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Zzzebra - Das Web-Magazin für Kinder

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Marmotte

Seit wann schreiben Goethe und Beethoven Volkslieder zusammen? Goethe hat dieses Lied "Marmotte" für ein Theaterstück geschrieben, und als Beethoven den Text las, war er so ergriffen, dass er sich sofort eine Melodie dazu ausdachte. 

Das Lied handelt von den Flüchtlingskindern aus Savoyen. Damals kamen immer wieder neue Wellen von Flüchtlingskindern aus der Schweiz nach Deutschland. Jedes Mal, wenn der Hunger in den Alpentälern nicht mehr auszuhalten war, schickten die armen Bergbauern ihre Kinder über die Alpen los. Sie zogen als bettelnde Straßenmusikanten durch ganz Deutschland. Oft hatten sie dressierte Murmeltiere aus ihrer Heimat dabei. Murmeltier heißt auf Französisch "Marmotte" und so heißt das Lied.

Auf den Jahrmärkten, in den Gasthöfen und auf den bekannten Handelsstraßen führten die verlausten Savoyer Kinder die Kunststücke ihrer dressierten Murmeltiere vor. Oft sangen sie ihre Lieder dazu, die sie mit der Drehleier begleiteten. Eines Tages beobachtete Goethe diese "Krätzenkinder" und war so von ihrer Geschicklichkeit fasziniert, dass er einen solchen Bauernjungen in einem Theaterstück auftreten ließ. Der ließ sein Murmeltier tanzen  und sang dazu: "Ich komme schon durch manche Land..."

§22

Kindern, die wegen Krieg und Not fliehen müssen,
muss geholfen werden!

Flüchtlingskinder, deren Eltern nicht mehr leben, haben die gleichen Rechte wie alle andere Kinder auch.

Mit einem Mal fanden die feinen Damen der Gesellschaft die kleinen Bettler mit ihren tanzenden Murmeltieren niedlich. Und den feinen Herren, die sich bei den feinen Damen beliebt machen wollten, blieb nichts anderes übrig, als den Kindern ein wenig Kleingeld hinzuwerfen. Die weinenden Bettlerkinder wurden zur Mode. Die Reichen bestellten bei Künstlern Bilder mit zerlumpten, niedlichen Kindern.  Solche Kitschbilder findet man heute ab und zu auf Flohmärkten [Schluchz...].

Das Leben der Wanderkinder war aber hart. Sie lebten auf der Straße, und um überleben zu können, schlossen sie sich oft zu Banden zusammen oder zogen mit Bettlern und Zigeunern herum. Überall, wo sie hinkamen wurden sie verjagt, denn niemand wollte die "Savoyer" haben. Sie waren gezwungen, immer weiter zu ziehen. Manche wanderten bis nach Schweden. Und hier ist das ganze Lied:

1. Strophe:
Ich komme schon durch manche Land,
avec que la marmotte.
Und immer was zu essen fand,
avec que la marmotte.

Refrain:

Avec que si, avec que la,
avec que la marmotte.
Avec que si, avec que la,
avec que la marmotte.

2. Strophe:
Ich hab' geseh'n gar manchen Herrn,
avec que la marmotte.
Der hat die Jungfrau gar zu gern,
avec que la marmotte.

Refrain:

3. Strophe:
Hab' auch geseh'n die Jungfer schön,
avec que la marmotte.
Die täte nach mir Kleinem seh'n!
avec que la marmotte.

Refrain:

4. Strophe:
Nun lasst mich nicht so geh'n, ihr Herrn,
avec que la marmotte.
Die Burschen essen und trinken gern,
avec que la marmotte.

Refrain:

Das Theaterstück von Johann Wolfgang von Goethe heißt "Jahrmarkt in Plundersweiler" und Ludwig van Beethovens Lied findet man in Opus 52.

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