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Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

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Gewalt zu Hause

"Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig." So steht es im Bürgerlichen Gesetzbuch. Das gilt nicht nur für Schulen, Kindergärten und alle Einrichtungen, in denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten. Es gilt auch zu Hause in der Familie. Eltern dürfen ihre Kinder also nicht körperlich, etwa mit Schlägen, bestrafen; sie dürfen sie auch nicht seelisch unter Druck setzen, etwa indem sie tagelang nicht mehr mit ihm sprechen, es vor anderen bloßstellen, einsperren und vieles mehr.

Wie hilft das Gesetz den Kindern und Jugendlichen?
Wie können Kinder und Jugendliche ihr Recht einfordern? Im Gesetz steht nichts von Strafen, die verhängt werden, wenn Erwachsene in der Erziehung Gewalt anwenden. Das Gesetz, das in dieser Form erst seit dem Jahr 2000 gilt, will erreichen, dass Eltern umdenken. Die allermeisten von ihnen sind mit Gewalt aufgewachsen. Gewalt, etwa als Ohrfeige, gehörte zu ihrer Kindheit. Das Gesetz will, dass sich die Einstellung der Eltern zur Gewalt gegenüber Kindern ändert und sie gewaltfrei mit ihren Kindern umgehen. Was bedeutet das für Kinder? Mit dem Gesetz ist das Kind moralisch im Recht. Eltern können Schläge und Demütigungen nicht mehr rechtfertigen, sie befinden sich moralisch im Unrecht. Das Kind kann mit gutem Recht von seinen Eltern verlangen, dass sie das Unrecht wieder gut machen, etwa, indem sie entschuldigen und versprechen, nicht mehr gewalttätig zu sein.

Mit einer Entschuldigung und einem Versprechen kommen Eltern in schweren Fällen nicht davon. Schwere Fälle von Gewalt gegenüber Kindern, wie zum Beispiel Vernachlässigung, Misshandlung und sexueller Missbrauch bzw. sexuelle Gewalt, werden strafrechtlich verfolgt. Das heißt, dass jedes Kind und natürlich auch jeder Erwachsener einen Elternteil anzeigen kann, wenn ein Kind schwerer Gewalt ausgesetzt ist.

Was tun, wenn Eltern gewalttätig sind?
Noch immer ist Gewalt, d.h. körperliche und psychische Gewalt, in den meisten Familien Teil des Alltags. Man geht davon aus, dass 70 bis 80 Prozent, also weit mehr als die Hälfte der Eltern, ihren Kindern körperlich Gewalt antun; etwa 10 bis 15 Prozent sind besonders grob und verletzen ihre Kinder schwer. Dann spricht man von Kindesmisshandlung. Dazu kommt die psychische Gewalt - Anschreien, Ignorieren usw.. Was kannst du tun, wenn dir von deinen Eltern oder einem Elternteil Gewalt droht? Wie kannst du dich schützen?

  • Provoziere sie nicht. Eltern reagieren oft aus Hilflosigkeit, Überforderung und Wut mit Schlägen. Ziehe dich eine Weile zurück, dann haben deine Eltern Gelegenheit, sich zu beruhigen.

  • Sprich mit deinen Eltern in einer ruhigen Minute über das Problem, das deine Eltern dazu verleitet, dir gegenüber gewalttätig zu sein. Versucht gemeinsam eine Lösung zu finden.

  • Erkläre deinen Eltern, wie du dich fühlst, wenn sie dich schlagen oder dich psychisch unter Druck setzen, wenn sie dich mit Worten fertigmachen oder gar nicht mehr mit dir reden. Sage ihnen, dass auch Schweigen und üble Worte eine Form von Gewalt sind. Biete ihnen an, mit ihnen zu sprechen, um das Problem zu lösen.

  • Lasse dich nicht einschüchtern. Manche Eltern beginnen mit einer Ohrfeige und stellen eine Tracht Prügel in Aussicht, wenn man nicht tut, was sie wollen. Sage deinen Eltern, dass nur ein Gespräch das Problem aus der Welt räumen kann.

  • Lasse dich nicht verunsichern. Manche Eltern drohen ihren Kindern noch schlimmere Strafen an, wenn sie verraten, was zu Hause zwischen ihnen und dir abläuft. Sprich mit einem Erwachsenen, dem du vertraust, und erzähle ihm, wie deine Eltern bei Konflikten mit dir umgehen.

  • Sprich mit dem anderen Elternteil, wenn ein Elternteil dir gegenüber gewalttätig ist. Suche dort Unterstützung - vielleicht kann er bzw. sie zwischen euch vermitteln. Das gilt ganz besonders für Scheidungskinder, die überwiegend bei einem Elternteil leben.

  • Schlage deinen Eltern vor, mit dir gemeinsam zur Erziehungsberatung zu gehen, um dort mit einem Berater einen Ausweg aus der Gewalt zu finden.

  • Was tun, wenn alles nichts hilft? Gehe zum Jugendamt und lasse dich dort beraten. Kinder und Jugendliche haben das Recht, sich an das Jugendamt zu wenden und eine Person, der sie vertrauen, zu dem Gespräch mitzunehmen.

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