Comicsprache – Geräusche, Gefühle und Bewegung im Comic

Comicsprache – Geräusche, Gefühle und Bewegung im Comic
Eigene Comics zeichnen und erzählen

Wer Comicsprache selbst ausprobieren möchte, findet bei Labbé Zeichenübungen und Storytipps für eigene Comic-Geschichten. Schritt für Schritt entstehen Figuren, Szenen und kurze Erzählungen – vom ersten Entwurf bis zur fertigen Comicseite.

→ Comics zeichnen

Rrrrrums, klirr, mampf, boing …
Wer Comics liest, versteht solche Wörter sofort – auch ohne weitere Erklärung. Comicsprache ahmt Laute, Geräusche und Gefühle nach und macht sichtbar, was im Bild passiert oder was Figuren empfinden. Zusammen mit Zeichnungen entstehen so dynamische Szenen, die leicht verständlich und besonders einprägsam sind.

Comicsprache ist ein wichtiges Gestaltungsmittel im Comic. Sie verbindet Text und Bild, verstärkt Bewegung, Emotionen und Spannung und hilft Leser:innen, sich eine Situation unmittelbar vorzustellen.

Was ist Comicsprache?

Comicsprache besteht aus Lautwörtern, sogenannten Onomatopoetika. Sie ahmen Geräusche, Ausrufe oder Stimmungen nach – vom leisen pst bis zum lauten KA-BOOOOM. Manche stehen für konkrete Geräusche, andere für Gefühle oder körperliche Zustände.

Kinder begegnen Comicsprache früh und intuitiv. Sie verstehen sie oft, bevor sie alle Wörter lesen können. Genau deshalb eignet sich Comicsprache auch gut für kreative Schreib- und Zeichenprojekte.

Typische Bereiche der Comicsprache

In Comics lassen sich Lautwörter grob in verschiedene Gruppen einteilen:

Geräusche & Bewegung
BAM, RUMS, KLIRRR, SPLASH, ZOOOM
Sie machen sichtbar, was passiert: fallen, schlagen, rennen, explodieren.

Gefühle & Reaktionen
AH!, OHA, HUI, JUCHU, UFFF
Diese Wörter zeigen Überraschung, Freude, Erschrecken oder Erleichterung.

Körper & Alltag
MAMPF, SCHLUCK, HICKS, GÄHN, Z
Sie beschreiben Essen, Müdigkeit, Atmen oder Schlafen.

Tiere, Maschinen & Umwelt
WAU, BRUMM, BEEP, WROM, RUMBLE
Geräusche aus der Umwelt, Technik oder Tierwelt.

Warum Comicsprache Kinder so gut anspricht

Comicsprache ist spielerisch, direkt und kreativ. Kinder können neue Lautwörter erfinden, sie grafisch gestalten, vergrößern, verzerren oder in Farben setzen. So wird Sprache nicht nur gelesen, sondern gestaltet.

Im Unterricht oder zu Hause lässt sich Comicsprache gut nutzen, um
Szenen lebendiger zu erzählen,
Gefühle und Handlungen zu benennen,
eigene Geschichten zu entwickeln
und Schreiben und Zeichnen miteinander zu verbinden.

Gerade für Kinder, die sich mit längeren Texten schwertun, bietet Comicsprache einen leichten Einstieg in narrative Formen.

Comicsprache selbst einsetzen

Beim Zeichnen eigener Comics hilft es, sich zu fragen:
Was hört man in dieser Szene?
Welche Bewegung soll sichtbar werden?
Welches Gefühl hat die Figur gerade?

Ein einziges Lautwort kann oft mehr erzählen als ein ganzer Satz.

Zum Abschluss folgt eine umfangreiche Übersicht typischer Laut- und Ausrufwörter aus der Comicsprache. Sie dient als Nachschlagewerk und Inspirationsquelle – zum Stöbern, Wiederfinden oder gezielten Auswählen passender Wörter für eigene Comic-Geschichten. Nicht alles muss auf einmal gelesen werden: Oft reicht ein Blick, um das passende Geräusch, Gefühl oder die richtige Bewegung zu finden.


Comicsprache – Laut- und Ausrufwörter (Übersicht)

AA, AH, AAH, AHH, AAAH – Angst-, Schreckens-, Schmerzensschrei
ÄH, ÄÄÄH – Ausdruck der Verlegenheit, Unsicherheit, heulender Säugling
ÄCHZ – körperliche Anstrengung
AI, AAIIEE, AAAAIIIIEEE – Schrecken-, Schmerzen-, Todesschrei
AH-OHAH – gähnen
AU, AUUU, AUA, A-U-A – Schmerzensschrei
AUTSCH – Schmerzensschrei

BÄH – weinen, heulen
BAM, BAMM, BAAM – Schuss, Ohrfeige, pochen, hämmern, schlagen
BANG – Schuss, Explosion, Tür zuschlagen
BAZZ – Straßenlärm
BEAN – futuristischer Apparat
BEEP, BIEP – Signal
BEURK – erbrechen
BLINK – zwinkern
BLUB, BLUBB – Wasserwellen, ertrinken, sinkendes Schiff
BOING – Schlag, Zusammenstoß
BOOM – dröhnen, brummen
BRR, BRRRR – stöhnen, frieren
BROM, BROMM – startendes Auto
BRUMM, BRU-U-U-UMM – Tiere, Autos, Gewitter
BU, BUH, BUUU, BUHHH – weinen, heulen, erschrecken, Ausruf der Verachtung
BUMS, BUMMMS – Explosion, irgendwo vorlaufen
BZZ, BZZZ, BZZZZZ – schnarchen, schlafen, Summen von Fliege oder Biene

