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Sich entschuldigen

"Ich finde meine neue CD nicht. Hast du sie vielleicht?" "Nö, keine Ahnung." "He, hier liegt sie doch! Warum sagst du nicht, dass du sie hast?"

Egal, ob zu Hause, in der Schule oder bei den Freunden - wenn man mit anderen zusammen ist, kommt es immer wieder zum Streit. Dinge gehen kaputt oder sind nicht aufzufinden, Aufgaben werden nicht rechtzeitig erledigt, Verabredungen nicht eingehalten…

Wenn es deswegen zum Streit kommt, hilft nur noch eins: derjenige, der sich nicht richtig verhalten hat, muss sich entschuldigen.

Ich bin schuld daran, dass das passiert ist. Wenn ich mich entschuldige und sage, dass mir die Angelegenheit Leid tut, ist die Sache aus der Welt und alles ist wieder gut – so denken die meisten, die etwas "ausgefressen" haben.

Doch so einfach ist es nicht immer. Ein einfaches "Tschuldigung" reicht oft nicht. Wem etwas kaputt gemacht wurde, wer vernachlässigt oder gekränkt wurde, ist oft nicht zufrieden, wenn der andere lange und ausführliche Erklärungen vorträgt.

Zu einer echten Entschuldigung gehört mehr: Es muss deutlich werden, dass sich der andere für das, was er getan hat, wirklich verantwortlich fühlt. Und: der andere muss bereit sein, seinen Fehler wieder gut zu machen. Einen Fehler zugeben und dann auch noch die Folgen ausbaden – das fällt vielen nicht leicht. Doch an einer Entschuldigung führt kein Weg vorbei.

Wer sich um eine Entschuldigung drückt, ist feige. Es ist völlig in Ordnung, wenn jeder, der übel gekränkt wurde, eine Entschuldigung fordert. Mehr noch: Man kann verlangen, dass der andere seinen Fehler großzügig wieder gutmacht. Dazu gehört etwa, dass man Dinge, die man beschädigt oder kaputt gemacht hat, ersetzt.

Ernste Streitereien beginnen oft mit einer Kleinigkeit, etwa wenn jemand ein dummer Spruch herausrutscht. Damit sich die Sache nicht zu einem ernsten Zerwürfnis hochschaukelt, sollte man sich jedes Mal, wenn man merkt, dass man jemanden – absichtlich oder unabsichtlich - gekränkt hat, entschuldigen. Was sagt man, wenn man sich entschuldigen will?

"Es tut mir wirklich Leid, ich wollte dir damit wirklich nicht wehtun."

"Es war mein Fehler, ich habe das Buch verlegt, entschuldige bitte."

"Ich habe dich angelogen. Es soll nicht wieder vorkommen. Es tut mir Leid, ehrlich."

Wie ist es, wenn man sich entschuldigt? Sich entschuldigen kostet Überwindung. Aber dann? Man ist erleichtert, wenn der andere die Entschuldigung und das Angebot, den Fehler wieder gut zu machen, annimmt. Ist danach alles wieder gut? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Manchmal dauert es eine Weile, bis der andere die Kränkung, die man ihm zugefügt hat, überwunden und wieder Vertrauen gefasst hat. Und das gelingt auch nur, wenn man sich anderen gegenüber rücksichtsvoll und fair verhält.

Wichtig!

Eine Entschuldigung ist der einzige Weg, um Konflikte einzudämmen und zu lösen. Wer sich falsch verhalten hat, muss sich entschuldigen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der andere, der gekränkt wurde, wütend und aggressiv wird.

Eine Entschuldigung muss ehrlich sein. Sich entschuldigen heißt, zu dem, was man gemacht oder gesagt hat, zu stehen und Verantwortung dafür zu übernehmen.

Es ist nicht immer leicht, sich zu entschuldigen. Wer sich entschuldigt, muss bereit sein, über seinen Fehler zu sprechen: Warum hast du das getan? Wie willst du das wieder gutmachen?

Wie kann man etwas wieder gutmachen? Frage nach, was sich der andere erwartet oder biete selbst eine großzügige Entschädigung an. Dass verlorene und beschädigte Gegenstände gleichwertig ersetzt werden, ist selbstverständlich.

Wer sich entschuldigt, beweist Mut: Er zeigt damit, dass er einen Fehler begangen hat und bereit ist, sich in Zukunft anders zu verhalten.

Seiten URL:
http://www.labbe.de/mellvil/index_kk.asp?themaid=7&titelid=203&datum=2020-10-18



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