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Mellvil - Ein Kinderforum zum Klarkommen

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Trauer um die Toten

Wir trauern nicht nur, wenn jemand, der uns nahe stand, gestorben ist. Der Freund ruft nicht mehr an, du musst mit deiner Familie in eine andere Stadt ziehen, die Eltern lassen sich scheiden, das Haustier ist gestorben… solche Ereignisse machen nicht nur wütend und traurig. Je schlimmer der Verlust ist, umso größer ist die Trauer. Doch was genau ist Trauer?

Das Gefühl der Trauer
Wir trauern, wenn etwas, was wir gewohnt waren und was uns wichtig war, nicht mehr da ist – ganz egal, ob es ein Haustier, die bisherige Umgebung oder ein Mensch ist. Oft kommt das Gefühl der Trauer bereits auf, wenn wir nur Angst davor haben, dass es soweit kommen könnte…

Doch die Trauer ist mehr als nur eine abgrundtiefe Traurigkeit über den Verlust von etwas oder jemandem, der uns sehr wichtig war. Die Trauer ist eines der stärksten Gefühle überhaupt. Warum trauern wir, selbst wenn wir glauben, dass der Verstorbene nach dem Tod weiterlebt? Wenn wir trauern, haben wir oft das Gefühl, als wäre mit dem Tod des anderen ein Teil von uns selbst für immer verloren. So gesehen ist die Trauer ein Gefühl, das ganz eng mit unserer Lebensweise in der Gemeinschaft verbunden ist: Indem wir trauern, wird uns klar, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind.

Wenn jemand gestorben ist, dauert es meist eine ganze Weile, bis uns bewusst geworden ist, dass die Person wirklich nicht mehr da ist. „Im Kopf“ ist es uns klar; wenn es aber um die Gefühle geht, dann ist uns der Verstorbene immer noch gegenwärtig. Es fällt schwer, voll und ganz zu akzeptieren, dass die verstorbene Person nie zurückkehren wird.

Gedanken an den Tod
Jeder Mensch muss eines Tages sterben. Wie kommt man mit dieser Gewissheit klar? Mit etwa fünf Jahren ist den meisten Kindern bewusst, dass der Mensch nicht unsterblich ist. In der Pubertät, ab etwa 11 oder 12 Jahren, beginnen viele ältere Kinder erneut über den Tod nachzudenken. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten rückt der Gedanke an den Tod in den Hintergrund. Erst mit etwa 50 Jahren, wenn die Menschen die Lebensmitte überschritten haben, wird der Tod ein Thema: Die eigenen Eltern sind alt geworden oder bereits tot. Plötzlich ist man selbst der oder die Älteste in der Familie. Und eines Tages passiert es: Jemand aus der Familie oder dem engsten Freundeskreis stirbt. Mit einem Mal ist alles anders – ein wichtiger Mensch ist nicht mehr da!

Mit der Trauer leben
Ein Mensch, der einem sehr nahe stand, ist gestorben. Wie kommt man mit den traurigen Gefühlen und den Gedanken an den Verstorbenen klar? Am besten ist es, wenn man mit einem verständnisvollen Menschen darüber spricht, wie man sich in seiner Trauer fühlt. Das Reden über Gefühle hilft, besser mit ihnen klar zu kommen. Wer dagegen versucht stark zu sein und seine Trauer zurückhält, wird häufig zu einem späteren Zeitpunkt umso mehr darunter leiden. Viele sind so traurig, dass sie weinen müssen. Auch das ist völlig in Ordnung. Warum und wann ist er oder sie gestorben? Oft stellen sich viele Fragen. Es ist wichtig, dass man eine Antwort darauf bekommt. Frage immer wieder nach und versuche eine Antwort auf deine Fragen zu bekommen.

Anfangs, kurz nach dem Tod eines nahe stehenden Menschen, kann es passieren, dass man sogar Schuldgefühle empfindet – als ob man dafür Verantwortung tragen müsste, dass jemand gestorben ist. Es kommt auch vor, dass man sich alleine gelassen fühlt und darüber wütend ist. Wut und Zorn zurückzuhalten ist nicht richtig, auch in dieser Situation nicht. Je mehr und je länger man solche Gefühle zurückhält, umso mehr stauen sie sich auf. Die Gefahr: Eines Tages kommt es zu einem unkontrollierten Gefühlsausbruch.

Wer immer wieder über den Verstorbenen nachdenkt und unter dem Verlust leidet, kann sich kaum auf etwas anderes konzentrieren. Erwachsene haben es schwer, bei ihrer Arbeit die nötige Leistung zu bringen, Kinder und Jugendliche können in der Schule kaum aufpassen. Vielen Erwachsenen ist nicht klar, wie Kinder trauern: Viele Kinder träumen von dem oder der Toten; manchmal haben sie, wenn sie morgens aufwachen, das Gefühl, als wäre der bzw. die Verstorbene im Zimmer. Das klingt vielleicht verrückt, ist es aber nicht: Solche Vorstellungen sind nur ein Zeichen dafür, dass man sich, bewusst und unbewusst, mit dem Gedanken an den Tod und an den Verstorbenen beschäftigt.