CLACK – rasselnde Ketten, Tür
CLICK – Tür, Verschluss, Kamera
CRACK – berstender Fels

DING-DONG – Glocke
DOOSH – im seichten Wasser waten
DRRRRR – Wecker
DRINNG, DRRRINNG – Telefon, Türglocke
DZ – Ausdruck der Missbilligung

EEE, EEEH – Angstschrei
EH, EHH – Verlegenheit

FEEOOP – Sprung
FIDDLE – Geigenklänge
FIEP – Flötenspiel
FIZ, FIZZ, FIZZZZ – zischen, sprudeln, sprühen
FLAP, FLAPP – flattern
FLASH – mit Blitzlicht fotografieren
FLUTSCH – ausrutschen
FOOOP – Verwandlung

GACK – Huhn
GÄHN – gähnen, Langeweile, Müdigkeit
GHHH – Todesröcheln
GIGGLE – kichern
GIK – hysterisches Stammeln
GLOG – aus einer Flasche trinken
GLUCK – trinken
GNIZP – Nervenzusammenbruch
GR, GRRR, GGRRR – knurren
GRABSCH – grabschen
GRMBL – verärgert grollen
GROMPF – hastig essen
GRUMMEL – Ausdruck des Ärgerns
GRUMPH – schnauben

H, HH, HHHH – schwer atmen, keuchen
HA, HAA, HAAH, HA-HA, HI-HI, HO-HO – lachen, sich freuen, Triumph
HAPS – knabbern
HE, HEEEE – Ausruf der Überraschung
HICKS – Schluckauf
HOP, HOPP, HOPS – hüpfen, springen, Pferd antreiben
HUHU, HUHUUU – weinen, heulen
HUI, HUIIII – jemand oder etwas huscht vorbei

II, IH, IHHH, IIIIIIIII – Angst, Ekel
IA, I-AA, IAAH – Eselsschrei

JAPS – nach Luft schnappen
JAUL – einsamer Hund
JIPIII – Freudenschrei
JUA, JUAAA – wieherndes Lachen
JUCHU – Freude

KA-BOOOOM – Explosion
KCH, KCHHH – husten
KLANG – Metall schlägt auf Metall
KLACK – Schlag
KLAPS – Schlag auf das Hinterteil
KLICK – Kamera, Tür öffnen oder schließen
KLIRRR – Glas zerbricht
KLOING – eine Treppe hinunterkullern
KNOCK – an eine Tür klopfen
KNURR – knurren
KRACK – Ast bricht ab

LA, LA-LA-LA – singen
LICK – schlecken

MM, MMMMM – summen, murmeln
MAMPF – essen, fressen
MHMMM – vor Lust stöhnen, etwas lecker finden

NA, NAA – fragend
NACK – Handkantenschlag, brechendes Bein

O, OO, OH, OOOOOH – Angst, Bewunderung, stöhnen
OHA – Überraschung

PAF, PAFF, PAFPAF – Ohrfeige, Kinnhaken
PAH – Missfallen, Verachtung
PAM, PAN, PANG, PENG – Pistolenschuss
PAPADA – tanzen, steppen
PFFF – außer Atem
PFIFF – pfeifen
PFLATSCH – jemand fällt ins Wasser
PFUIT – durch die Luft pfeifendes Geschoss
PING – Metallklang, fallende Münze
PLOP, PLUNK – mechanisches Geräusch
POKE – mit einem Stock antippen
POM, POMM – Tür zuschlagen
POOF – jemand verschwindet plötzlich
PROMM – Motorrad
PST, PSSST – leise
PUST – außer Atem, blasen
PRUST – Wasser spucken, sich verschlucken

R, RR, RRRRRRR – Telefon, schnarchen, Motorrad
RAHHHR – Todes-, Schmerzenschrei
RACK – Kettengeklirr
RATTA-BUMM – Keilerei
RAZZ – Straßenlärm
ROAA, ROOOAAAA – Autorennen, Wildkatze
RUMBLE – Gewitter
RUMS – Tür zuschlagen

S, SS, SSSSSS – Schlange, Regen
SCHLUCHZ – schluchzen
SCHLUCK – schlucken
SCHMATZ – schmatzen, küssen, lecken
SCHNAPP – Falle
SCHNIFF – verschnupft
SCHNIEF – Nase hochziehen
SPLASH – ins Wasser fallen
SPLAT – patschen, platschen
SPLUSH – Brandung
SQUEEK – quitschen
SRAK – Kleidung zerreißen
STACK – Stockhieb
SUCK – saugen, lutschen

TACK – Uhr, Auto fährt auf Felgen
TA-DAAH – sensationelles Auftreten
TAP, TAPP – klopfen, schlagen, steppen
TÄTÄ – Trompete, Hupe
THA-BUMP – Herzschlag
TICK – Uhr, Bombe

UHH, UHUH – Angstschrei, Aufmerksamkeit
UFFF, UGHH – Schlag einstecken, stöhnen
UI – Überraschung
UMPF – Wut
UNK – trinken
URG, URGH – würgen

WAU – Hundelaut
WHIZZZ – Jet, Raumschiff
WHOM – Hammerschlag
WHOOOM – Zerstörung
WROOOOAW – Grollen aus dem Inneren der Erde
WROM – Rennwagen
WHUMP – Mehlsack fällt zu Boden
WUTSCH – Schlag ins Leere

YAF – Durstender in der Wüste
YAHOOO – Ausruf der Begeisterung
YEE – Schlachtruf

Z, ZZZ, ZZZZZZZZZ – schnarchen, schlafen
ZACK – Schlag
ZIP – Reißverschluss
ZOMPPP – durch das Nichts rasen
ZOOOM – hochschnellen
ZWIP – geballte Faust
ZWZWZWZW – zuflüstern