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Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

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Fundsachen behalten
[Fundunterschlagung]

Du bist mit deinem Hund unterwegs. Neben einer Parkbank entdeckst du eine Handtasche. Du machst sie auf: Oh, ein Geldbeutel und daneben ein Schlüsselbund. Sonst noch was? Ja, in einem Fach stecken ein Füller mit einer goldenen Feder und ein Adressheft. Wie viel Geld ist in dem Geldbeutel? Fast 200 Euro! Mit dem Ausweis und den Schlüsseln kannst du nichts anfangen. Aber mit dem Geld! Ob du es behalten kannst? Und was ist mit dem Rest?

Pass auf!
Fundsachen, die mehr als zehn Euro wert sind, gehören aufs Fundamt oder zur Polizei. Falls du den Eigentümer kennst, musst du ihm die Fundsache überbringen oder ihn davon verständigen, dass du die Fundsache an dich genommen hast.

Wenn du die Fundsache ordnungsgemäß ablieferst, hast du Anspruch auf Finderlohn. Die Höhe des Finderlohns ist abhängig vom Wert der Fundsache. Bei Fundsachen, die bis zu 500 Euro wert sind, hast du Anspruch auf fünf Prozent des Wertes, bei Fundsachen, die mehr als 500 Euro wert sind, kannst du drei Prozent des Wertes für dich beanspruchen.

Wenn innerhalb von fünf Jahren kein Eigentümer gefunden wird, dann erwirbt der Finder das Eigentum an der Fundsache - die Sache, die du gefunden hast, gehört dann dir.

Wer Fundsachen, die mehr als zehn Euro wert sind, für sich behält, begeht Fundunterschlagung.

Wenn du erwischt wirst
Fundunterschlagung ist eine Straftat. Im Erwachsenenstrafrecht, das heißt bei Tätern über 21 Jahren, wird Unterschlagung, zu der auch die Fundunterschlagung gehört, mit einer Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet.

Kinder bis 14 Jahre sind nicht strafmündig. Das bedeutet, dass du nicht vor Gericht kommst und daher auch nicht verurteilt werden kannst. Doch auch bei Kindern haben Straftaten Folgen: Das Jugendamt kann eine Akte über dich anlegen, in der deine Straftaten verzeichnet sind. Außerdem kann es Erziehungsmaßnahmen anordnen. Bei Jugendlichen, die zwischen 14 und 18 Jahre, in Ausnahmen bis 21 Jahre alt sind, wird Fundunterschlagung vor dem Jugendgericht nach dem Jugendstrafrecht verhandelt.

Wenn du der Fundunterschlagung beschuldigt wirst, musst du bei der Polizei nur Angaben zu deiner Person machen. Die Polizei ist verpflichtet, dich auf deine Rechte hinzuweisen, und zwar: du brauchst keine Angaben zur Sache, also zur Fundunterschlagung zu machen; du darfst eine Person deines Vertrauens, etwa deine Eltern, und einen Rechtsanwalt hinzuziehen

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