Pop-Art mit Kindern – Alltag wird Kunst
Eine Spraydose, eine Fahrradklingel, ein Wasserhahn: In der Pop-Art werden ganz gewöhnliche Dinge zum Bildmotiv. Sie werden vergrößert, angeschnitten, vereinfacht und mit kräftigen Farben gestaltet. Plötzlich sieht man Dinge, an denen man sonst kaum einen Gedanken verschwendet, mit anderen Augen.
Daran knüpfen diese Pop-Art-Bilder für Kinder an. Die acht Motive zeigen Hände und Gegenstände in stark vergrößerten Ausschnitten. Die Kinder können sie einzeln auf DIN A4 ausmalen oder aus jeweils vier Blättern ein großes Poster zusammensetzen.
Was ist Pop-Art?
Pop-Art entstand in den 1950er-Jahren in Großbritannien und den USA und wurde vor allem in den 1960er-Jahren bekannt. Ihre Motive kamen häufig direkt aus dem Alltag: Verpackungen, Lebensmittel, Werbung, Comics und Konsumgüter.
Künstler wie Roy Lichtenstein griffen die Bildsprache von Comics und Werbung auf. Klare Konturen, große Farbflächen, starke Kontraste und angeschnittene Motive wurden zu typischen Gestaltungsmitteln.
Genau damit können Kinder gut arbeiten. Die Motive sind leicht zu erkennen und trotzdem verändert sich ihre Wirkung, sobald ein kleiner Ausschnitt stark vergrößert und mit ungewöhnlichen Farben gestaltet wird.

Hände, Gegenstände und kleine Alltagsszenen
Die acht Vorlagen zeigen bewusst keine vollständigen Situationen. Man sieht zum Beispiel eine Hand am Wasserhahn, beim Sprühen mit einer Spraydose oder an einer Fahrradklingel. Alles, was für die Szene nicht gebraucht wird, bleibt draußen.
Dadurch konzentriert sich der Blick auf eine einfache Handlung. Ein Wasserhahn, der normalerweise nur ein Detail im Badezimmer ist, füllt auf einmal fast das ganze Blatt.
Beim Ausmalen müssen sich die Kinder nicht an die wirklichen Farben halten. Ein Waschbecken kann blau, der Hintergrund gelb und die Fläche dahinter orange werden. Gerade kräftige, klar voneinander abgegrenzte Farben passen gut zu den schwarzen Konturen.
Welche Farben passen zur Pop-Art?
Rot, Gelb und Blau sind ein guter Anfang. Dazu können Grün, Orange, Rosa oder Violett kommen. Wichtig ist weniger die „richtige“ Farbe als ein deutlicher Kontrast zwischen den einzelnen Flächen.
Die Vorlagen können mit Buntstiften, Wachsmalstiften oder Filzstiften ausgemalt werden. Je nach Material sehen die Bilder anders aus: Buntstifte lassen die Hand des Kindes stärker erkennen, Filzstifte ergeben gleichmäßigere, kräftige Flächen.
Perfekt ausgemalt müssen die Bilder nicht sein. Unterschiedliche Striche, Farbstärken und kleine Ungenauigkeiten gehören zu den Arbeiten der Kinder und dürfen sichtbar bleiben.
Einzelbild oder großes Pop-Art-Poster
Jedes der 8 Motive gibt es in zwei Größen: als einzelnes DIN-A4-Blatt und als Poster aus vier DIN-A4-Blättern.
Die Einzelblätter eignen sich, wenn jedes Kind ein eigenes Motiv gestalten soll. Für eine Gruppenarbeit können die vier Teile eines Posters auf mehrere Kinder verteilt werden. Jeder malt seinen Ausschnitt aus, anschließend werden die vier Blätter zusammengesetzt.
Dabei müssen die Farben vorher nicht aufeinander abgestimmt werden. Wenn vier Kinder unterschiedlich an ihre Blätter herangehen, entstehen an den Übergängen oft gerade die Kontraste, die gut zur Pop-Art passen.
Pop-Art im Kunstunterricht
Vor dem Ausmalen kann man sich mit der Klasse anschauen, wie Pop-Art aus gewöhnlichen Dingen Bilder macht. Welche Gegenstände würden die Kinder heute auswählen? Einen Turnschuh, Kopfhörer, eine Trinkflasche oder ein Smartphone? Und welcher Ausschnitt davon wäre interessant?
An den Vorlagen lässt sich anschließend direkt ausprobieren, was passiert, wenn man vergrößert, anschneidet, vereinfacht und mit starken Farbkontrasten arbeitet.
Damit eignet sich das Projekt gut als Einstieg in das Thema Pop-Art in der Grundschule. Die Kinder lernen einige typische Gestaltungsmittel kennen und setzen sie gleich selbst um – mit Motiven, deren Situationen sie aus ihrem eigenen Alltag kennen.
Pop-Art Bilder – Alltagsszenen PDF
Das PDF enthält 8 Alltagsszenen zum Ausmalen. Jedes Motiv liegt als DIN-A4-Einzelbild und als größere Version aus vier DIN-A4-Blättern vor. Die Vorlagen können damit für Einzelarbeiten oder als Gruppenprojekt im Kunstunterricht eingesetzt werden.