Abschied und Erinnerung
Was kann man tun, wenn man sich von solchen Trauer-Gedanken unangenehm berührt fühlt? Trauern heißt Abschied nehmen. Es geht nicht darum, den Menschen, der gestorben ist, mit der Zeit zu vergessen. Im Gegenteil: Trauern heißt, die Erinnerung an ihn bzw. sie zu pflegen. Man kann ein Gedenk-Album mit Fotos, Zeichnungen und anderen Erinnerungen anlegen. Oder einen Baum zum Gedanken pflanzen. Trauern bedeutet, mit der Erinnerung an den Verstorbenen weiter zu leben und wieder in sein eigenes Leben zurückzufinden. Auch wenn man sich kaum vorstellen kann, wie das Leben eines Tages ohne Vater und Mutter aussehen wird - es geht in jedem Fall weiter. Man vergisst nie, was passiert ist – etwa, dass die Eltern gestorben sind. Mit der Zeit lernt man jedoch, mit der Trauer zu leben. Viele, die einen nahen Angehörigen verloren haben, sagen, dass sie nach einer gewissen Zeit das Leben mit ganz anderen Augen sehen.

Rituale rund um die Trauer
Wenn wir uns an zu den christlichen Festtagen an den Gräbern versammeln, ist dies eine ritualisierte Form der Trauer. Wie die Menschen trauern, hängt von der Kultur ab, in der sie leben. In Mexiko wird Allerheiligen und Allerseelen in einer Mischung aus altindianischem Volksglauben und christlichen Elementen mit einem ausgelassenen Familienfest gefeiert. Die Mexikaner glauben, dass die Toten durch eine Art Wolkentor zurück auf die Erde kommen. Für ihre „Reise“ stellen die Menschen den Toten Kerzen und Gefäße mit Weihrauch als eine Art Wegweiser auf. Der Mittelpunkt der Feiern sind die Altäre mit Gaben für die Toten, die in den Häusern eingerichtet werden: Die verstorbenen Kinder erhalten Süßigkeiten, die Erwachsenen Schnaps und Zigaretten. Dazu kommen ihre Lieblingsspeisen und persönliche Gegenstände, z.B. handgefertigte Sachen. Überall wird gefeiert, auf öffentlichen Plätzen und den Straßen. Mit einer Abschiedsfeier auf den Friedhöfen geht das Fest zu Ende: Dort werden in der Nacht vom ersten auf den zweiten November die Speisen, die für die Toten vorbereitet wurden, verzehrt, es wird getanzt und gelacht. An Mitternacht, wenn die Toten wieder in den Himmel zurückkehren, ist das Fest zu Ende.

Trauer – ein Gefühl des schmerzvollen Abschieds

Trauer ist ein elementares, sehr starkes Gefühl. Immer, wenn etwas Gewohntes, das einem viel bedeutet, sich abrupt ändert, kommt ein Gefühl der Trauer auf.

Mit welchen Ritualen und Bräuchen Menschen trauern, ist von der Kultur und der Religion, die sie praktizieren, geprägt.

Trauern heißt, endgültig Abschied zu nehmen. Das ist oft ein sehr schmerzvoller Prozess – Weinen, traurige Gedanken, Niedergeschlagenheit und unangenehme Träume gehören für viele dazu.

Man kann mit der Trauer besser umgehen, wenn man mit anderen über seine Gefühle spricht. Wer niemand zum Reden hat, kann ein Tagebuch oder ein Erinnerungsbuch anlegen. Wichtig ist, dass man seinen Erinnerungen einen Raum gibt, z.B. in einem Album oder mit Fotos, die man an der Wand aufhängt.

Um jemanden trauern bedeutet, dass man von dem oder der Verstorbenen Abschied nimmt und sich an das Leben ohne die verstorbene Person gewöhnt.

Viele Menschen trauern, wenn ihr Haustier gestorben ist. Das ist völlig in Ordnung. Egal, was man betrauert: Gespräche über seine Gefühle und ein Platz für die Erinnerungen, z.B. ein Erinnerungsbuch, helfen, mit der Trauer besser klar zu kommen.

Oft ist es gar nicht gut, ein verstorbenes Haustier sofort durch ein neues Tier zu ersetzen. Viele Tiere haben eine Persönlichkeit – und die ist nicht ersetzbar. Meist sind es auch die Erlebnisse, die man mit dem Tier geteilt hat. Auch sie kann man mit einem neuen Tier nicht einfach wiederholen.

Wer um sein Haustier trauert und sich zu Hause einsam fühlt, kann z.B. ein Tier aus der Nachbarschaft betreuen.

Nicht nur wir Menschen trauern. Hoch entwickelte soziale Tierarten wie Schimpansen und Elefanten zeigen auch besondere Verhaltensweisen, wenn ein Mitglied aus ihrer Gemeinschaft stirbt.

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