Ein Bürstenbinder bin ich

Ein Bürstenbinder bin ich


1.
Ein Bürstenbinder bin ich ja, ich bin ja von der Art,
mein Vater war ein Bürstenbind'r, hat keinen Heller g'spart.
Das Handwerk treib ich auch halt so, ich kann nichts ander's treib'n,
ein Kaufmann geb ich auch nit mehr, ich kann nit les und schreib'n.

2.
Die Borsten, die ich dazu brauch, die kauf ich mir zusamm',
und was ich nit von Metzger krieg, muss ich von Schinder nehm'.
Viel Bürsten mach ich, allerhand, viel Pinsel auch dazu;
das ist mein ganzer Reichtum, ja, kein Geiß und keine Kuh.

3.
Und wann ich sie zum Markte trag, viel über bleibt mir nichts,
bis ich in Markt herummer komm, hat ich ein rechten Spitz.
Der erste Tropfen schmeckt mir gut, so gut schmeckt auch der letzt,
denn ein Maß Bier, die langt mir nit, zum wenigst vier - fünf - sechs.