Nicole-Barbe Cliquot

Nicole-Barbe Cliquot

Nicole-Barbe „Veuve“ Cliquot (1777-1866)
Erfinderin der modernen Champagner-Lagerung und des Rosé-Champagners, Unternehmerin

Nicole-Barbe wurde 1777 als Tochter einer angesehenen Familie der Oberschicht geboren und wuchs in Reims, einer alten Stadt in der Champagne auf. Die ersten 20 Jahre in Nicoles Leben verliefen durchaus so, wie es sich ihre Eltern wünschten. 1794, mit erst 17 Jahren, heiratete Nicole einen gewissen Monsieur Cliquot, Inhaber einer Champagner-Weinkellerei. Doch nur zwei Jahre nach der Hochzeit, kurz nachdem sie eine Tochter geboren hatte, starb ihr Ehemann und Nicole war mit 20 Jahren bereits Witwe.

Zur großen Überraschung der alt eingesessenen Champagner-Händler war Nicole - La Veuve („Die Witwe“) Cliquot, wie man sie später nur noch nannte - fest entschlossen, das Geschäft weiter zu führen. Dabei sah es zu dieser Zeit für die Champagner-Industrie ganz und gar nicht gut aus. Während wenige Jahre zuvor die Wirren der Französischen Revolution den Absatz in Frankreich drosselten, sorgten jetzt die napoleonischen Kriege dafür, dass der Export französischer Güter drastisch zurückging, die Gewerbesteuer stark erhöht wurde und der Kurs des Francs rapide sank. Dazu kam, dass der Schaumwein, den Dom Perignon, der Kellermeister der Benediktinerabtei Hautvillers, erfunden hatte, trübe war und einen Bodensatz hatte. Unter Kennern galt er als Modegetränk, dem man keine Zukunft einräumte. Natürlich bekam auch Nicoles Champagner-Kellerei die Folgen der napoleonischen Kriege zu spüren. In dieser Situation bewies sie ihr unternehmerisches und politisches Geschick.

Mit Hilfe ihres Vaters, Monsieur Ponsardin, der Bürgermeister von Reims und ein enger Verbündeter Napoleons war, konnte sie die Steuerlast, die auf ihrem Unternehmen lag, herunterschrauben. Um größere Mengen von ihrem Schaumwein ins Ausland zu verkaufen, nahm sie einen Partner ins Geschäft auf, den aus Deutschland stammenden Monsieur Werle. Monsieur Werle, der die französische Staatsangehörigkeit besaß, war ein bedeutender Mann. In seiner Karriere brachte er es bis zum Präsidenten der lokalen Handelskammer, später übernahm er auch das Bürgermeisteramt von Reims. Doch erst die Neuerungen, die Madame Cliquot in die Champagner-Herstellung einbrachte, führten zum großen Erfolg der Firma. Nicole-Barbe Cliquot erfand eine Methode, mit der man dem Champagner den Bodensatz entnehmen konnte, ohne dass dabei die Kohlensäure entwich, und sie erfand die Herstellung von Rosé-Champagner.

Sie kann daher zurecht als die Erfinderin des modernen Schaumweins gelten, denn erst durch ihre Umstellung in der Produktion gelang es, einen klaren und prickelnden Schaumwein zu erzeugen. Plötzlich stieg die Nachfrage nach dem neuen Champagner in ganz Europa, so dass die Verkaufszahlen der Firma Cliquot sehr bald die der Konkurrenten weit übertrafen.

Im Jahr 1820 setzte sich Nicole-Barbe Cliquot in dem prächtigen Château Boursault zur Ruhe, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1866 lebte. Heute ist die Sektkellerei Cliquot die drittgrößte Champagnerfirma in Frankreich und wird noch immer von den Nachkommen der Firma Werle betrieben.