Bei anderen zu Besuch

"Ist das wahr? Wir fahren übers Wochenende zu Tante Helga und Onkel Fritz und übernachten auf ihrem Hof? Suuuuper!"

Tiere füttern, auf dem Traktor mitfahren, draußen spielen… - fast alle Kinder freuen sich über so eine Abwechslung. Richtig aufregend ist ein Besuch, wenn man allein oder mit den Eltern und Geschwistern für ein paar Tage bei einer Familie zu Gast ist.

Was tun, bevor man aufbricht? Hast du alles dabei - das Buch, die CD, die du dir ausgeliehen hast, das Geschenk?

Welchen Eindruck sollen die anderen von dir haben? Es ist gut, wenn du frische und möglichst praktische Klamotten anhast, in denen du dich wohl fühlst und dich frei bewegen kannst.

Was tun, wenn man ankommt? Die Gastgeber begrüßen. Manche schütteln dir die Hand, andere wollen dich in den Arm nehmen, manche bestürmen Kinder mit einem dicken Schmatz. Wenn du das nicht magst, ist es völlig in Ordnung, wenn du einen Schritt zurückgehst. Zuneigung und Zärtlichkeiten darf niemand einfordern oder erzwingen.

Was kommt nachher? Gast sein ist manchmal viel kniffliger, als wenn man selbst Leute zu Besuch hat.

Als Gast bewegt man sich in der Privatsphäre anderer. Sie bestimmen die Regeln, nicht der Gast. Der Gastgeber sagt, wo es langgeht: wann es etwas zu essen gibt, wann und wo Kinder spielen dürfen usw.

Zum Glück sind Gastgeber sehr verschieden. Wenn sich die Verwandten bei Oma und Opa zum Nachmittagskaffee treffen, geht es eher förmlich zu. Bei einer Familie mit mehreren Kindern ist alles meistens viel lockerer.

"Wann gibt es Abendessen? Ist es o.k., wenn wir vorher noch im Garten spielen?" Wenn du dir nicht sicher bist, ob du etwas darfst oder machen sollst, frage lieber nach.

Was tun, bevor man wieder nach Hause fährt? Stell dir vor, die Gastkinder sind weg und du musst das Kinderzimmer allein in Ordnung bringen. Fies, oder? Hilf am Besten mit beim Aufräumen! So geht es doppelt so schnell. Dann können sich die anderen beim Gegenbesuch kaum davor drücken, dir zu helfen.

Manchmal kann der Abschied schwer fallen - versuche nicht, ihn hinauszuzögern. Weinen, jammern, klammern – es bringt nichts und kann peinlich werden. Je unbeschwerter ein Besuch verläuft, umso eher wird man wieder eingeladen!

Wichtig!

Egal, wen ihr für wie lange besucht – sei nett und freundlich: Begrüße die Gastgeber, überreiche die Geschenke und vergiss nicht, dich zu verabschieden.

Sprich mit den Gastgebern, wenn sie sich mit dir unterhalten wollen, aber dränge dich nicht auf.

Tischordnung, Fernsehen, Spielen… der Gastgeber hat das letzte Wort; das gilt auch, wenn du mit deinen Eltern eingeladen bist.

Wenn dir etwas nicht zusagt, nicht murren oder meckern. Mache einen Gegenvorschlag, der beiden Seiten gerecht wird.

Mache, soweit es geht, nichts kaputt und nichts schmutzig.

Biete deine Hilfe an. Beim Tischabräumen und Tischdenken können alle mitmachen, da macht die Arbeit mehr Spaß.

Vermeide, dich mit den Kindern eurer Gäste zu streiten, das kann Ärger geben.

Frage deine Eltern, ob du etwas anderes machen kannst, wenn klar ist, dass der Besuch für dich nur langweilig ist. Vielleicht hat ein Freund oder eine Freundin für dich Zeit.