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Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

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Homosexualität

Während die anderen Jungen für Mädchen schwärmen und Mädchen in Jungen verknallt sind, passiert es dem einen oder anderen Jungen, dass er sich in einen Jungen verliebt. Einigen Mädchen geht es entsprechend: Sie vergucken sich in ein Mädchen. Dieses Verliebtsein dauert nicht nur ein paar Tage. Schließlich ist es soweit: Man spürt unwiderruflich, dass man anders ist als die anderen. Sehr viel anders sogar. Man ist sich sicher, dass man nur mit jemandem aus dem eigenen Geschlecht eine Liebesbeziehung eingehen kann.

Es ist nicht leicht, mit dem Gefühl des "Andersseins" umzugehen. Doch der Moment, wo man sich bewusst wird, dass es kein "Spleen" ist, der vorübergeht, sondern eine echte Neigung zum eigenen Geschlecht dahinter steckt, hat auch eine gute Seite. Man ist ehrlich zu sich selbst. Und das schafft ein Gefühl der Erleichterung.

Wie wird man sich seiner sexuellen Orientierung bewusst?
Wie und wann merkt ein Junge, dass er schwul, ein Mädchen, dass es lesbisch ist? Es gibt Jungen, die sich eine Zeitlang zu anderen Jungen hingezogen fühlen; entsprechendes gilt auch für Mädchen. Wenn sich etwas später die meisten Jungen für Mädchen zu interessieren beginnen und Mädchen für Jungen, fühlt man sich außen vor. Man kann nicht mitreden, wenn es darum geht, wer besonders "süß" aussieht und wer mit wem zusammen ist.

Etwa die Hälfte aller - Männer wie Frauen - die homosexuell sind, sind sich dessen bereits seit ihrer späten Kindheit bewusst. Bei den übrigen dauert es, bis sie etwa 20 sind.

Angeboren, nicht anerzogen
Die sexuelle Orientierung ist, so die Meinung zahlreicher Wissenschaftler, genetisch bedingt und damit angeboren; sie wird nicht von außen beeinflusst. Homosexualität ist keine Krankheit, etwas Abartiges oder gar Perverses. Sie kann nicht behandelt oder geheilt werden. Niemand wird homosexuell, nur weil er oder sie einmal von einem gleichgeschlechtlichen Partner verführt wurde.

Das Gefühl, anders zu sein
Wie geht man damit um, wenn man weiß, dass man "anders" ist? Etwa fünf bis sieben Prozent der Menschen sind homosexuell. Jedes Kind, jeder Jugendliche, der sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt, kann davon ausgehen, dass er oder sie mit seiner Neigung nicht der bzw. die einzige in der Klasse ist. Trotzdem wissen sie meist nichts voneinander. Homosexuelle fühlen sich in ihrer Klasse und Cliquen meist außen vor.

Vor allem für homosexuelle Jungen ist es schwer, mit Gleichaltrigen klarzukommen. Viele (heterosexuelle) Jungen äußern sich abfällig über Homosexuelle, sprechen von Homosexuellen als "Tunten" oder "Schwuchteln". Was verbirgt sich dahinter? Viele Jungen empfinden die Weichheit, die sie mit der Homosexualität in Verbindung bringen, als unmännlich; sie möchten sich ganz entschieden davon abgrenzen.

Kein Wunder also, dass sich homosexuelle Jungen und Mädchen sehr lange nicht trauen, sich zu ihrer Neigung zu bekennen, nicht einmal gegenüber dem Menschen, in den sie verliebt sind. Manche versuchen, eine heterosexuelle Beziehung einzugehen. Doch sie merken bald, dass sie an der falschen Stelle sind. Mit der Zeit wird die Frage, wie man sich zu seiner Homosexualität bekennen kann, immer drängender.

Coming-out
Wie wird man zu Hause, wie werden Verwandten reagieren? Vor allem Jungen tun sich schwer, sich ihrem Vater gegenüber zu ihrer Homosexualität zu bekennen. Die meisten Eltern gehen davon aus, dass ihre Kinder heterosexuell sind. Homosexuelle Jugendliche haben Angst davor, ihre Eltern zu enttäuschen. Doch viele Eltern haben bereits eine Vorahnung. Sie wird umso gewisser, je länger ein Junge kein Mädchen mit nach Hause gebracht und je länger ein Mädchen keinen Freund hat. Wenn diese Mädchen und Jungen sich zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen, fühlen sich die Eltern in ihren Erwartungen bestätigt und haben Klarheit.

Dieses - mehr oder weniger - offene Bekenntnis zur Homosexualität nennt man "Coming-out". Es heißt übersetzt "Heraustreten" und spielt darauf an, dass die Zeit des Sich-Versteckens und Verheimlichens vorbei ist.

Erst die Familie und engsten Freunde, dann die anderen. Die meisten trauen sich erst dann ihre homosexuelle Neigung offen zu zeigen, wenn die Menschen, die ihnen am nächsten stehen, davon wissen. Trotzdem ist es nicht immer leicht. Auch wenn heute niemand mehr wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden darf, bekennen sich auch heute nur sehr wenige Menschen im Alltag dazu, homosexuell zu sein.

Denke daran, dass…

… du erst ab 14 Jahren eine sexuelle Beziehung - egal, ob hetero- oder homosexuell, haben darfst. Gemeint ist damit nicht nur die körperliche Vereinigung, d.h. Geschlechtsverkehr, sondern bereits intensives Schmusen und Küssen. Merke dir: Unter 14 geht in Sachen Sex gar nichts!

… viele Jugendliche sich in ihrer Haut nicht wohl fühlen und Schuldgefühle entwickeln können, wenn sie ihre homosexuellen Neigungen entdecken.

… die Seele und die Persönlichkeit leidet, wenn man sich über längere Zeit nicht zu seinen (homo)sexuellen Neigungen bekennt. Sprich mit jemandem, dem du vertraust, wie es dir geht und was du fühlst.

… du bei einem Kinder- oder Jugendtelefon anrufst, wenn du niemanden zum Reden hast.

… in der Bundesrepublik Deutschland die Homosexualität unter Männern bis Mitte der 1990er Jahre strafbar war. Man sah die Homosexualität als eine Krankheit, die es zu bekämpfen galt.

… heute in Deutschland niemand mehr wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden darf.

… homosexuelle Männer und Frauen ihrer Beziehung mit einer "Eingetragenen Lebenspartnerschaft" einen rechtlichen Rahmen geben können, der weitgehend der Ehe entspricht.

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