LABBÉ Verlag
Zzzebra - Das Web-Magazin für Kinder

Roland und der Drache

[von Kirsten Großmann]

1. Szene
Bühnenbild: Große Halle
Personen: Roland, Mutter, Onkel Siegfried

Mutter (ruft):
Roland! Komm bitte einmal her.

Roland erscheint.

Mutter:
Roland, dies ist Onkel Siegfried. Du kannst dich sicherlich nicht an ihn erinnern. Heute ist dein großer Tag! Du wirst bei Onkel Siegfried Page werden.

Onkel Siegfried:
Geh und pack deine Sachen, Roland, wir wollen gleich aufbrechen.

Roland:
Aber Mutter ...

Mutter:
Du hast gehört, was ich gesagt habe. Geh und gehorche.

Roland ab.

Mutter:
Hoffentlich ist es nicht zu früh für ihn.

Onkel Siegfried:
Alle Jungen werden mit sieben Jahren Page, also mach' dir keine Sorgen!

Beide ab.


2. Szene
Bühnenbild: Wald
Personen: Roland auf einem Pferd, Onkel Siegfried auf einem Pferd

Onkel Siegfried:
Was ist los, Roland? Geht es dir gut?

Roland:
Ja, schon ...

Onkel Siegfried:
Aber?

Roland:
Ich bin traurig.

Onkel Siegfried:
Das alles ist neu für dich, ich weiß. Aber ein Page hat ein aufregendes Leben. Bedenke, was du alles lernen wirst.

Roland:
Mmmmh.

Onkel Siegfried:
Kopf hoch.

Roland:
Ich versuch's ja.

Onkel Siegfried:
So ist es brav!

Plötzlich ertönt Kampfgeschrei.

Onkel Siegfried:
Was ist da los? Ich muss nachsehen, schließlich gehört dieser Wald zu meinen Besitzungen. Du bleibst hier und wartest, bis ich zurückkomme.

Onkel Siegfried ab.


3. Szene
Bühnenbild: Wald
Personen: Roland (ohne Pferd), Drache (zunächst verwundet)

Roland:
Was da wohl los ist? Vielleicht schleiche ich mich ein bisschen näher heran. Mein Pferd habe ich dort hinten sicher an einen Baum gebunden. Also los.

Er geht ein Stück vorwärts.

Roland:
Nanu, was ist denn das? Da glänzt etwas hinter dem Busch. Was kann das sein? Es funkelt und blitzt. Liegt dort ein Schatz? Nein, es bewegt sich ja ...

Während Roland redet, schiebt sich der Drache hinein.

Roland:
Oh, mein Gott. Das ist ein Drache. Er kommt immer näher. Was will er von mir? Hilfe!

Der Drache schiebt sich dicht an Roland heran.

Roland:
Du blutest ja! Da steckt ein langer Stock in deinem Nasenloch! Warte ich ziehe ihn dir heraus. Geh' mal ein Stück zurück.

Der Drache wird so weit zurück geschoben, dass man nur noch Roland sieht. In diesem Moment kann hinter der Bühne das Holzstück aus der Nase des Drachen entfernt werden.

Roland:
Hau ruck, Mensch, geht das schwer. Gleich hab ich's. So, noch einmal ... und ... geschafft!

Der Drache erscheint wieder auf der Bühne und schiebt sein Gesicht ganz dicht an Roland heran.

Roland:
He, lass das! Das kitzelt. Ist ja schon gut. Jeder hätte dir geholfen. So, jetzt muss ich aber zu meinem Onkel. Ich bin sicher, dass es da vorne Ärger gibt.

Er will gehen. Der Drache folgt ihm.

Roland:
Du kannst nicht mit! Geh weg.

Der Drache bleibt.

Roland:
Hör mal, mein Onkel ist ein besonders tapferer Ritter. Er wird dich töten, wenn er dich sieht.

Roland geht. Der Drache bleibt zunächst zurück.


4. Szene:
Bühnenbild: Wald
Personen: ein Jagdaufseher, mehrere Wilddiebe, Onkel Siegfried, Roland, später auch der Drache

Der Jagdaufseher, die Räuber und Onkel Siegfried "kämpfen".

Roland:
Onkel Siegfried, was ist los?

