Wer war Sankt Martin?

Wer war Sankt Martin?

Fast jedes Kind kennt den Namen St. Martin: Im November ziehen Kinder mit leuchtenden Laternen durch die Straßen und singen Martinslieder. Doch wer war eigentlich der Mann, an den wir jedes Jahr am 11. November erinnern? Und warum steht seine Geschichte bis heute für Teilen, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl?

Wer war Martin von Tours?

Martin wurde um 316/317 nach Christus geboren und wuchs im Römischen Reich auf. Sein Vater war römischer Offizier und auch Martin wurde schon in jungen Jahren Soldat.

Später wandte er sich dem christlichen Glauben zu, verließ das Militär und wurde schließlich Mönch. Im Jahr 371 wurde Martin zum Bischof von Tours gewählt. Bekannt wurde er vor allem für seine bescheidene Lebensweise und seine Hilfe für arme und bedürftige Menschen.

Die Geschichte von Martin und dem Bettler

Die bekannteste Geschichte über Martin soll sich während seiner Zeit als römischer Soldat ereignet haben.

An einem kalten Wintertag begegnete Martin vor den Toren der Stadt Amiens einem frierenden Bettler. Der Mann hatte kaum etwas anzuziehen und bat die Vorübergehenden um Hilfe. Martin hatte nichts bei sich, das er ihm geben konnte. Also nahm er sein Schwert, teilte seinen Soldatenmantel in zwei Hälften und gab eine davon dem Bettler.

Der Überlieferung nach erschien Martin in der folgenden Nacht Christus im Traum – bekleidet mit genau jener Mantelhälfte, die Martin dem Bettler gegeben hatte. Diese Mantelteilung wurde zum bekanntesten Bild der Martinsgeschichte und steht bis heute für die Idee, mit anderen zu teilen und Menschen in Not zu helfen.

Warum versteckte sich Martin bei den Gänsen?

Um Martin ranken sich viele Geschichten und Legenden. Eine der bekanntesten erzählt von seiner Wahl zum Bischof von Tours. Martin soll sich selbst für dieses Amt nicht geeignet gehalten haben und sich deshalb in einem Gänsestall versteckt haben. Doch die Gänse schnatterten so laut, dass sein Versteck entdeckt wurde. Schließlich wurde Martin im Jahr 371 zum Bischof von Tours.

Ob sich die Geschichte mit den Gänsen tatsächlich so zugetragen hat, wissen wir nicht. Sie gehört aber seit Jahrhunderten zu den beliebten Legenden rund um St. Martin.

Was können Kinder aus der Martinsgeschichte mitnehmen?

Die Geschichte von St. Martin ist mehr als eine Erzählung aus längst vergangener Zeit. Im Mittelpunkt steht eine sehr einfache Handlung: Martin sieht, dass jemand Hilfe braucht – und teilt, was er hat.

Deshalb lässt sich seine Geschichte auch mit Kindern gut zum Anlass nehmen, über Fragen zu sprechen, die bis heute aktuell sind: Was bedeutet Teilen? Wann braucht jemand unsere Hilfe? Und was können wir selbst für andere tun?

So stehen beim Martinstag bis heute Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft im Mittelpunkt.

Warum feiern wir St. Martin am 11. November?

Martin von Tours starb am 8. November 397. Am 11. November wurde er in Tours beigesetzt. Dieser Tag wurde zu seinem Gedenktag und wird bis heute als Martinstag gefeiert. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden rund um diesen Tag zahlreiche Bräuche. Kinder ziehen mit ihren Laternen durch die Dunkelheit, Martinslieder werden gesungen und vielerorts wird die Mantelteilung bei einem Martinsspiel nachgestellt. Auch Martinsgans, Martinsfeuer und Weckmann gehören je nach Region zur Tradition.

Mehr über Laternenumzug, Martinsgans und andere Traditionen erfahrt ihr bei unseren Bräuchen rund um St. Martin.