Die gewonnenen Ritter

Ich bezahlte drei Pennies für mein Frühstück. Das war außerordentlich viel und die Bauern schenkten mir dafür einen Feuerstein und ein Stück Stahl. Sobald sie Sandy und mich auf unser Pferd verfrachtet hatten, zündete ich mir meine lang ersehnte Pfeife an, die ich bisher in meinem Helm transportiert hatte.

Als die ersten Rauchwolken durch die Öffnungen meines Helms pafften, flüchteten die Freien hastig in die Wälder. Sandy kippte rückwärts vom Pferd und fiel mit einem Plumps auf den Boden. Sie alle glaubten, ich sei ein Feuer speiender Drache, von denen sie in zahlreichen Lügengeschichten so oft gehört hatten.

Es kostete mich einige Zeit die Männer zurückzulocken und ihnen zu versichern, dass meine Pfeife gänzlich ungefährlich war. Schließlich waren diese großen Kinder so hingerissen, dass ich noch ein Weilchen bleiben und ein paar Pfeifen rauchen musste.

Einen Vorteil hatte dieser Zwischenfall. Sandys Plappermühle brauchte eine beträchtliche Zeit, bis sie den Schreck überwunden hatte - ich genoss die Stille. Außerdem war ich mir nun sicher, es mit den größten Unholden aufnehmen zu können.

Die nächste Nacht verbrachten wir bei einem heiligen Eremiten und am nächsten Nachmittag kam meine Gelegenheit. Wir überquerten gerade eine Wiese, als Sandy rief:

"Verteidigt Euch, Herr - Gefahr für Euer Leben droht!"

Sie glitt vom Pferd hinab und ich blickte in die angezeigte Richtung. Im Schatten eines Baumes erkannte ich ein halbes Dutzend bewaffnete Ritter mir ihren Knappen. Augenblicklich zündete ich mir meine Pfeife an. Die Angreifer kamen heran, alle auf einmal. Bedächtig blies ich die Rauchwolken durch die Stäbe meines Visiers.

Ihr hättet sehen sollen, wie die Angriffswelle sich da zerteilte und auseinander stob! Das war ein hübscher Anblick. Etwa dreihundert Ellen entfernt blieben sie stehen, was mich sehr beunruhigte, da ich mit einem erneuten Sturm rechnete. Ich fragte Sandy, warum sie nicht wegritten.

"Wegreiten sagt Ihr? Oh, sorgt euch nicht darüber. Sie warten, um sich zu ergeben. Sie fürchten sich nur zu sehr vor Euch, da sie glauben, einem Drachen gegenüberzustehen. Ich werde zu Ihnen gehen."

Das tat sie. Was soll ich sagen, sie regelte die Angelegenheit fulminant. Sie erklärte den Leuten, dass sie es mit dem Boss zu tun hätten. Voller Furcht nahm Sandy ihnen den Schwur ab, dass sie nach Camelot reiten und sich bei König Artus ergeben sollten. Von nun an waren sie meine Ritter, die meinen Befehlen zu gehorchen hatten.

Besser hätte ich die Sache nicht bewerkstelligt. Sandy war ein Prachtkerl!

Wir ritten weiter und ich meinte:

"Nun bin ich also Eigentümer von ein paar Rittern. Wer hätte gedacht, dass ich jemals solche Vermögenswerte erwerben sollte. Wie viele sind es eigentlich, Sandy?"

"Sieben, wenn es gefällig ist, Herr, und ihre Knappen."

Mit dieser Frage öffnete ich ihre Schleusen und Sandy begann erneut, ohne Punkt und Komma zu plappern. Auch wenn ich meinen Fehler gleich erkannt hatte, konnte ich sie doch nicht mehr aufhalten. Etwa um drei Uhr hatte Alisande mit ihrer Erzählung begonnen, nun ging die Sonne unter, als wir uns einer mächtigen Burg näherten, die auf einer Anhöhe lag.

Es war die größte Burg, die wir auf unserer bisherigen Reise gesehen hatten, aber Sandy wusste nicht, wem sie gehörte.