pagehead, PRELOAD pagebg, PRELOAD pagefoot, PRELOAD
LABBÉ Verlag
Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

Leseschalter | Schrift Schrift verkleinern Schrift vergrößern | zurück | vor | zappen

Der Tod und die Religionen

Die meisten Religionen lehren, dass nach dem Tod die Seele den Körper verlässt und der Mensch auf diese Weise weiterlebt. Doch damit ist das Rätsel längst noch nicht gelöst! Eine Frage ist, wohin sich die Seele begibt. Auf diese Frage geben die Religionen verschiedene Antworten.

Weiterleben als Geist
Viele Völker, die zum Teil bis heute in engem Kontakt zur Natur leben, darunter die arktischen Völker im nördlichen Polargebiet und die Indianer Nordamerikas, glauben, dass die Seele nach dem Tod den Körper verlässt und sich weiterhin ganz in der Nähe der Lebenden aufhält. Das ist auch der Grund, warum viele Naturvölker ihre Toten mit Nahrungsmitteln und Getränken versorgen. Doch nicht nur bei Naturvölkern gibt es diesen Brauch – auch im hochtechnisierten Japan ist er bis heute verbreitet.

In vielen afrikanischen Ländern ist der Glaube an eine Geisterwelt lebendig. Viele Kranke suchen einen Medizinmann auf, der – so die Gläubigen – mit den Geistern aus dem Jenseits in Kontakt steht. Jeder Mensch, so lehren diese Religionen, braucht diese Verbindung mit den Geistern bzw. Seelen der Verstorbenen, sonst kann er nicht in Frieden leben.

Seelenwanderung und Wiedergeburt
Eine der ältesten Religionen der Welt, der Hinduismus, lehrt, dass wir nach dem Tod wiedergeboren werden. So gesehen, haben wir alle eine lange Vergangenheit in mehreren Leben; nach unserem Tod werden wir immer wieder wiedergeboren. Wenn der Tod eintritt, verlässt die Seele den Körper und begibt sich in einen Körper, der gerade im Entstehen ist. Wie dieses nächste Leben verlaufen wird, hängt nach dieser Religion ganz davon ab, wie der Mensch sein früheres Leben verbracht hat. Wer sich vor seinem Tod verantwortungsvoll gegenüber anderen verhalten hat und viel Gutes getan hat, wird in seinem nächsten Leben bessere Lebensverhältnisse vorfinden. Wer sich verantwortungslos verhalten und seiner Umgebung Schaden zugefügt hat, dem wird es im nächsten Leben schlechter ergehen. Das Ziel aller Wiedergeburten ist die Moksha, d.h. die Erlösung bzw. Erleuchtung. Wer die Moksha erreicht hat, ist von den oft leidvollen Wiedergeburten befreit.
Im Buddhismus wird dieser Zustand der Vollkommenheit Nirwana genannt. Beide, Hindus und Buddhisten, gehen davon aus, dass der Mensch über Millionen, ja sogar Milliarden Jahre wiedergeboren wird.

Weiterleben in der Unterwelt
In zahlreichen alten Religionen gibt es die Vorstellung, dass die Toten in einer Art unterirdischem Reich weiterleben. Viele Religionen, z.B. die altägyptische Religion, gehen davon aus, dass dieses „Reich“ dem Lebensumfeld der Lebenden ganz ähnlich ist.
Die alten Griechen glaubten daran, dass der Übergang in das Reich der Toten mit der Suche nach einer Höhle beginnt. Die Höhle führte zu dem Fluss Styx, wo der Fährmann Charon darüber wachte, dass kein Lebender in den Hades – so nannten die Griechen die Unterwelt – kam. In der Unterwelt angekommen, steht der Tote vor drei Richtern, die darüber entschieden, ob er von dort in den Tartaros, einer Art Hölle, oder ins Elysium kam. Im Elysium trank man einen Schluck Wasser des Flusses Lethe und schon waren alles Schlechte, was einem auf der Erde widerfahren war, vergessen. Dann begann das glückliche Leben im Kreis der Götter.

Himmel und Hölle
Die Vorstellung, dass der Mensch nach dem Tod im Himmel oder in der Hölle weiterlebt, gibt es im Judentum, bei den Christen und den Muslimen.

