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Trotula

Trotula (? - 1097)
Ärztin, Autorin wichtiger medizinischer Fachbücher, Mitglieder der medizinischen Fakultät der Universität von Salerno in Italien

Trotula wurde, so schätzt man, Anfang bis Mitte des elften Jahrhunderts geboren. Sie gehörte der Adelsfamilie Ruggiero aus der Gegend von Neapel an und konnte als Mitglied der Oberschicht höhere Schulen besuchen. Sie heiratete den Arzt Johannes Platearius und bekam zwei Söhne, Matthias und Johannes, die beide den gleichen Beruf wie ihre Eltern wählten. Nachdem die Medizinschule von Salerno zur ersten europäischen Universität ernannt worden war, lehrten und forschten dort Trotulas Mann und ihre beiden Söhne. Später wurde auch Trotula Mitglied der medizinischen Fakultät. Mit ihrem Mann und ihren Söhnen verfasste sie eine medizinische Enzyklopädie, die "Practica Brevis". Das später als "Trotula Major" bekannt gewordene Werk "Passionibus Mulierum Curandorum" (Krankheiten der Frauen) gilt als ihre bedeutendste Schrift über Frauenkrankheiten.

Heutige Mediziner konnten feststellen, dass dieses Werk seiner Zeit auf vielen Gebieten weit voraus war. Trotula gehörte nicht nur zu den ersten Ärzten, die ihre Patienten ohne Astrologie, Magie und Gebete behandelten. Sie hatte damals schon erkannt, dass Sauberkeit, eine ausgewogene Ernährung und Bewegung für die Gesundheit wichtig sind und warnte vor Unruhe und Stress.

Auf den Gebieten der Chirurgie, der Schmerzlinderung sowie der Betreuung von Mutter und Kind nach der Geburt waren Trotulas Erkenntnisse wegweisend. Trotula praktizierte den Kaiserschnitt und sie war die erste Ärztin, die nach einer Geburt mit Dammriss den Damm nähte und während der Wehen einen Dammschutz einführte, um ein Einreißen zu verhindern. Mit ihrer medizinischen Lehre verstieß Trotula in vielfältiger Hinsicht offen gegen die Lehre der Kirche. So vertrat sie die Ansicht, dass die Kinderlosigkeit einer Frau auch in bestimmten Fällen auf gesundheitliche Probleme des Mannes zurückgeführt werden kann, diese Meinung war eine, für die damalige Zeit ungeheuerliche Auffassung. Darüber hinaus setzte Trotula sich dafür ein, dass Frauen bei der Geburt schmerzstillende Mittel bekamen. Die Kirche dagegen beharrte strikt darauf, dass Frauen bei der Geburt zu leiden hätten - Medikamente gegen Geburtsschmerzen waren ein absolutes Tabu.

Leider lässt sich nicht mehr feststellen, ob die Probleme der Allgemeinmedizin, die in ihrer Schrift angesprochen werden, von Trotula selbst stammen oder erst später eingefügt wurden. Da der Text mehrfach abgeschrieben und von einer anderen Ärztin aus Salerno im 13. Jahrhundert wesentlich verändert wurde, ist es kaum möglich herauszufinden, wie weit ihre medizinischen Verdienste tatsächlich reichen. Einige Abschriften und einzelne Kapitel des "Trotula Major" wurden auch unter anderen Namen, darunter auch unter dem männlichen Namen Trottus, verbreitet. Die erste gedruckte Ausgabe von "Passionibus Mulierum Curandorum " erschien 1544 in Straßburg zusammen mit einigen Schriften Hildegard von Bingens. Gut zwanzig Jahre später brachte Kaspar Wolff in Basel eine Ausgabe heraus, in der er als Verfasser Eros Juliae nennt, den Arzt von Kaiser Augustus' Tochter Julia.

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