LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Vorwort

Es ist die Zeit der Kreuzzüge ins Heilige Land. Genauer gesagt, der Dritte Kreuzzug, der von 1189-1192 stattfand. Ausgelöst wurden diese Kreuzzüge im Jahr 1009, als die islamischen Machthaber die Grabeskirche, in der der Leichnam Jesu lag, zerstört hatten. Mehr als acht Jahrzehnte später, 1095 rief der damalige Papst Urban zum Kampf um das Heilige Land auf. Damit begann der erste Kreuzzug.


Wilfrid d’Ivanhoe

Für die christlichen Krieger, die im Namen Gottes auszogen, um Jerusalem von den arabisch - muslimischen Gegnern zurückzuerobern, bedeutete die Teilnahme Ruhm und Ehre. Wer dabei starb, ging als Märtyrer in die Geschichte ein. Ein Kreuzzug war gleichzeitig Bußgang und Kriegszug. Zahlreiche Ritterorden wurden gegründet von denen der bekannteste der Templerorden war, von dem auch in dieser Geschichte erzählt wird.

König Richard, auch bekannt als Richard Löwenherz, führte den dritten Kreuzzug zusammen mit dem König von Frankreich an. Dabei geriet er in österreichische Gefangenschaft. Für seinen Bruder, Prinz John, war die lange Abwesenheit der passende Anlass, um den englischen Thron an sich zu reißen. Geschickt nutzte er die Spaltung in der Bevölkerung zwischen Normannen und Angelsachsen, um die Krone an sich zu reißen.

Unsere Geschichte erzählt vom stolzen Sachsen Cedric, und seiner wunderschönen Ziehtochter Lady Rowena auf die es normannische Ritter abgesehen haben. Gerade rechtzeitig kehrt Wilfred von Ivanhoe, der verstoßene Sohn Cedrics aus dem Heiligen Land nach Hause. Und außerdem ist da noch dieser geheimnisvolle schwarze Ritter…

Eine besonders tragische Figur ist die der schönen Jüdin Rebekka. Ihr Vater ist ein reicher jüdischer Kaufmann, der als Geldverleiher auftritt und die Verschwörung gegen König Richard damit finanziell unterstützt. An diesen Personen wird klar, dass es Antisemitismus nicht erst seit dem dritten Reich gibt.

Das Klischee des geldgierigen Juden, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist, wird kräftig vertreten und nur die anmutige Tochter Rebekka trägt dazu bei, den Ruf wieder ein wenig aufzupolieren. Doch egal, ob sie auf Engländer, Vertreter des Adels oder der Kirche stoßen, überall werden sie als zweitklassig und minderwertig behandelt. Bei der Krönung König Richards war den Juden die Teilnahme verboten worden. Einige Führer, die mit Geschenken anreisten, wurden ohne Umschweife brutal aus dem Krönungssaal geworfen.

Der schlimmste Gewaltsausbruch fand in York statt. Einige lokale Adlige, die bei Juden hoch verschuldet waren, ergriffen die Gelegenheit, um sich der Last zu befreien. Als die Juden angegriffen wurden, flüchteten sie in das Schloss Keep. Als sie belagert wurden, sahen sie nur einen Ausweg und nahmen sich einer nach dem anderen das Leben. Mehr als 150 starben auf diese Weise. Auch das Schicksal von Rebekka in der Geschichte geht fast bis zum Äußersten...

Wenn ihr gerne Rittergeschichten mögt, dann habt ihr vielleicht auch schon Robin Hood gelesen, der ebenfalls hier im Lesekorb zu finden ist? In der Geschichte um Ritter Ivanhoe gibt es ein Wiedersehen mit dem Bogenschützen. Aber mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Die normannischen Gegner von Ivanhoe haben allesamt wohlklingende französische Namen, was zum Ausdruck bringen soll, dass der englische Adel zur damaligen Zeit französisch sprach, im Gegensatz zum gemeinen Volk, das nur die derbere englische Sprache beherrschte.


Richard Löwenherz

Obwohl König Richard ein Normanne war, liebte ihn das Volk, wegen seiner Tapferkeit und Gerechtigkeit. Sein großes Ziel war es die beiden Völker zu vereinen und Frieden in England einkehren zu lassen.

Sir Walter Scott, der Autor des Buches wurde am 15. August 1771 in Edinburgh, Schottland, geboren. Er war das neunte von zwölf Kindern. Aufgrund einer Kinderlähmung am rechten Bein, kam er früh zu seinem Großvater aufs Land, wo ihn die Leselust packte.

Mit dreizehn Jahren besuchte er die Hochschule in Edinburgh und wurde später Anwalt. Also solcher amtierte er einige Jahre, bis er zum Sheriff der Grafschaft Selkirk ernannt wurde. Nur sieben Jahre später bekam er den Posten eines Sekretärs am Edinburgher Gerichtshof. Nun hatte er genug Zeit und Muße für sein poetisches Schaffen.

Mit ungefähr sechzig Jahren erlitt er mehrere Schlaganfälle und verstarb am 21. September 1832.


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Der Klassiker IVANHOE von Sir Walter Scott (1771-1832) wurde von Gabi Müller für den Lesekorb nacherzählt.

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