Im Alten Testament, d.h. der Schrift, auf die sich die Juden berufen, gibt es unterschiedliche Aussagen zu dieser Frage. An einer Stelle heißt es, dass der Mensch nach seinem Tod in das Totenreich Sheol kommt, wo er in Finsternis sein Weiterleben fristet – unabhängig davon, ob er als guter oder schlechter Mensch gelebt hat. An einer anderen Stelle heißt es, dass Gott die guten von den bösen Menschen trennt, letztere kommen nach ihrem Tod in die Hölle, Gehenna genannt.

Das Neue Testament, eine der zentralen Schriften der Christen, berichtet davon, dass Gott ein Urteil über die Verstorbenen fällt. Gute Menschen kommen in den Himmel; Menschen, die sich schlecht verhalten haben, kommen in die Hölle. Wer in den Himmel kommt, lebt für immer im „neuen Jerusalem“.

Viele Aussagen in der Bibel bzw. dem Neuen Testament sind nicht leicht zu verstehen, da sie mehrdeutig sind. Deshalb gibt es auch unter den Christen unterschiedliche Auffassungen, wer in den Himmel kommt. Einige glauben, dass alle Menschen eines Tages in den Himmel kommen, andere wiederum meinen, dass die Menschen, die nicht an Jesus geglaubt haben, in die Hölle kommen.

Der Islam, die Religion der Muslime, stützt sich auf die Schriften des Korans. Diese wiederum stehen in einer engen Verbindung mit der jüdisch-christlichen Religion. Auch im Islam gibt es die Vorstellung, dass die Menschen nach dem Tod entweder in den Himmel oder in die Hölle kommen.

Ist der Tod endgültig oder leben wir nach dem Tod weiter?

Viele Religionen gehen davon aus, dass der Mensch nach dem Tod weiterlebt.

In vielen Religionen betrachtete man den Tod als einen Übergang von einer Welt in eine andere. Das erklärt, warum die ägyptischen Pharaonen so reiche Grabbeigaben hatten. In Europa war es ähnlich: Bis in die Bronzezeit begrub man die Verstorbenen mit praktischen Gegenständen, z.B. Geschirr, und schönen Dingen, wie etwa Schmuck. Besonders mächtige und reiche Tote bekamen Pferde und Sklaven mit ins Grab. Man glaubte, dass die Verstorbenen diese Beigaben für ihr Weiterleben in der anderen Welt gut gebrauchen können.

Die Vorstellung, in welcher Form und wo die Toten weiterleben, ist von Religion zu Religion sehr verschieden. Einige Religionen gehen davon aus, dass der Mensch wiedergeboren wird, andere lehren, dass der Mensch als Geist im Kreis seiner Nachkommen weiterlebt, ferner gibt es die Ansicht, dass der Mensch nach seinem Tod in einer Art Unterwelt weiterexistiert.

Im Judentum, bei den Christen und Muslimen ist die Vorstellung weit verbreitet, dass die Menschen entweder in den Himmel oder in die Hölle kommen: Wer sich verantwortungsvoll verhalten hat, wird mit dem Himmel belohnt; böse Menschen erleiden die Hölle. Da die Texte, auf denen diese Religionen aufbauen, über sehr lange Zeit entstanden sind und von zahlreichen Autoren stammen, gibt es keine wirklich einheitliche Lehrmeinung bzw. einen einzige Vorstellung vom Leben nach dem Tod, auch nicht innerhalb der einzelnen Religionen.

Es gibt keinen logischen Beweis, dass Gott existiert. Das gilt auch für die Frage, ob wir nach dem Tod in irgendeiner Form weiterleben.

Wie findest du die Seite "Der Tod und die Religionen"?
| Seite bewerten [17]

Artikel versenden

Einfach Karte ausfüllen und per E-Mail an Freunde verschicken!

Dein Name:

Deine E-Mail:

Name des Empfängers:

E-Mail des Empfängers:

Deine Nachricht:



Artikel versenden

Sorry!
Beim Versenden ist leider ein Fehler aufgetreten:




Artikel versenden

Vielen Dank!
Deine Nachricht an wurde erfolgreich versendet. Wenn du möchtest, kannst du noch eine weitere Mail versenden:

Shop
Shop
Shop
Shop
Shop
Shop
Shop
Shop