LABBÉ Verlag
Lesekorb - Geschichten für Kinder

Im Katalonierdorf

Nur hundert Schritte von dem Platz, wo die beiden Freunde auf der Lauer lagen, befand sich das Dorf der Katalonier. Die Kolonie von nordspanischen Fischern bestand bereits seit mehreren Generationen. Sie pflegten ihre Sprache und ihre alten Sitten und vermischten sich nur selten mit der Bevölkerung von Marseille.

Ein schönes Mädchen mit tiefschwarzem Haar und dunklen Augen stand an eine Wand gelehnt. Diese Augen schleuderten gerade Blitze, die einen jungen Mann trafen, der die Hand nach ihr ausstreckte. "Nein, nein, Fernand, niemals", rief sie. "Hundertmal habe ich es dir schon gesagt, ich werde dich niemals heiraten. Schweig endlich. Ich werde die Frau von Edmond Dantes."

"Er wird immer ein armer Seemann bleiben, um den du zittern musst. Ich aber werde reich, ich biete dir ein Haus", antwortete er. "Was kann Edmond dem entgegensetzen. Ich liebe dich! Heirate mich, oder es geschieht ein Unglück!"

"Ich liebe Edmond Dantes. Und kein anderer als er soll mein Gatte werden."

Fernand ließ den Kopf hängen. Dann plötzlich rief er: "Was ist, wenn er tot ist?"

"Wenn er tot ist, sterbe ich auch."

"Mercedes!", rief eine freudige Stimme vor dem Haus.

"Ah", rief das junge Mädchen. "Wie ihr seht, er lebt. Herein, Edmond, hier bin ich!"

Fernand wich bleich und bebend zurück und sank auf einem Stuhl nieder.

Edmond und Mercedes lagen einander in den Armen. Die Welt um sie herum schien vergessen. Da entdeckte Edmond den finster dreinblickenden Fernand. "Verzeihung, ich wusste nicht, dass wir zu dritt sind! Mercedes, wer ist dieser Herr?"

"Er ist mein Freund und Vetter Fernand Montego. Erkennst du ihn nicht wieder?"

"Ah, gewiss!", sprach Edmond und reichte dem Katalonier freundlich die Hand.

Fernand blieb stumm und unbeweglich auf seinem Stuhl. Mit einem Mal erhob er sich und verließ furchtbar bleich das Haus. Draußen angelangt rief er: "Wer befreit mich von diesem Menschen?"

"He, Fernand, wohin läufst du?", rief eine Stimme.

Er blieb stehen, schaute sich um und erkannte Caderousse und Danglars unter der Platane. "Ihr habt mich gerufen?"

"Ich rief dich, weil du wie ein Irrer davongerannt bist, und ich Sorge hatte du würdest dich ins Meer stürzen", erwiderte Caderousse lachend. "Du siehst aus, wie ein geschlagener Liebhaber."





Der Klassiker DER GRAF VON MONTE CHRISTO von Alexander Dumas (1802-1870) wurde von Gabi Müller für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von Coppin & Paul Gavarni (1804-1866)hergestellt.

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