LABBÉ Verlag
Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

Tolerant und aufgeschlossen sein

"Warum versteht mich hier keiner? Warum sind alle so ganz anders als ich? Es wäre alles viel, viel besser, wenn alle so wären wie ich!" In einer Umgebung, in der es nur wenige Menschen gibt, mit denen man viel gemeinsam hat, ist es oft sehr schwer, Anschluss zu finden.

Dieselben Hobbys, das gleiche Alter, denselben Musikgeschmack, ähnliche Klamotten… wer auf der Suche nach einem Freund oder einer Freundin ist, denkt zuerst an seine eigenen Vorlieben. Das hat seinen guten Grund: Je mehr Menschen miteinander verbindet, umso leichter kommen sie ins Gespräch und unternehmen etwas zusammen: Kinder, die viel lesen, sind gern mit anderen Leseratten zusammen. Sportskanonen, die in der Schulmannschaft spielen, treffen sich oft auch in der Freizeit. Gemeinsamkeit verbindet nicht nur, sie macht stark.

Doch sie hat auch einen Nachteil: Wer nur mit Leuten, die ihm sehr ähnlich sind, zusammen ist, lernt kaum etwas Neues kennen. Dazu kommt, dass viele, die sich nur in ihrer Gruppe stark fühlen, dazu neigen, andere Menschen abzuwerten. So entstehen Ansichten wie z.B. Hauptschüler sind …, die ausländischen Kinder in der Klasse sind …, alte Leute manchen immer…, die Ossis sind …

Solche Meinungen und Ansichten sind Vor-Urteile – man hat von einem Menschen, der zu einer bestimmten Gruppe gehört, von vornherein eine schlechte Meinung. Und das, obwohl man noch nie mit ihm gesprochen hat.

Vorurteile werten Menschen ab und grenzen sie aus. Wer Vorurteile offen ausspricht und vielleicht sogar noch damit prahlt, ist in Wahrheit eine ganz mickrige, kleine Nummer: Menschen mit Vorurteilen fühlen sich nur auf Kosten der anderen stark. Manchmal gehen die Vorurteile so weit, dass Menschen gewalttätig werden.

Wie kommt man aus der Ähnlichkeits- und Vorurteilsfalle heraus? Ist es ein Fehler, wenn man gern mit Leuten zusammen ist, mit denen man viel gemeinsam hat? Natürlich nicht. Doch es kommt darauf an, was man daraus macht! Schau dich in deiner Klasse um – wer kommt aus einem anderen Land und spricht eine weitere Sprache? Wer wohnt allein mit seiner Mutter oder seinem Vater? Wer ist Einzelkind, wer hat Geschwister? Wer hat eine Brille, wer eine Zahnspange, wer kurze oder lange Haare, wer blaue, wer braune Augen?

Wenn man sich genau umsieht, dann wird schnell klar: eigentlich sind alle Menschen ziemlich verschieden. Oder, andersherum ausgedrückt: Jeder Mensch ist einzigartig. Jeder verdient Respekt und Toleranz. Tolerant sein heißt, dass man die Besonderheiten des anderen als eine Selbstverständlichkeit akzeptiert und ihn nicht von seinen Standpunkten zu überzeugen versucht.

Jeder Mensch, für sich genommen, ist ein Individuum, das sich immer auch einer oder mehreren Gruppen zugehörig fühlt. Wer bin ich? Die Sprache und die Kultur, in der man aufwächst, stiftet Identität und gibt einem das Gefühl, dass man "dazugehört". Menschen, die mit mehreren Sprachen und in verschiedenen Ländern aufwachsen, fühlen sich in mehreren Kulturen zu Hause. Sie erleben die Kulturen, in denen sie leben, als eine Bereicherung: Wer in mehreren Kulturen zu Hause ist oder Fremdsprachen lernt, kann seine Kultur und sein Land aus einer neuen Perspektive kennen lernen.

Ich bin weiß, er ist schwarz. Ich bin behindert, sie ist gesund. Wie soll man sich jemandem gegenüber verhalten, der "anders" ist? Denke daran: Nicht nur du empfindest dein Gegenüber als "anders" – dein Gegenüber denkt wahrscheinlich genauso über dich! Verhalte dich so, wie du selbst behandelt werden möchtest: Sei aufgeschlossen und offen, und akzeptiere den anderen so wie er ist! Es lohnt sich immer, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen.

ninni [M 14]

Hallo Ausländer-Hasser,
lest das mal ganz genau: die Demokratie ist griechisch, die Ziffern sind arabisch, die Buchstaben lateinisch, dein Motorrad kommt aus Japan, deine Schokolade aus Kolumbien, dein Kaviar aus Russland, dein Walkman ist aus Korea, dein Parfüm aus Frankreich, dein Handy kommt aus Finnland und wenn du Urlaub machst, dann fährst du nach Spanien, in die Türkei oder nach Thailand. Aber einen Ausländern als Nachbarn, nein, das wollt ihr nicht! Soll das mal einer kapieren… Denkt mal darüber nach!

Wichtig!

Andere Länder, andere Sitten: Jede Kultur verdient Respekt. Keine Kultur ist besser oder wertvoller als andere Lebensweisen.

Vorurteile sind unfair, sie grenzen Menschen aus und führen zu Konflikten.

Menschen sind verschieden – manche Menschen haben mehr Gemeinsamkeiten, manche haben weniger. Um miteinander klar zu kommen, muss man tolerant sein.

Nur wer anderen gegenüber tolerant und aufgeschlossen ist, kann Neues entdecken. Toleranz schafft Platz für eine Vielfalt von Lebensweisen und Kulturen.

Toleranz hat ihre Grenzen, wenn Menschenrechte verletzt werden. Das ist der Fall, wenn Menschen zum Beispiel aus religiösen Gründen oder um der Familienehre willen grausam behandelt werden.

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