Onkel Siegfried:
Roland! Du solltest doch auf mich warten. Diese Wilddiebe haben meinen Jagsaufseher überfallen. Ich musste ihm zur Hilfe kommen.

Wilddieb:
Los, ergreift den Jungen, dann müssen sie uns gehen lassen!

Sie bewegen sich auf Roland zu.

Roland:
Onkel Siegfried! Hilf mir!

Da kommt der Drache aus dem Gebüsch.

Wilddieb:
Hilfe, ein Ungeheuer! Lauft um Leben!

Die Wilddiebe unter Geschrei ab.

Roland:
Vielen Dank, Drache. Jetzt sind wir quitt. Ich habe dir geholfen und du hast mir geholfen.

Der Drache schiebt sich wieder dicht an Rolands Gesicht heran.

Roland:
He, das kitzelt!

Onkel Siegfried:
Roland! Das ist ein Drache!

Roland:
Ich weiß. Aber es ist ganz zahm und freundlich.

Onkel Siegfried:
Roland, wir Ritter töten Drachen.

Roland:
Aber ich bin noch kein Ritter. Und außerdem hat er uns geholfen.

Onkel Siegfried:
Das spielt keine Rolle. Geh beiseite, Kind. Der Drache muss erledigt werden.

Roland:
Das ist nicht sehr ritterlich. Ich erlaube es nicht. Schnell Drache, lauf!

Beide schnell ab.


5. Szene:
Bühnenbild: Himmel
Personen: Roland auf dem Drachen

Roland:
Fliegen ist wirklich himmlisch! Wie winzig klein da unten alles ist. Aber irgendwann müssen wir wohl wieder hinunter. Und was wird dann? Bald ist es Abend. Ich habe nichts zu essen. Und meine Decke ist in den Satteltaschen meines Pferdes. Was fressen eigentlich Drachen? 

Sie fliegen aus dem Bild.


6. Szene
Bühnenbild: Wald
Personen: Roland, Drache, später Onkel Siegfried

Roland:
Brrr, was war das eine kalte Nacht. Trotz des Feuers, das du mir angemacht hast, vielen Dank noch einmal dafür. Und was bin ich hungrig. Du musst doch auch Hunger haben. Ach Drache, ich kann dich wirklich gut leiden, aber so kann es irgendwie nicht weitergehen. Ich soll doch Page werden. (Pause) Oh nein, sieh nur. Dort hinten kommt Onkel Siegfried. Wie hat er uns bloß gefunden? Wir müssen weg!

Onkel Siegfried:
Roland! Roland! Bleib! Hör mich an. Ich habe nachgedacht und du hast Recht. Der Drache hat uns geholfen. Also wäre es wenig ritterlich, ihn dafür zu töten. Was ich tun wollte war falsch. Ich werde den Drachen ziehen lassen. Aber du musst wieder mit mir kommen. Du sollst Page werden. Ich habe deiner Mutter versprochen, auf dich auf zu passen. Also, wie sieht es aus?

Roland:
Wenn du dem Drachen nichts tust, komme ich mit dir. Aber du musst bei deiner Ehre schwören, dass der Drachen auf Lebzeiten in deinem Reich Sicherheit und Freundschaft findet.

Onkel Siegfried:
Ich schwöre bei meiner Ehre als Ritter.

Roland:
Hast du das gehört, Drache? Du bist in Sicherheit. Dann trennen sich unsere Wege wohl hier. Ich werde dich nie vergessen.

Der Drache schiebt ein letztes Mal sein Gesicht an Rolands Gesicht heran.

Roland:
Das kitzelt! Also, mach's gut mein Freund.

Drache ab.


7. Szene
Bühnenbild: Wald
Personen: Roland auf einem Pferd, Onkel Siegfried auf einem Pferd

Roland:
Danke, Onkel Siegfried.

Onkel Siegfried:
Ich habe dir zu danken. Du hast dich mutig und ehrenhaft gezeigt. Du wirst bestimmt einmal ein guter Ritter.

Roland:
Das hoffe ich sehr.

Onkel Siegfried:
Und siehst du da oben deinen Drachen? Der wird wohl dein Leben lang dein Freund sein.

Roland:
Und ich seiner.

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