Jahre alt sind, wird Verletzung des Briefgeheimnisses vor dem Jugendgericht nach dem Jugendstrafrecht verhandelt.

Wenn du der Verletzung des Briefgeheimnisses beschuldigt wirst, musst du bei der Polizei nur Angaben zu deiner Person machen. Die Polizei ist verpflichtet, dich auf deine Rechte hinzuweisen, und zwar: du brauchst keine Angaben zur Sache, also zur Verletzung des Briefgeheimnisses zu machen; du darfst eine Person deines Vertrauens, etwa deine Eltern, und einen Rechtsanwalt hinzuziehen.

Übrigens: Das Briefgeheimnis gilt auch in der Familie. Kinder dürfen die Post und Tagebücher ihre Eltern nicht ohne Erlaubnis öffnen. Doch auch Eltern müssen das Briefgeheimnis ihrer Kinder achten. Dabei gibt es eine Ausnahme: Wenn Eltern den Verdacht haben, dass du Post von Leuten bekommst, die dich betrügen oder zu Straftaten anstiften, dann gilt das Briefgeheimnis nicht.

Denk daran

Als Verletzung des Brief- und Postgeheimnisses gelten auch:

  • Briefe anderer heimlich lesen

  • Tagebücher anderer heimlich lesen

  • Briefe anderer heimlich öffnen

  • Tagebücher anderer heimlich öffnen.

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