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LABBÉ Verlag
Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

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Jemanden öffentlich mies machen
[Verleumdung]

Du ärgerst dich über deine Nachbarin. Ständig beschimpft sie dich und deine Freunde, wenn ihr im Hof Fußball spielt oder mit Inlinern dort herumkurvt. Du willst dich an ihr rächen und erzählst, sie sei alkoholkrank und arbeite im Rotlichtmilieu am Bahnhof. Dabei weißt du ganz genau, dass das nicht stimmt. Sie ist Nachtschwester in einem Krankenhaus!

Pass auf!
Wer solche Behauptungen in die Welt setzt, macht eine rufschädigende und ehrverletzende Äußerung. Jemandem nachzusagen, er oder sie arbeite im Umfeld der Prostitution, ist ehrverletzend. Rufschädigende Äußerungen in der Öffentlichkeit zu verbreiten ist eine Straftat. Wer so etwas macht, muss im Fall einer Anklage mit einer Bestrafung wegen Verleumdung rechnen.

Noch schlimmer ist es, wenn man bei der Polizei oder einer anderen Behörde einen falschen Verdacht gegenüber einer Person äußert. Das ist ebenfalls eine Straftat, und zwar falsche Verdächtigung.

Wenn du erwischt wirst
Verleumdung ist ein schweres Delikt, das im Erwachsenenstrafrecht, das heißt bei Tätern über 21 Jahren mit einer Freiheits- oder Geldstrafe bestraft wird.

Kinder bis 14 Jahre sind nicht strafmündig. Das bedeutet, dass du nicht vor Gericht kommst und daher auch nicht verurteilt werden kannst. Doch auch bei Kindern haben Straftaten Folgen: Das Jugendamt kann eine Akte über dich anlegen, in der deine Straftaten verzeichnet sind. Außerdem kann es Erziehungsmaßnahmen anordnen. Bei Jugendlichen, die zwischen 14 und 18 Jahre, in Ausnahmen bis 21 Jahre alt sind, wird Verleumdung vor dem Jugendgericht nach dem Jugendstrafrecht verhandelt.

Wenn du der Verleumdung beschuldigt wirst, musst du bei der Polizei nur Angaben zu deiner Person machen. Die Polizei ist verpflichtet, dich auf deine Rechte hinzuweisen, und zwar: du brauchst keine Angaben zur Sache, also zur Verleumdung zu machen; du darfst eine Person deines Vertrauens, etwa deine Eltern, und einen Rechtsanwalt hinzuziehen.

Denk daran

Der Straftatbestand der Verleumdung liegt auch vor, wenn du über eine Person im Internet, in der Zeitung oder auf öffentlichen Versammlungen ehrverletzende Behauptungen, die falsch sind, aufstellst.

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